Vier Jungs, vier Wege, ein Ziel

Vier junge Spieler im Oberliga-Kader der FSV Budissa Bautzen Foto: Matthias Kost
Bautzen. Einmal 17, dreimal 19 Jahre – und alle vier bereits mittendrin im Männerfußball: Mit Lorenz Bagusch, Eddi Hoferichter, Len Mende und Maximilian Noack stehen gleich vier Spieler im aktuellen Oberliga-Kader der FSV Budissa Bautzen, die noch keine 20 Jahre alt sind. Ihre Wege könnten dabei unterschiedlicher kaum sein. Drei der vier kennen Budissa bereits aus dem eigenen Nachwuchs, Lorenz Bagusch kam erst im Sommer neu in die Spreestadt. Zeit also, unsere vier „jungen Wilden“ zusammenzubringen und mit ihnen über den Sprung in den Männerfußball, erste besondere Momente, Konkurrenz und ihre Ziele zu sprechen.
Ihr seid einmal 17 und dreimal 19 Jahre alt und gehört bereits zum Oberliga-Kader. Fühlt ihr euch in der Kabine überhaupt noch als die „jungen Wilden“ – oder spielt das Alter dort eigentlich keine große Rolle mehr?
Lorenz Bagusch: Natürlich gibt es innerhalb einer Mannschaft eine gewisse Rangordnung. Das wissen wir und das ist auch gut so. Trotzdem läuft in der Kabine alles auf Augenhöhe ab. Wir sind ein Team, jeder hat seine Rolle und jeder trägt seinen Teil dazu bei. Da spielt das Alter am Ende keine große Rolle.
Maximilian Noack: Klar wissen wir, dass wir zu den Jüngsten gehören. Aber spätestens auf dem Trainingsplatz interessiert das eigentlich niemanden mehr.
Dort müssen wir uns genauso beweisen wie alle anderen. Wir bekommen unsere Chancen, müssen aber auch zeigen, dass wir sie verdient haben. Genau das macht es für uns so reizvoll.
Der Schritt in den Männerfußball ist nicht nur sportlich, sondern gerade körperlich ein großer. Was war für euch die größte Umstellung?
Len Mende: Die Körperlichkeit ist schon eine andere. Im Männerbereich bekommst du weniger Zeit, die Zweikämpfe werden konsequenter geführt und Fehler werden schneller bestraft. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Aber genau diese Spiele bringen einen auch weiter.
Lorenz Bagusch: Ich kannte den Männerfußball schon, aber die Oberliga ist noch einmal ein anderes Niveau. Das Tempo ist höher und du musst in jeder Situation voll da sein. Gerade in den ersten Wochen merkt man, woran man noch arbeiten muss.
Len, du hast selbst im Budissa-Nachwuchs gespielt, bist anschließend über Dynamo Dresden und Borea Dresden gegangen und im Sommer nach Bautzen zurückgekehrt. War das für dich trotzdem ein Stück weit ein Nach-Hause-Kommen?
Len Mende: Auf jeden Fall. Ich kenne den Verein und einige Leute noch aus meiner ersten Zeit hier. Natürlich hat sich seitdem einiges verändert und ichselbst habe mich auch weiterentwickelt. Aber Budissa war für mich nie komplett weg. Deshalb war es schön, zurückzukommen und jetzt die Chance bei den Männern zu bekommen.
Lorenz, bei dir ist es genau andersherum: Du bist der einzige der vier, der vorher noch nie für Budissa gespielt hat. Wie schnell bist du hier angekommen?
Lorenz Bagusch: Eigentlich ziemlich schnell. Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Natürlich muss man sich sportlich erst einmal an alles gewöhnen und seinen Platz finden. Aber ich hatte nie das Gefühl, außen vor zu sein.
Maximilian, du bist bereits seit 2018 bei Budissa, hast den eigenen Nachwuchs durchlaufen und in der vergangenen Saison erste Erfahrungen bei den Männern gesammelt. Merkst du heute einen Unterschied zu deinen ersten Oberliga-Minuten?
Maximilian Noack: Definitiv. Mittlerweile weiß ich besser, was mich erwartet und was auf diesem Niveau verlangt wird. Dadurch geht man mit einem anderen Selbstverständnis ins Training und auch in die Spiele.
Eddi, bei dir ist der Übergang besonders fließend: Du bist erst 17, läufst mitunter noch für unsere U19 auf, trainierst aber bereits bei den Männern und hast deine ersten Oberliga-Minuten gesammelt. Wie erlebst du diesen Spagat zwischen Nachwuchs- und Männerfußball?
Eddi Hoferichter: Das ist schon eine besondere Situation. Bei der U19 spiele ich mit Jungs in meinem Alter und bei den Männern stehe ich plötzlich mit Spielern auf dem Platz, die teilweise schon viele Jahre Erfahrung haben. Die Unterschiede merkt man natürlich, gerade bei Tempo und Körperlichkeit. Für mich ist das aber eine riesige Chance. Jede Einheit und jede Minute bei den Männern hilft mir, mich weiterzuentwickeln.
Len, in Wernigerode hast du spät zum 2:2 getroffen. Dein erstes Oberliga-Tor für Budissa – und dann gleich ein wichtiges. Was ging dir in diesem Moment durch den Kopf?
Len Mende: In dem Moment eigentlich gar nicht so viel. Man sieht den Ball reingehen und freut sich einfach. Dass es dann auch noch mein erstes Tor fürBudissa bei den Männern war und uns einen Punkt gebracht hat, macht es natürlich umso schöner. So einen Moment vergisst man nicht so schnell.
Lorenz, wenig später durftest auch du über deinen ersten Oberliga-Treffer für Budissa jubeln. Wie hast du das Tor gegen Glauchau erlebt?
Lorenz Bagusch: Das war natürlich ein richtig gutes Gefühl. Das erste Tor für einen neuen Verein ist immer etwas Besonderes – und dann noch zu Hause auf der Müllerwiese. In erster Linie war aber wichtig, dass wir an diesem Tag endlich den ersten Ligasieg holen konnten.
Maximilian, gegen Glauchau hast du innerhalb von zwei Wochen gleich zweimal als Einwechselspieler getroffen: im Pokal zum 3:1 und anschließend in der Liga zum entscheidenden 3:2. Entwickelt sichGlauchau langsam zu deinem Lieblingsgegner?
Maximilian Noack: (lacht) Dafür sind zwei Spiele wahrscheinlich noch ein bisschen wenig. Aber natürlich erinnere ich mich gern daran. Gerade das 3:2 in der Liga war ein besonderer Moment, weil es am Ende das entscheidende Tor war. Solche Erlebnisse geben einem als jungen Spieler natürlich Selbstvertrauen. Trotzdem weiß ich, dass zwei Tore noch gar nichts bedeuten und ich weiter hart arbeiten muss.