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Wieder Vandalismus und Diebstahl am Zaun

Wieder Vandalismus und Diebstahl am Zaun

Ministerin Petra Köpping ließ sich im November 2020 in Pechern zeigen, wie ein stabilerer Zaun vor der Afrikanischen Schweinepest schützen soll. Foto: Matthias Wehnert

Niederschlesische Oberlausitz. Am Wildabwehrzaun im Landkreis Görlitz, der eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verhindern soll, sind erneut Fälle von Vandalismus und Diebstahl festgestellt worden. Der Metallzaun soll die Bewegung von Wildschweinen und damit die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest gen Westen und Süden verhindern.

Um das Seuchengeschehen zu begrenzen wird die als gefährdetes Gebiet festgelegte Restriktionszone komplett eingezäunt. Nun wurden im westlichen Verlauf an mehreren Abschnitten der Zaun zerschnitten und Spannschlösser gestohlen. Am Elektrozaun, der einen zusätzlichen Schutz entlang der Neiße bietet, wurde mehrfach die Stromversorgung samt Batterien gestohlen. Jäger berichten zudem, dass Tore, die an Wegen und unter Brücken die Durchlässigkeit des Wildabwehrzauns für Anlieger und Landwirtschaft gewährleisten, nicht geschlossen werden. „Dadurch ist die erforderliche Absperrwirkung des Zauns gegenüber den Wildschweinen nicht gegeben“, beklagt das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Sozialministerin Petra Köpping appelliert: „Dieser Zaun verhindert die Ausbreitung der Schweinepest in Deutschland. Damit soll die Landwirtschaft vor noch größeren Schäden durch die Tierseuche bewahrt werden. Der Zaun muss deshalb unbedingt respektiert werden. Wir werden die Fälle von Zerstörung und Diebstahl zur Anzeige bringen. Dies sind keine Dumme-Jungen-Streiche, weil sie einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten können.“
Köpping bittet zudem: „Bitte schließen sie auch die Tore am Zaun, wenn sie ihn bei Spaziergängen oder für berufliche Fahrten passieren müssen. Wir dürfen der Tierseuche nicht diese Schlupflöcher zur weiteren Ausbreitung bieten.“

Rund 160 km Metallzaun wurden bisher errichtet, davon 60 km an der deutsch-polnischen Grenze zwischen Brandenburg im Norden und Görlitz im Süden. Weitere 95 Kilometer Festzaun werden gerade aufgestellt. Der Zaun ist mit einer Höhe von ca. einem Meter so konzipiert, dass er für andere Tiere passierbar bleibt. Ergänzend wurden Hotspots mit Elektrozäunen vorläufig gesichert. Seit dem Indexfall am 31. Oktober 2020 wurden 194 mit ASP infizierte Tiere oder Kadaver festgestellt. Es gab 281 Fallwildfunde. Davon waren 167 ASP-Positiv. Zur Unterstützung der Fallwildsuche wurden inzwischen in 68 Einsätzen acht Kadaverspürhunde aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt.

Mit Unterstützung des Staatsbetriebes Sachsenforst und einer Spezialfirma konnten mittels Drohneneinsatz in unzugänglichen Gebieten des Biosphärenreservates und des Forstbezirkes Oberlausitz bei einer punktuellen Taxierung 351 Schwarzwildexemplare detektiert werden sowie in einem ersten Projekt mit Drohnenpiloten eine so gestützte Entnahme von Schwarzwild durchgeführt werden. Die Entnahme der Tiere im gefährdeten Gebiet erfolgt auch über Fallen. 14 dieser Fanganlagen sind derzeit an verschiedenen Standorten im Einsatz. Die Maßnahmen zur Entnahme der Tiere im gefährdeten Gebiet werden durch das Landestierseuchenbekämpfungszentrum koordiniert.

Till Scholtz-Knobloch / 30.05.2021

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