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Krone-Deal in Berliner Hinterzimmer?

Krone-Deal in Berliner Hinterzimmer?

Das Veranstaltungshaus „Krone“ in Bautzen könnte schon bald in kommunales Eigentum übergehen, wenn die Stadträte dem zustimmen. Foto: RK

Die Krone in Bautzen steht zum Verkauf. Der Stadtrat will sie und mittlerweile wohl auch die Verwaltungsspitze. Bautzen steht ein Millionendeal ins Haus.

Bautzen/Berlin. Oberbürgermeister Alexander Ahrens hat seine Pflicht getan. Nach dem einstimmigen Stadtratsbeschluss von Ende Januar, Verkaufsverhandlungen mit den Eigentümern des Veranstaltungshauses „Krone“ aufzunehmen, ist das Stadtoberhaupt nur wenige Zeit später nach Berlin gereist. Am Donnerstag vergangener Woche sprachen beide Seiten über ihre Vorstellungen. Das Treffen sei gut verlaufen, hieß es seitens der Onnasch-Unternehmensgruppe. Ihr gehört das Areal. Sind damit die Bedenken der Verwaltung in punkto Kaufpreis aus der Welt geschafft? Immerhin hatte der OB während besagter Stadtratssitzung klar gestellt, dass die Kommune das Gelände nicht um jeden Preis kaufen werde.

Der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Kindermann verriet auf Anfrage dem OLK: „Wir sind so verblieben, dass der Oberbürgermeister unser Angebot den Stadträten unterbreitet. Bis Ende Februar bitten wir um eine Entscheidung.“ Die private Gesellschaft betrachtet 3,4 Millionen Euro für die „Krone“ samt Parkplatz für angemessen und rechtfertigt dies mit den millionenschweren Investitionen in der Vergangenheit sowie den vorhandenen Miet- und Parkeinnahmen.

„Gern möchte ich die Stadträte dazu einladen, sie vor einer Entscheidung noch einmal durch das Gebäude zu führen“, schob der 65-jährige Immobilienexperte nach. In der Stadtratssitzung am 1. März soll das Veranstaltungshaus erneut auf der Tagesordnung stehen.

Dieses verfügt über einen Saal und verschiedene Ladenlokale wie Pizza-Service, Casino oder auch eine Bowlingbahn. In der „Krone“ tagten in der Vergangenheit nicht nur Parteien. Sporadisch finden vor Ort hin und wieder Konzerte, Operettenaufführungen und auch sportliche Ereignisse statt. Das gesamte zum Verkauf stehende Areal hat eine Flächengröße von rund 9.000 Quadratmetern. „Wir trennen uns von unseren Objekten außerhalb Berlins aus firmeninternen Gründen“, erklärt Alexander Kindermann. Es habe bereits vor längerer Zeit einen entsprechenden Gesellschafterbeschluss gegeben. Die drei Anteilseigner konnten bislang keine Nachfolgeregelung treffen. Zudem sei der Hauptgesellschafter krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage, die Immobiliengeschäfte wie gewohnt fortzuführen.

So trennte sich die Unternehmensgruppe bereits von Gebäuden in Stralsund, Erfurt, Eisenach, Magdeburg, Hannover und Düsseldorf. Und nun ist auch Bautzen an der Reihe. „Sollten sich die Stadträte nicht auf die von uns geforderte Kaufsumme einigen, werden wir mit weiteren Interessenten verhandeln“, betont der Unternehmer. Immobiliengesellschaften aus Deutschland, der Schweiz und England stünden bereits parat. Ihnen sollen darüber hinaus andere Objekte entlang der Steinstraße, die ebenfalls im Besitz der Onnasch-Gruppe sind, schmackhaft gemacht werden.

Oberbürgermeister Alexander Ahrens indes hatte bereits frühzeitig klar gestellt, dass dieses Gebäudeensemble samt Parkplatz von extrem großem Interesse für die Stadt ist. Das sehen sicherlich viele Bautzener ähnlich. Margot Richter (76) ist der Meinung, die Stadt solle die zum Verkauf stehende Immobilie erwerben, damit diese ein Veranstaltungshaus bleibt. Ein 35 Jahre alter Vater von drei Kindern, der gern anonym bleiben möchte, pflichtet ihr bei: „Die Stadt müsste sich mit ihren Veranstaltungen sonst in privaten Einrichtungen einmieten. Das bleibt ihr beim Kauf der ‚Krone’ erspart. Ich begrüße einen Erwerb.“ Anders sieht das Doreen Schmidt (46). „Es gibt bestimmt andere Projekte, in die die Stadt investieren könnte“, meint sie in Hinblick auf eine Anlaufstelle für junge Leute. „Ein Jugendclub wäre gut, wo sie ihre Freizeit gestalten.“

Fest steht, und das betonte der OB bereits gegenüber seinen Stadträten: Im Fall eines Erwerbs der ‚Krone’ muss eine gemeinsame Diskussion zur zukünftigen Nutzung des Veranstaltungshauses geführt werden.“

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Roland Kaiser / 16.02.2017

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Kommentare zum Artikel "Krone-Deal in Berliner Hinterzimmer?"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Heiner Schleppers schrieb am

    Die Diskussion muß sofort geführt werden und nicht irgendwann. Sonst haben wir die Kopie des Lauenareals.

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