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Nach Trendwende sportlich immer erfolgreicher

Nach Trendwende sportlich immer erfolgreicher

Kerstin Hasse (in Rot) mit Tanzpartner Andreas Seifert auf dem Siegerpodest der D-Klasse in Leipzig. In der C-Klasse folgte anschließend noch der dritte Platz. Foto: Theresa Kittlick

Kerstin Hasse, Zweite Vorsitzende des TC Grün-Gold Görlitz hat spät, aber erfolgreich den Einstieg in den Tanzsport gefunden. Sie errang im September beim Grün-goldenen Herbstturnier im Rahmen der deutschlandweit offenen Landesseniorensportspiele in Leipzig in ihrer D-Klasse den Sieg und damit das Recht, an diesem Tag auch in der C-Klasse zu starten, wo es mit ihrem Partner noch einmal aufs Treppchen ging. Im Niederschlesischen Kurier erklärt Sie, wie Grün-Gold wieder in die Erfolgsspur gelangte.

Frau Hasse, erst vor wenigen Wochen haben Sie mit Ihrem Partner Andreas Seifert die Landesmeisterschaft gewonnen und ebenfalls gleich auch in der höheren Klasse Erfolg gehabt – quasi gibt es damit nun schon einen vierfachen Triumph...

Kerstin Hasse: Das fühlt sich super an, weil meine Träume in Erfüllung gegangen sind. Ich kann endlich Turniere tanzen, und das gleich so erfolgreich. Das habe ich natürlich auch Andreas, meinem Tanzpartner zu verdanken. Ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen.
Bei der Landesmeisterschaft ging dennoch zunächst nicht alles glatt. Neben unserer Aufregung, kam nach der Vorrunde auf einmal der Turnierleiter zu mir und meinte, eigentlich dürfte ich gar nicht mittanzen. Ich habe ihn groß angeguckt und war sehr verwirrt. Der Grund war, dass wir unsere Plastik-Startkarten noch nicht hatten und deshalb im Vorfeld diese als Papierkarte ausdrucken mussten. Offenbar stand im Netz etwas Falsches. Wenn wir das nicht geklärt hätten, wäre an dieser Stelle das Turnier zu Ende gewesen. Das war ein ziemlicher Aufreger, der uns vielleicht aber dann auch gepusht hat

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Wie sind Sie zum Turniertanzsport gekommen?

Kerstin Hasse: Eigentlich tanze ich schon seit meiner Schulzeit, die schon ganz lange zurückliegt. Es begann mit der Tanzstunde bei Werner Ullrich. Ich wollte schon seit langem Turniertanz machen.
Aber mit Job, Familie und Kind ist das schwierig. Und man braucht den entsprechenden Tanzpartner dazu, da müssen sozusagen beide an einem Strang ziehen. Nach vielen langen Anläufen hat es jetzt endlich funktioniert.

Andreas Seifert ist aber nicht privat Ihr Partner? 

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Kerstin Hasse: Nein, wir sind privat kein Paar. Wir harmonieren trotzdem gut.

Seit vielen Jahren sind Sie zweite Vorsitzende im Vorstand des TC Grün-Gold Görlitz. Neben Beruf, Familie und nun eigenem Turniertanz ist das sicher eine Mehrfachbelastung?

Kerstin Hasse: Um meine Tochter brauche ich mich jetzt nicht mehr so viel kümmern, sie macht zurzeit eine Lehre und ist leider aus Görlitz weggezogen. Aber ich habe jetzt unter der Woche doch ein wenig mehr Freiraum.
Wenn man bis Nachmittag arbeitet und danach trainiert oder Vorstandsarbeit erledigt, dazu noch die eine oder andere Sachen nebenher, wird es manchmal schon eng. Ohne Wochenenden würde das gar nicht funktionieren. Aber es macht Spaß und deswegen mache ich das auch.

Angeblich verliert der Tanzsport an Bedeutung und auch der TC Grün-Gold schien in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Trend scheint gestoppt, seit Grün-Gold gemeinsam mit dem TSC Silberschwan Zwickau Aufsteiger des Jahres bei der Sächsischen Landesmeisterschaften wurde und die Tänzer Ihres Vereins zunehmend Erfolge bei den Landesmeisterschaften oder auch bei Turnieren in Berlin und Leipzig einfuhren. Wie gelang die Trendwende?

Kerstin Hasse: Wir haben immer eng zusammengearbeitet, immer weiter gekämpft – auch in den schweren Jahren. Unser Vorsitzender Falko Schiller war allen ein Vorbild. Dann hatten wir das Glück der Tüchtigen. Es kam die Anfrage von Jenny Müller aus Dresden, ob Sie bei uns als Trainerin einsteigen kann. Das haben wir genutzt und sind heilfroh, dass diese Zusammenarbeit so erfolgreich läuft. Sie führt unsere Turnierpaare regelmäßig zum Erfolg. Natürlich machen wir viel Werbung, sei es zum Tag des Tanzes bei uns im Sportzentrum „Flora“, sei es bei unseren jährlichen Turnieren. Da hoffen wir nicht nur auf Zuschauer, sondern wir wollen auch neue Mitglieder begeistern und gewinnen. Denn Tanzen macht Freude, auch ohne Turnier. Dafür stehen unsere zahlreichen Breitensportpaare, die mit viel Spaß und Enthusiasmus bei uns tanzen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Kerstin Hasse: Dass unsere Turniertanzpaare weiter so erfolgreich unterwegs sind und wir unsere Trainerin behalten können. Für mich selber, dass ich weiter Turniere tanzen kann – mal schauen wie weit das geht. Ich wünsche mir, dass wir weiter viel Spaß am Tanzen haben und so eine gute Gemeinschaft bleiben. Jeder unterstützt jeden – ich wünsche mir, dass das so bleibt.
Für die Zukunft wünsche ich mir auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit allen, die in unserer Region für das Tanzen leben, die vielen Tanzvereine – z.B. Gardetanz und Tango Argentino, um nur zwei zu nennen. Wichtig ist für uns auch eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Tanzschulen. Fast alle Paare, die bei uns im Breitensport oder Turniere tanzen, haben ja in der Tanzschule das Tanzen gelernt und kamen mit guten Voraussetzungen zu uns.

Till Scholtz-Knobloch / 01.11.2018

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