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Neue Aufstiegshilfe für Fische an der Pulsnitz

Neue Aufstiegshilfe für Fische an der Pulsnitz

Die Aufstiegshilfe unweit der Stadtmühle macht den Fischen das Passieren der Pulsnitz einfacher.

Königsbrück. Wer in den letzten Monaten aufmerksam durch die Pulsnitzaue gegangen ist, wird sie vielleicht schon entdeckt haben – die neue Fischaufstieghilfe zwischen der Gräfenhainer Straße und der Stadtmühle. Da der Weg ins Tiefental nach den Sturmschäden vom Juni 2017 lange Zeit nicht begehbar war, dürfte sie nahezu unbemerkt entstanden sein.

„Der Eigentümer der Königsbrücker Stadtmühle wird zukünftig den Mühlgraben wieder nutzen, indem er im ehemaligen Mühlengebäude ein Wasserrad errichtet, das zur umweltfreundlichen Energieerzeugung von Ökostrom genutzt wird“, berichtet der Königsbrücker Bürgermeister Heiko Driesnack, der zu den ersten Besuchern zählte. Mit dem Einbau eines oberschlächtigen Wasserrades sei im Wesentlichen der Ursprungszustand der alten Stadtmühle wiederhergestellt worden, wie er vor 1925 vorhanden war. Ursprünglich gab es an dieser Stelle sogar zwei oberschlächtige Wasserräder, die abwechselnd „bedient“ wurden: das kleine, schmalere für die heute nicht mehr existierende Sägemühle und das große, breitere für die heute noch weitgehend erhaltene Getreidemühle. „Das neue Wasserrad wird fast exakt die gleichen Abmessungen wie das alte Wasserrad der Getreidemühle haben. Die Berechnungen der damaligen Fachleute waren also vor 100 Jahren die gleichen wie die der Ingenieure der heutigen Zeit“, lädt Heiko Driesnack zum Staunen ein. Und berichtet weiter: „Der Mühlenbesitzer scheute den erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand nicht, der mit der Beantragung der wasserrechtlichen Genehmigung für die Umnutzung der Turbine zur Erzeugung umweltfreundlichen Ökostroms verbunden war.“ Durch die Vorgaben der bundesweit geltenden EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde mit der Erteilung die Auflage erlassen, die Pulsnitz in diesem Bereich für Fische durchgängig zu gestalten. So wurde neben dem unüberwindbaren Wehr eine circa 40 Meter lange Fischaufstiegsanlage errichtet. Diese ermöglicht es den Fischen, das Hindernis zu überwinden.

Die Stadtverwaltung Königsbrück ist dem Besitzer der Stadtmühle für sein Engagement dankbar, „ist es doch ein großer Schritt, dass das über viele Jahre verfallene Areal der Stadtmühle mit seinen erhaltenswerten Anlagen in absehbarer Zeit einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt wird.“ Nach dem nicht unumstrittenen Rückbau des Grünmetzwehres vor zwei Jahren sei eine weitere Barriere in der Pulsnitz gefallen, „was auf Dauer den ökologischen Gewässerzustand der Pulsnitz nachhaltig verbessern wird.“ Zudem wurden auch der Grundablass im Wehr sowie der Einlaufschütz zum Mühlgraben nebst Bediensteg fachgerecht erneuert, sodass im Hochwasserfall nun auch wieder eine gefahrlose Bedienung der Anlagen erfolgen kann. „Dabei wurde die teilweise noch vorhandene Originaltechnik der Firma Voith aus dem 19.Jahrhundert mit modernen verzinkten Stahlelementen kombiniert, die bewundernswerte Symbiose zwischen „alt“ und „neu“ lässt dabei das Herz eines jeden technikbegeisterten Wanderers höher schlagen“, zeigt sich Bürgermeister Heiko Driesnack begeistert und empfiehlt: „Machen Sie doch mal einen Spaziergang durch die Pulsnitzaue und lassen Sie sich von dem Plätschern des Wassers zwischen den einzelnen Verweilbecken der Fischaufstiegsanlage verzaubern.

Allerdings wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine private wasserbauliche Anlage handelt, die nicht betreten werden darf.“

Redaktion / 18.02.2019

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