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Mit der Biene durchs Jahr fliegen

Mit der Biene durchs Jahr fliegen

Klein, emsig und nützlich: die Biene. Wer den Umgang mit ihr lernen und später leckeren Honig haben möchte, ist beim Neuimkerkurs des Imkervereins Grüngräbchen genau richtig. Foto: Verein

Grüngräbchen. Wer sich Tiere anschafft, sollte wissen, wie er mit ihnen umgeht. Das gilt auch fürs Imkern. Sich schnell zwei, drei Youtube-Videos dazu anzusehen, reiche nicht, betont Mario Förster, Vorsitzender des Imkervereins Grüngräbchen e. V. Dieser bietet deshalb Kurse für diejenigen an, die sich dem summenden Hobby widmen wollen. „Bevor man damit beginnt, sollte man auf jeden Fall schon praktisch mit den Bienen gearbeitet haben“, fügt er hinzu. Bei der Neuimkerschulung begleiten die Teilnehmer die Insekten durch das Bienenjahr von März bis Juli. Die Module des Kurses folgen dem Rhythmus der Tiere: Nach einem Schnuppermodul zu den Grundlagen der Bienenzucht mit Führung durch ein Bienenhaus schließen sich dann Lerneinheiten unter anderem zur Frühjahrsdurchsicht des Bienenvolkes an, zur Honigherstellung, zur Schädlingsbekämpfung – und zur Vorbereitung auf die Winterruhe. Denn die Zeit, in der die Bienen am aktivsten sind, endet bereits im Juli. In diesem Monat muss sich der Imker zum Beispiel schon überlegen, wie er die Insekten vor Beginn ihrer Ruhephase füttert, damit das Volk den Winter gut übersteht. „Beim gemeinsamen Tun während des Kurses lernen sich auch Neuimker und Imker mit Erfahrung kennen und vernetzen sich“, sagt Mario Förster. So kann man sich dann lokal über Probleme austauschen, mit denen die Imker konfrontiert sind, wie beispielsweise die Varroa-Milbe und Krankheiten, die die Bienen schädigen. Stichwort Schädlinge: „Wir weisen dabei immer wieder darauf hin, dass Neuimker ihr Bienenvolk in der Region kaufen sollen, idealerweise bei Mitgliedern unseres Vereins“, betont der Vorsitzende. Denn wer sich im Internet Bienen aus dem Ausland bestelle, hole damit oft auch andere invasive Bienenschädlinge oder Krankheitserreger mit nach Deutschland.

Der Imkerverein Grüngräbchen bietet diese Schulung jährlich an. 2026 läuft sie zum vierten Mal. Die Module finden Anfang März, Ende März, Mitte April, Anfang Juni und Ende Juli statt und dauern jeweils zwei bis drei Stunden. Wer alle Module belegt, zahlt 180 Euro. Wer nur den Schnupperkurs am Anfang absolviert und plant, vielleicht später wieder einzusteigen, ist mir 30 Euro dabei. Für die Theorie nutzt der Verein einen Gemeinschaftsraum in Grüngräbchen. Die Praxis lehren Mario Förster und andere „Patenimker“ bei ihren Bienenvölkern vor Ort. „Letztes Jahr waren wir mit der Resonanz sehr zufrieden. Acht Leute hatten sich angemeldet und durften nach dem Kurs ihr Ablegervolk, um das sie sich über die fünf Monate gekümmert hatten, mit nach Hause nehmen.“ Auch in diesem Jahr haben sich schon Interessenten eingeschrieben. Mehr als acht sollten es aber nicht werden, meint Mario Förster. Denn in der Praxis müssen alle selbst die nötigen Handgriffe ausprobieren. Dafür wird die Gruppe geteilt. Bei der „Frühjahrsdurchsicht“ Ende März kommen die Neuimker das erste Mal „ans Volk“ wie Förster es formuliert. „Ich öffne dann mit den Teilnehmern meine „Beute“, eine Holzkiste mit Flugloch, in der die Bienen den Winter verbracht haben, schaue, wie es ihnen geht, ob die Königin da ist, ob Larven oder Puppen zu sehen sind....“, beschreibt er es. Auf diesen Moment freut sich Mario Förster stets schon lange. „Es ist einfach faszinierend, den Bienen bei der Arbeit zuzuschauen, wie sie emsig hinausfliegen und Nektar sammeln.“ Wenn er das Treiben im Volk miterlebt, wird er selbst ganz ruhig. Dass jemand, der Bienen hält, ab und an mal gestochen wird, gehört für ihn dazu. Als Landimker hat er in den letzten Jahren auch den Trend zur Stadtimkerei verfolgt. Für ihn grundsätzlich eine sinnvolle Sache. Denn dabei entstehe Honig, der von ganz unterschiedlichen Pflanzen stamme, die meist nicht mit Schädlingsbekämpfungsmittel behandelt worden seien, anders als beispielsweise die Kulturpflanzen auf dem Land. „Dass auch die Stadtbewohner an der Natur, mit den Bienen arbeiten, trägt aus meiner Sicht dazu bei, dass Stadt- und Landbewohner einander besser verstehen“, sagt Mario Förster.

Das erste Kursmodul läuft am 21. März. Aus Kapazitätsgründen sollte man sich vorher anmelden.

Beate Diederichs / 10.03.2026

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