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Straßenmeisterei wird deutlich teurer

Straßenmeisterei wird deutlich teurer

Der Moment, in dem Amtsleiter Michael Reißig (wie hier in Bautzen) den künftigen Nutzern den Schlüssel überreicht, steht in Königsbrück noch bevor. Foto: Archiv

Die Standortwahl, aber auch der allgemeine Baupreisindex sorgen für Mehrkosten von mehr als einer Million Euro.

Königsbrück. Das Vorhaben, am Standort Königsbrück eine Straßenmeisterei zu errichten, kommt den Landkreis Bautzen teurer zu stehen als zunächst gedacht. War man bei der ursprünglichen Planung, die noch aus dem Jahre 2014 herrührt, von 6,2 Millionen Euro ausgegangen, so beläuft sich die jetzt genannte Bausumme auf 7,45 Millionen Euro. Einen wesentlichen Grund für die Teuerung bildet laut Valentin Opitz, Leiter des Gebäude- und Liegenschaftsamtes, der Umstand, dass man nicht „auf der grünen Wiese“, sondern auf einer Brache bauen wolle: „Die hieraus entstehenden Grunderwerbskosten von circa 240.000 Euro waren nicht Gegenstand der ursprünglichen Kostenbetrachtung.“ Das ausgewählte Grundstück Zum Ehrlicht 18 war bereits zu früheren Zeiten als Straßenmeisterei, später jedoch aufgegeben und noch als Lagerplatz genutzt worden. Für den Abbruch von Gebäuden und die Entsiegelung von befestigten Flächen schlugen weitere 110.000 Euro zu Buche. „Dabei mussten auch Schadstoffe wie Styropor und Asbest entsorgt werden“, so der Amtsleiter. Die Anpassung der Trinkwasserversorgung an die künftigen Anforderungen kostet weitere 115.000 Euro. „Aus der Rechtslage lässt sich kein Anspruch gegen den Trinkwasserversorger begründen, sodass die Kosten durch uns getragen werden müssen“, betont Valentin Opitz. Selbiges gilt für die notwendige Ertüchtigung der Abwasserentsorgung, für die weitere 110.000 Euro anfallen. Schließlich will der Landkreis Bautzen auch mit der Zeit gehen und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge installieren, was mit 10.000 Euro veranschlagt ist. Den größten Block bei den Kostentreibern bildet jedoch der allgemeine Baupreisindex, der für Mehraufwendungen von circa 535.000 Euro sorgt. Als jährliche Teuerungsrate setzt der Landkreis dabei vier Prozent an. Trotz all dieser Faktoren bleibt der Neubau in Königsbrück laut Valentin Opitz dennoch günstiger als die Weiternutzung der bisherigen Straßenmeistereien in Kamenz und Wachau, da deren dann erforderliche Ertüchtigung noch teurer wäre.

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Diese Standorte gibt der Landkreis nach der Inbetriebnahme von Königsbrück auf. Allerdings gibt es Überlegungen, zur Absicherung des Winterdienstes im Raum Radeberg einen Stützpunkt an der derzeitigen Salzlagerhalle Leppersdorf einzurichten. „Da die übernommene Salzhalle wesentliche Baumängel mit erheblichen Nutzungseinschränkungen aufweist, wurden bereits 2017 als erster Bauabschnitt für circa 540.000 Euro ein Silo und ein Soletank als Ersatz realisiert. Eine Ertüchtigung der Salzhalle wurde untersucht und als unwirtschaftlich verworfen“, erinnert sich Valentin Opitz.

Die neue Straßenmeisterei in Königsbrück soll – anders als die bisherigen Standorte – nicht in Form eines Gehöfts mit mehreren Bauwerken, sondern kompakt als einzelnes Gebäude errichtet werden. „Ausschlaggebend für diese Lösung sind der geringere Platzbedarf, die geringeren Energiekosten sowie verbesserten Arbeitsbedingungen für das Personal“, so der Amtsleiter. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

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Uwe Menschner / 16.02.2019

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