Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Vorwärts am Blücherplatz

Vorwärts am Blücherplatz

Das Oppenheimhaus mit der grünen Fassade beherbergt im Erdgeschoss einen Juwelier und ein Café. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Görlitz/Breslau. Die Autorin Lisa Höhenleitner und Volkmar Umlauft von der Stiftung Op Enheim präsentieren das Buch „Das Oppenheim-Haus“, die 2018 erschienene Biografie eines Hauses am Breslauer Blücherplatz (Plac Solny/Salzmarkt), das Facetten deutscher, jüdischer und polnischer Geschichte der Stadt bündeln kann. Die Veranstaltung findet am 28. November um 18.00 Uhr im Schlesischen Museum zu Görlitz statt. Die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges machten die Festung Breslau zu einem Trümmerfeld. Am Blücherplatz 4 überstand das Oppenheim-Haus wie durch ein Wunder das Inferno der letzten Kriegstage. Somit ist das Haus eines der wenigen historischen Bürgerhäuser im Altstadtzentrum der niederschlesischen Metropole, die noch weitgehend authentisch erhalten sind.

Das imposante Barockgebäude mit der markanten Fassade hat eine reiche Geschichte. Teile der Bausubstanz reichen bis ins Mittelalter zurück. Kurz nach der Wende zum 19. Jahrhundert etablierte sich von hier aus der Bankier Heymann Oppenheim zu einem der erfolgreichsten Geschäftsmänner der Stadt. Hier entstand einer der wichtigsten Handelsplätze Breslaus.

Doch schon nach dem Ersten Weltkrieg setzte der äußerliche Zerfall des Hauses ein. Der Standard des Wohnhauses sank, Ein- bis Zweiraumwohnungen für Arbeiterfamilien wurden eingerichtet. Auch in den Jahrzehnten der Volksrepublik Polen hofften die Bewohner des kommunalen Wohnhauses vergeblich auf Erneuerungsarbeiten. Erst zwischen 2013 und 2017 konnte im letzten Moment die imponierende historische Substanz gerettet werden, auch mit finanzieller Unterstützung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Sitz in Görlitz.

Das repräsentative Bürgerhaus am Salzmarkt wurde 2015 bis 2018 im Auftrag seines neuen Eigentümers der „Oppenheim Haus gemeinnützige SE“ aufwendig saniert. Heute präsentiert es sich in neuem Glanz als Begegnungsort für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Stiftung ist auch die Herausgeberin des Buches.

Till Scholtz-Knobloch / 20.11.2019

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel