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Landkreis startet millionenschweres Schulbauprojekt

Landkreis startet millionenschweres Schulbauprojekt

Auf dem Schulgelände in Baruth sind Bagger vorgefahren. Dort soll zunächst eine neue Sporthalle entstehen. Foto: privat

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So soll der geplante Schulkomplex in Baruth einmal aussehen. Foto: Archiv

Malschwitz. Der Startschuss ist gefallen: Auf dem Schulgelände in Baruth kreist der Bagger, Sandberge türmen sich auf. Seit einigen Tagen lässt sich erkennen, dass an Ort und Stelle etwas Neues entstehen soll. Den Auftakt dabei bildet der Bau einer Ein-Feld-Sporthalle. Danach soll bis zum Jahr 2024 das Schulhaus erweitert werden, um dort künftig Fünft- bis Zehntklässler aus circa 70 Ortschaften zu unterrichten. Bislang gehen noch Mädchen und Jungen im Grundschulalter in Baruth ein und aus. Bevor allerdings die Bautrupps richtig loslegen können, haben Archäologen das Sagen. Von ihren möglichen Funden hängt der weitere Bauverlauf ab. Der Träger der künftigen Bildungseinrichtung, der Landkreis Bautzen, gibt sich dennoch optimistisch. Er geht davon aus, dass die Turnhalle im nächsten Jahr nutzbar ist. „Nach deren Fertigstellung erfolgt der Abbruch der alten Sporthalle und der Start des Schulhausbaus“, sagte eine Landratsamtssprecherin. Für diesen würden rund 13 Millionen im Haushaltsentwurf zur Verfügung stehen, davon seien etwa sechs Millionen als Eigenmittel des Landkreises geplant. „Eine Förderzusage ist weiterhin offen. Die Investition beinhaltet auch den Ersatzneubau der Sporthalle am Standort. Diese Maßnahme wird im Rahmen des Kommunalpaketes IV des Freistaates Sachsen ‚Verbesserung der Schulinfrastruktur’ umgesetzt. Von den Gesamtkosten des Turnhallenbaues in Höhe von rund drei Millionen trägt der Landkreis 800.000 Euro.“

„Der Landkreis investiert in Baruth in erheblichem Umfang in Bildung und somit in die Zukunft unserer Kinder“, bekräftigte Vize-Landrat Udo Witschas.

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Der historische Marktplatz dient als Zufahrt zur Baustelle. Foto: Archiv

Auch wenn im Malschwitzer Ortsteil ein hehres Ziel verfolgt wird: Das Projekt wird von Beginn an von einer Diskussion über die Baustellenzufahrt überschattet. Dorfbewohner wehrten sich dagegen, dass schwere Laster über den historischen Marktplatz und eine schmale Pflasterstraße donnern sollen. Alternativen wurden vorgeschlagen. Allerdings schien aus Sicht des Landkreises keine davon umsetzbar. „Die untersuchte Variante ‚Zuwegung über die S 110 und im Weiteren über freies Gelände’ war im Ergebnis des bauzeitlichen Zuwegungskonzeptes empfehlenswert, wurde aber nicht weiterverfolgt, weil weder der Eingriff in die Natur, die Nutzungsausfälle wie auch die entstehenden Kosten nicht vertretbar waren“, betonte die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung in dem Zusammenhang. „Weitere untersuchte Varianten wie die Zuwegung über die Straße ‚Am Park’, die Zuwegung über die Straßen ‚Am Park’ und ‚An der Fasanerie’ oder auch eine Zuwegung über die ‚Lindenallee’ waren im Ergebnis der Prüfung nicht empfehlenswert.“

Deshalb werde in Abstimmung mit Anrainern sowie dem Ortschafts- und dem Gemeinderat nunmehr die Zufahrt über den Marktplatz genutzt, so Bürgermeister Matthias Seidel. Die Frage, inwieweit eine Information zutrifft, wonach das Landratsamt die Aufrechterhaltung der Investition an die Zuwegung, auf die sich die Parteien verständigt haben, geknüpft haben soll, beantwortete das Gemeindeoberhaupt mit „Nein“. „Allerdings hätte es zu Verzögerungen kommen können, die das Projekt gefährdet hätten.“

Das sieht Gemeinderat Steffen Lehmann etwas anders: „Für die Zufahrt zur Baustelle hätte ich mir gern eine Behelfsstraße vor dem Baruther Ortseingang gewünscht. Leider hatten wir als Gemeinderäte in dieser Angelegenheit kein großes Mitspracherecht, da in einer separaten Gemeinderatssitzung der Landkreis, vertreten durch Udo Witschas, uns verdeutlichte: Entweder kommt die Zufahrt über den Marktplatz oder die Umsetzung des Schulprojekts könnte wackeln, da der Landkreis keinen finanziellen Spielraum mehr in den kommenden Haushalten hat, um eine Behelfsstraße in sechsstelliger Höhe zu finanzieren.“ Für ihn völlig unverständlich. Mit Bezug auf andere Schulbauvorhaben im Landkreis ist er sich sicher: „Hier wurde an der falschen Stelle gespart.“

Jedoch findet er auch lobende Worte für das Unterfangen: „Der Schul- und Turnhallenneubau wird noch viele positive Nebeneffekte in den nächsten Jahren für unsere Gemeinde haben.“ Damit spielte Steffen Lehmann beispielsweise auf die Ansiedlung von jungen Familien an, die das gerade in der Entstehung befindliche, neue Bebauungsgebiet in Baruth nutzen könnten.

Hintergrund: Bereits 2017 beschloss der Kreistag die Übernahme der Trägerschaft der Oberschule Malschwitz. Im Zuge dessen soll am Standort Baruth das bestehende Schulgebäude um- und ausgebaut werden, da die Voraussetzungen einer zweizügigen Oberschule dort noch nicht gegeben sind.

Roland Kaiser / 06.06.2021

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