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Schwepnitz punktet mit Trainer-Zertifikat

Schwepnitz punktet mit Trainer-Zertifikat

Die Schüler der gymnasialen Oberstufe der Freien Schule Schwepnitz erwerben seit Kurzem dort auch das Wissen, das sie für den C-Trainerschein im Breitensport benötigen. Pia Wegner (l.) und Marie Mandel zeigen beim Sportfest, was sie dabei gelernt haben – unter den Augen von Sven Matschke vom Kreissportbund Bautzen. Foto: Beate Diedrrichs

Wer an der Freien Schule Schwepnitz sein Abitur ablegt, bekommt ab jetzt ein Zertifikat dazu, das sich in eine C-Trainer-Lizenz im Breitensport umwandeln lässt. Die Schule hat mit dem Kreissportbund Bautzen ein Konzept erarbeitet, mit dem sich die jungen Erwachsenen das nötige Wissen dafür aneignen.

Schwepnitz. Bälle prallen. Schritte hämmern auf die Bahn. Ein Pfiff aus der Trillerpfeife. „Zieh! Zieh“-Rufe für die Läufer auf den letzten Metern: Sportfestatmosphäre. Unlängst lernten die Schüler der Freien Schule Schwepnitz nicht in den Klassenräumen, sondern maßen ihre Kräfte auf dem Sportplatz. Mittendrin schickten Pia Wegner und Marie Mandel Jungen und Mädchen der unteren Klassen auf den sogenannten „T-Lauf“: „Dabei beweisen sie auf einer kurzen Strecke ihre Koordinationsfähigkeit“, erläutert Pia, während Marie das Startsignal gibt. Die beiden Schülerinnen haben vor einigen Wochen die 13. Klasse der gymnasialen Oberstufe mit dem Profil Gesundheit und Sozialwesen begonnen und werden sich Ende des Schuljahres den Abiturprüfungen unterziehen. Sie gehören zum ersten Jahrgang, der neben dem lehrplangemäßen Schulwissen die Kenntnisse für ein Zertifikat erworben hat, das sich in eine C-Trainer-Lizenz für den Breitensport umwandeln lässt. „Es umfasst auch die Erlaubnis, Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen abzunehmen, zu dessen Disziplinen der „T-Lauf“ gehört“, kommentiert Sven Matschke. Der Mitarbeiter des Kreissportbundes Bautzen leitet parallel die Station zum 800-Meter-Lauf und beobachtet mit Freude, wie die 13.-Klässler agieren: „Das ist erst ihr zweiter Einsatz. Aber sie sind schon recht souverän unterwegs.“

Hälfte der Inhalte bereits im Unterricht vermittelt

Auch Michael Schiewack verfolgt aufmerksam, wie der „Pilotjahrgang“ die Jüngeren anleitet. „Wir als Schule suchen stets nach Wegen, unsere Schüler praktisch für das Leben in der Gemeinschaft auszubilden“, sagt der Schulleiter. Da er selbst aktiver Sportler ist, fiel ihm auf, wie stark sich der Stoff der Fächer Gesundheit und Soziales sowie Biologie und das Wissen überschneiden, das für die C-Trainer-Lizenz im Breitensport vermittelt wird. „Ich fragte dann beim Kreissportbund Bautzen an, ob wir ein Konzept erarbeiten wollen, mit dem unsere Oberstufenschüler diese Lizenz erhalten.“ Schiewacks Partner beim Sportbund, Bildungsreferent und Ausbildungskoordinator Harald Skopi, beschreibt die Ausgangslage dafür: „Wir stellten fest, dass weit mehr als die Hälfte der Inhalte für die Trainerlizenz bereits im Unterricht abgedeckt wird.“ Der Trainerlehrgang umfasst 120 Unterrichtseinheiten. Das nötige Wissen beispielsweise zur Entwicklungspsychologie, zu gruppendynamischen Prozessen, zur Kommunikation und zur Inklusion von Teilnehmern mit Handicap wird in der Schule gelehrt. So schreibt es der Lehrplan vor. Laut Harald Skopi bleiben danach noch Stoff für 49 Einheiten übrig, unter anderem zur Organisation des Sports in Deutschland, zum Medikamentenmissbrauch im Sport, zu Sportverletzungen oder zur Veranstaltungsorganisation. „Diesen vermittelten externe Referenten bei einzelnen Terminen an der Schule“, berichtet er. 

Mit dem Zertifikat gibt’s auch die Lizenz

In der Zukunft soll sich dieses Modell fest etablieren – für alle Schüler der beiden obersten Klassen, die dafür zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Innerhalb des ersten Jahrgangs sind einige Teilnehmer bereits in einem Verein aktiv: beim Budo, beim Schießsport, beim Reiten, bei einer Einrichtung für mehrere Sparten... Sie bekommen mit dem Abschlusszertifikat auch die Lizenz. Wer nicht im Verein ist, hat zwei Jahre Zeit, in einen solchen einzutreten und das Zertifikat dann dort in die Trainerlizenz umwandeln zu lassen. „Alle Beteiligten profitieren: Die Vereine bekommen fertige Übungsleiter. Die Schüler erwerben Fähigkeiten, mit denen sie sich etwas dazuverdienen können. Für die Schule ist es zudem ein Alleinstellungsmerkmal“, betont Harald Skopi. Denn ein solches Angebot gibt es an keiner anderen freien Schule in der Region.

Sprungbrett für die berufliche Zukunft

Pia Wegner und Marie Mandel haben derweil die letzten Jungen und Mädchen über die Strecke des „T-Laufes“ gelotst. Nach der Arbeit mit den Jüngeren loben die beiden, was sie bei der Lizenz-Ausbildung darüber gelernt haben, wie man mit einfachen, aber abwechslungsreichen Spielen die Erwärmung für die Kinder effektiv gestalten kann. Reiterin Pia plant, auf Basis der Kenntnisse aus dem Kurs später ihren Reitlehrerschein zu machen. Außerdem hofft sie, sie auch bei der Ausbildung zur Notfallsanitäterin nutzen zu können, die sie erwägt. Marie, die in der Vergangenheit bei Tanz und Rollkunstlauf aktiv war, ist derzeit nicht in einem Verein registriert. „Aber ich setze darauf, dass dieses Wissen mir bei einer Bewerbung im Bereich Gesundheit und Soziales Vorteile bringt.“ 

Beate Diederichs / 12.11.2026

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