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Kesselalarm mit Herricht & Preil!

Kesselalarm mit Herricht & Preil!

Jörg Metzner (rechts) und Gabriel Soutschek lassen das berühmte Komikerduo aus DDR-Zeiten, Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil, wieder aufleben. Foto: Veranstalter

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Jörg Metzner, alias Rolf Herricht, und Gabriel Soutschek, alias Hans-Joachim Preil, werfen sich auf der Bühne die Pointen um die Ohren. Foto: Veranstalter

Jörg Metzner aus Dresden (49 Jahre), alias Rolf Herricht, und Gabriel Soutschek aus Leipzig (48), alias Hans-Joachim Preil, präsentieren am Sonntag, 11. Februar, um 16.00 Uhr, im Kulturzentrum Johanniskirche Löbau ihr Programm „Kesselalarm mit Herricht & Preil! Es war nicht Allen schlecht.“ Steffen Linke, Redakteur des „Oberlausitzer Kurier, befragte dazu die beiden Schauspieler.

Wie haben Sie früher Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil erlebt? Welche Erinnerungen haben Sie an das legendäre Komikerduo?

Jörg Metzner: Wir haben sie beide als Kinder im DDR-Fernsehen in der Sendung „Kessel Buntes“ gesehen. Sie waren – neben den Marionetten Hurvinek und Spejbel oder der französischen Raupe     – der Grund, warum wir vor dem Fernseher sitzen geblieben sind. Herricht und Preil sorgten bei ihren Auftritten für Stimmung. Natürlich haben wir uns auch Herrichts Filme gern angesehen. Er war ein großartiger Komödiant, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.

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Seit wann lassen Sie als künstlerisches Duo Herricht und Preil auf der Bühne wieder aufleben?

Gabriel Soutschek: Wir beide spielen erst seit vergangenem Herbst gemeinsam das Programm. Wir haben es von zwei Kollegen übernommen, die Herricht & Preils-Sketche seit 2005 spielten, aber krankheitsbedingt aufhören mussten.

Wie haben Sie sich kennengelernt?

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Jörg Metzner: Wir kennen uns seit dem Schauspielstudium in Leipzig. Wir waren beide viele Jahre an Theatern in Leipzig, Chemnitz, Halle sowie Zwickau und Plauen engagiert und haben als freischaffende Schauspieler durch die Arbeit an der Komödie „Kunst“ in Leipzig wieder zueinander gefunden. Die Regisseurin war nämlich eine ehemalige Dozentin von der Schauspielschule.

Wie oft und welcher Form haben Sie Herricht und Preil studiert, um auf der Bühne in diese Rollen zu schlüpfen?

Gabriel Soutschek: Vielleicht denkt der Außenstehende, dass Profis diese Sketche innerhalb kürzester Zeit einstudieren. Das ist aber bei weitem nicht so. Abgesehen vom Studium der Originale mittels YouTube, um besonders charakteristische Gesten oder Körperlichkeiten zu beobachten, nahm die Textarbeit sehr viel Zeit in Anspruch. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Wie viel künstlerischer Aufwand steckt in den Proben hinter den Auftritten als Herricht und Preil?

Jörg Metzner: Es war zwar keine übermäßig lange, dafür aber sehr harte Probezeit. Die Leichtigkeit und das scheinbar Zufällige der Dialoge sind das Einfache, das schwer zu machen ist. In geradezu atemberaubendem Tempo haben wir uns gegenseitig die Pointen um die Ohren geworfen. Da kommt es auf jedes Wort, jede kleine Pause sowie Punkt und Komma an. Wir haben die Szenen unzählige Male wiederholt.

Auf was kommt es bei den Auftritten als Herricht und Preil ganz konkret an?

Gabriel Soutschek: Auf Konzentration, Textgenauigkeit, gepaart mit Lockerheit und Tempo. Und natürlich haben wir den Witz und Humor der beiden verinnerlicht.

Wie lange brauchen Sie vor Ihren Auftritten, um sich in Herricht und Preil zu verwandeln?

Jörg Metzner: Das machen wir allein. Kostüm und Maske dauern nicht länger als eine halbe Stunde. Wir setzen uns zwar Perücken auf und schminken uns, aber wir wollen ja keine blanken Abziehbilder sein, keine Imitatoren. Wir möchten den speziellen Witz und Humor der beiden wieder aufleben lassen. Trotzdem nähern wir uns optisch den Originalen an, soweit es möglich ist. Darüber schmunzeln die Besucher auch. Wir tragen nämlich sogar original DDR-Herrenkonfektion.

Wie und wann sind Sie denn an diese „Kleiderordnung“ gekommen?

Jörg Metzner: Die Anzüge haben fast 25 Jahre in den Tiefen eines Theaterfundus geschlummert. Unsere Vorgänger haben sie dann wiederbelebt.

Auf was für ein Programm von Herricht und Preil können sich die Besucher im Kulturzentrum Johanniskirche Löbau freuen?

Gabriel Soutschek: Wir präsentieren dem Publikum mit unserem Programm eine Sammlung der schönsten Sketche. Ein „Kessel Buntes“ mit dem Humor der 50er bis 80er Jahre hat nichts verloren an Komik. Es gilt das Wort – Ping Pong Sketche im Spiel, im Wandel und mit Witz. Das Programm ist eine Verbeugung für Herricht und Preil, ein Denkmal vor deren zeitloser, genialer Komik. Wer die Augen schließt, sieht sie fast vor sich, die berühmtesten „Brüder“ der DDR-Unterhaltung. Unsere Interpretation ist rasant, wortgenau und professionell. Ein „Muss“ für die, die intelligenten Witz und pfiffige Wortspiele schätzen.

Was haben Sie bei Ihren künstlerischen Auftritten bzw. Programmen als Herricht und Preil schon für lustige Anekdoten erlebt?

Jörg Metzner: Zu unseren Auftritten kommen natürlich viele Fans und Kenner von Herricht und Preil. Das Publikum hat sogar schon vor lauter Begeisterung Passagen mitgesprochen. Bei einer Seniorenveranstaltung gelang das acht älteren Damen an einem Tisch sogar im Chor.

Müssen Sie am Ende des Programms auch Zugaben oder Autogramme geben?

Gabriel Soutschek: Das kommt schon vor. Ein Gedicht geht immer. Aber Autogramme sind ja heutzutage nicht mehr so in. Oft gibt es nach Veranstaltungen sehr fröhliche und nette Begegnungen mit Zuschauern, die sich mit uns über ihre Erlebnisse mit Herricht und Preil in der DDR unterhalten.

Wie viel Herricht und Preil stecken in Jörg Metzner und Gabriel Soutschek?

Jörg Metzner: Das ist schwer zu sagen. Aber als langjährige, erfahrene Schauspieler haben wir schon viele verschiedene Charaktere verkörpert. Deshalb wissen wir: Ein Stückchen Wahrhaftigkeit spielt immer mit. Ohne geht es nicht.

Wie verstehen Sie sich beide privat?

Gabriel Soutschek: Herricht und Preil haben voneinander als „Brüder“ gesprochen. Das schließt ja Zank mit ein. Auf der Bühne eifern wir ihnen natürlich nach. Privat sind wir sehr gute Kameraden, die prima miteinander auskommen.

Welche Wünsche begleiten Sie für die Theatervorführung im Kulturzentrum Johanniskirche Löbau?

Jörg Metzner: Natürlich wünschen wir uns einen gelungenen Theaternachmittag, bei dem die Besucher herzlich lachen. Denn: „Die Menschen werden schöner, wenn sie lachen“ Zitat Rolf Herricht.
Karten für die Veranstaltung gibt es unter Telefon (03585) 4 46 25 15 oder per E-Mail weiss@landesgartenschau-loebau.de sowie im Kulturzentrum Johanniskirche Löbau.

Steffen Linke / 13.02.2018

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