Neu Ödernitzer Gedenkstein darf wieder vor Krieg mahnen

„Unseren Kameraden zum ehrenden Gedächtnis“ heißt es auf dem Gedenkstein in Niesky-Neu Ödernitz. Fotos: Till Scholtz-Knobloch

Im Vorbeigehen deutet im Thüringer Weg nichts darauf hin, dass hinter dem Buschwerk das Ödernitzer Kriegsdenkmal zu finden ist.
Ödernitz/Niesky. Nach einer Petition aus der Bevölkerung hatte der Nieskyer Stadtrat 2022 bereits die Umsetzung des Kriegerdenkmals vom Thüringer Weg in Niesky auf den Ödernitzer Friedhof unterstützt. Da es sich um einen Gedenkstein und nicht um eine Grabanlage handelt, ist dieses rechtlich möglich. In der letzten Stadtratssitzung vom 2. Februar ist das Anliegen nun in eine konkrete Form gebracht worden. Die 7.731,05 Euro teure Restaurierung und Umsetzung wird nun beauftragt und im Wesentlichen über Restmittel aus einer Leader-Förderung 2025 bewerkstelligt.
Das Denkmal befindet sich im Thüringer Weg in einem Dickicht und ist für die Öffentlichkeit kaum sichtbar. Bei der Standortsuche für das Foto hatte der Autor dieser Zeilen Nieskys bekannten Cartoonisten „Kümmel“ kontaktiert, denn dieser ist im näheren Umfeld Anwohner. Kümmel bekannte, das Grundstück habe er selbst einst als Baugrund angeboten bekommen. Doch gerade die offene Frage des Denkmals habe einen Kauf damals verhindert. In der Beschlussvorlage für den Rat hieß es nun auch für das vergangene Jahr: „Bemühungen das Grundstück als Baugrundstück im Quartal 2025 zu verkaufen, waren zuletzt nicht erfolgreich. Die bisherige Unsicherheit um das Grundstück ist nun also aufgehoben.
Historisch gehört das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Ödernitzer nach Ödernitz, denn der Militärverein Neu Ödernitz hatte ihn nach dem Ersten Weltkrieg aufgestellt und in der Nähe auch einen Schießplatz angelegt. Über die Jahre wandelte sich der ursprüngliche Standort in ein Wohngebiet. Die verborgene Lage hinter dem Bewuchs dürften Grund gewesen sein, dass das Denkmal die Zeit der DDR überdauerte, Anwohner hatten in dieser Abgelegenheit den Stein als solchen instand gehalten. Auf dem Friedhof Ödernitz soll die Anlage wieder von Grün eingefasst sein, mit zwei Kunststoffbänken in Holzoptik. Die Arbeiten führt ein Steinmetzbetrieb aus Großschönau aus, mit dem die Stadt bei der Versetzung des Kriegerdenkmals von Stannewisch bereits guten Erfahrungen gesammelt habe. Bürgermeisterin Kathrin Uhlemann betonte gegenüber der Redaktion, dass im Prinzip nun alles in trockenen Tüchern sei, der Steimetzbetrieb habe signalisiert das die Arbeiten bei Frostfreiheit beginnen könnten.