Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

„Mit der richtigen Technik 
ist Sensen nicht anstrengend“

„Mit der richtigen Technik 
ist Sensen nicht anstrengend“

Trotz hoher Temperaturen haben sie fleißig und kundig die Sense geschwungen – die Teilnehmer des diesjährigen Sensenkurses der Naturschutzstation Neschwitz mit Kursleiter Norman Döring (links im Bild). Foto: Naturschutzstation Neschwitz

Bei einem Sensenkurs der Naturschutzstation Neschwitz lernten die Teilnehmer, wie man das Mähgerät effektiv schwingt und schärft. Das „Heu machen“ von Hand ist kostengünstig, leise und naturschonend.

Neschwitz. Als die Mitarbeiter der Naturschutzstation Neschwitz den Termin für den Sensenkurs auf den 27. Juni legten, wussten sie noch nicht: Mit bis zu 40 Grad würde dieser Samstag einer der heißesten Tage der vergangenen Jahre sein. „Daher begann der Kurs nicht erst wie geplant am Vormittag, sondern bereits um 6 Uhr und endete vor der schlimmsten Mittagshitze“, berichtet Sophia Hauswald. Sie ist bei der Naturschutzstation für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Aufgrund der besonderen Wetterverhältnisse waren in diesem Jahr nur rund zehn Teilnehmer zur „Übungswiese“ an der Doberschauer Schanze zwischen Schlungwitz und Obergurig angereist. „2025 war bei moderatem Wetter bedeutend mehr los. Damals hatten wir sogar ein Extraprogramm mit Basteln und Tiererkundung für die Kinder organisiert“, erinnert sich Sophia Hauswald. Die Naturschutzstation bietet den Sensenkurs seit einigen Jahren an, immer im Frühsommer. Er findet stets auf der rund 0,3 Hektar großen Wiese von Andreas Scholz statt, die dieser gemeinsam mit der Naturschutzstation pflegt. 

Norman Döring, der Kursleiter, gibt regelmäßig sein Wissen über das Sensen und das Schärfen, fachgerecht Dengeln genannt, weiter. Die Grundlagen lernte er von seinem Großvater und probierte selbst vieles aus. Für den Kurs hatte er einige Sensen mitgebracht. Andere stellte die Naturschutzstation zur Verfügung. Die Teilnehmer konnten aber auch mit ihren eigenen Mähgeräten arbeiten. Zunächst vermittelte Döring die Theorie: welche Sense passt zu wem, welche Arten von Sensenblättern gibt es, wie dengelt man effektiv und unfallfrei.... Dann bekam jeder ein kleines Stück der Scholzschen Wiese zugeteilt und durfte sich ausprobieren. „Das Ziel war, die gesamte Wiese zu mähen. Das haben die Teilnehmer trotz der Hitze geschafft“, lobt Sophia Hauswald. Die körperliche Tätigkeit ist für Unerfahrene natürlich ermüdend: man kann Rückenschmerzen bekommen und Blasen an den Fingern. „Doch wenn man die richtige Technik erlernt, ist Sensen eigentlich nicht anstrengend.“ Wichtig ist es vor allem, dass die Sense an die Körpergröße angepasst wird und man sich nicht zu sehr nach vorne beugt. 

Die meisten Teilnehmer der Kurse kommen mit der handfesten Motivation, später regelmäßig auf ihrem eigenen Grundstück sensen zu können, hat Sophia Hauswald in Gesprächen erfahren. „Viele halten Tiere und wollen gerne für diese Heu machen. Manche haben auch zufällig Sensen von ihren Vorfahren entdeckt und wollen wissen, wie man damit arbeitet.“ Einen großen Teil treibt außerdem der Gedanke an, naturschonend mähen zu wollen. In dieser Hinsicht ist die Sense tatsächlich dem motorisierten Rasenmäher überlegen, auch wenn dieser bei sehr großen Flächen seine Berechtigung haben mag: Man arbeitet leise, verursacht keine Abgase und verdichtet den Boden nicht. Von dieser Mähweise profitieren Pflanzen und Tiere, besonders Insekten. Sensen kostet auch nicht viel. „Zudem gibt es Wiesen, wo man mit der Maschine schlecht hinkommt – mit der Sense aber schon“, betont Sophia Hauswald.

Beate Diederichs / 12.07.2026

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel