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Haus Schminke vor Verjüngungskur

Haus Schminke vor Verjüngungskur

Nach Voranmeldung kann das Haus Schminke in Löbau auch während der Baumaßnahme im Rahmen einer Führung sowie zu festen Terminen besichtigt werden. Foto: Stiftung Haus Schminke

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Das Haus Schminke in der Kirschallee 1b in Löbau gilt weltweit als Stilikone für modernes Bauen.

Foto: Steffen Linke

Das Haus Schminke in der Kirschallee 1b in Löbau wird vor dem Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 saniert. Von Ende März bis Ende August 2018 sollen an dem bedeutenden Baudenkmal der Moderne Teile des Daches und der Fassade repariert werden. 

Löbau. In diesen Bereichen sind diverse Schäden aufgetreten, die nach der letzten Sanierung vor 15 Jahren überarbeitet werden müssen, erläutert die Architektin Claudia Muntschick, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Haus Schminke. 
Beim Haus Schminke muss nach ihren Auskünften, wie bei jedem anderen Denkmal, darauf geachtet werden, dass die Maßnahmen der historischen Bausubstanz und der ursprünglich geplanten Ästhetik entsprechen. „Die Besonderheit ist sicherlich, dass wir es hier mit einem relativ jungen und extrem bekannten Denkmal zu tun haben, weshalb die Maßnahme auch wissenschaftlich begleitet und international beachtet wird“, erklärt sie. 
Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg führt seit zwei Jahren bauphysikalische Messungen im Haus Schminke durch („Oberlausitzer Kurier“ berichtete). 
Insgesamt werden circa 230.000 Euro für die Sanierung investiert. Ohne Fördermittel wäre dies laut Claudia Muntschick nicht möglich. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Vorhaben. Außerdem fließen Landesmittel und dank Michael Kretschmer, damals noch Bundestagsabgeordneter, auch Bundesmittel aus dem Programm „National bedeutende Denkmale“ für diese Baumaßnahme. 
Durch die Arbeiten sind keine Feiern oder Übernachtungen im Haus Schminke möglich. Nach Voranmeldung unter Telefon (03585) 86 21 33 bzw. per E-Mail info@stiftung-hausschminke.eu kann das Baudenkmal der Moderne aber im Rahmen einer Führung besichtigt werden – hier gibt es auch feste Termine, die erfragt werden können, so die Architektin. Im Jahr 2017 haben circa 8.000 Gäste aus 30 Ländern – von New York und Ohio bis Singapur und Tokio – das Haus Schminke in Löbau besucht. 

„Wir haben damit die Besucherzahlen erneut um circa 800 Gäste erhöht. Es wäre toll, wenn wir m Bauhausjahr 2019 die magische Grenze von 10.000 Besuchern knacken“, blickt sie voraus. Es handelt sich dabei laut Claudia Muntschick um das international sehr stark beachtete Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“, das deutschlandweit von vielen Veranstaltungen begleitet wird. 
Die Stiftung Haus Schminke widmet sich in diesem Jubiläumsjahr vor allem den Fragen, „was das Bauhaus heute für den ,Normalbürger’ bedeutet, was wir vom Bauhaus lernen können und wie die Entwicklung nach 1945 in der DDR war? Wir planen auch eine Buchpublikation zur Moderne in Sachsen, die überall in Deutschland auf Sachsen als Reiseziel für diese spezielle Epoche aufmerksam machen soll.“ 
Nochmals Claudia Muntschick: „Wir möchten uns bei der Stadt Löbau und ihren Bewohnern sowie allen Oberlausitzern bedanken, die uns unterstützen und dadurch erst die Betreibung des Hauses ermöglichen. Wir arbeiten umgekehrt daran, noch mehr internationale Gäste in die Oberlausitz zu lotsen, die gern Geld für hochwertige Angebote in der Region ausgeben und so den Wirtschaftskreislauf abrunden.“ 
Der laufende Betrieb wird von der Stadt Löbau bezuschusst. Das Haus Schminke gilt weltweit als Stilikone für modernes Bauen. Es wurde 1930 im Auftrag des Nudelfabrikanten Fritz Schminke von Stararchitekt Hans Scharoun entworfen und erinnert von außen an ein Schiff. Im Volksmund wird das Haus deshalb scherzhaft bzw. liebevoll Nudeldampfer genannt.

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Steffen Linke / 11.03.2018

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