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Sechs Jahrzehnte 
mit Bär & Co. im Zoo

Sechs Jahrzehnte 
mit Bär & Co. im Zoo

Tierpfleger Swen Schmidt hält hier das Wappentier des Tierparks – den Nasenbär – fest in seinem Arm. Foto: Regina Berger

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Die Bären – große wie kleine – im Tierpark Bischofswerda sollen sich noch viele Jahre lang wohlfühlen.

2017 ist in Bischofswerda das Jahr der runden Geburtstage. So feiert nicht nur die Stadt das 790. Jahr ihres Bestehens, auch der Tierpark kann auf einen runden Ehrentag – den 60. – verweisen. Beides muss gefeiert werden.

Bischofswerda.
Wie stellt man die Geschichte eines 60-Jährigen vor? Natürlich in sechs Bildern, die jeweils das Charakteristische eines Jahrzehnts umfassen. So jedenfalls hat es sich das Team des Tier- und Kulturparks Bischofswerda vorgenommen, wenn es am Sonntag, 13. August, zur großen Geburtstagsfeier einlädt.

„Das erste Jahrzehnt von 1957 bis 1967 steht im Zeichen des Baurates Eduard Cantrian, der als Erster vorschlug, einen Tierpark zu errichten“, blickt die heutige Tierparkchefin Silvia Berger in eine Zeit zurück, die sie selber nur noch aus Erzählungen kennt. Mit den Herren Siegfried Nützsche und Fritz Grafe fand der Rat Mitstreiter, mit denen gemeinsam er im sogenannten Hustegarten an die Verwirklichung seiner Vision ging. Die ersten, die ihre Tiere zur Verfügung stellten, waren die Bischofswerdaer Aquarianer und Rassegeflügelzüchter. Siegfried Nützsche übernahm 1964 die Leitung des Tierparks und gab sie erst 28 Jahre später – also 1992 – ab. Damit ist er Mitgestalter von vier der sechs Jahrzehnte, in denen der Tierpark besteht. „Erst unlängst hat er uns besucht und sich sehr über die Entwicklung gefreut“, berichtet Nach-Nachfolgerin Silvia Berger.

Das zweite Jahrzehnt von 1967 bis 1977 war von umfangreicher Bautätigkeit geprägt, deren Abschluss die Errichtung des Bärengeheges im Jahre 1977 bildete. Damit war auch einer der Hauptschwerpunkte bestimmt, der bis heute die Arbeit des Zoos mitprägt. „Ich habe selber kleine Bären mit aufgezogen“, kann Silvia Berger stolz behaupten. Insgesamt 44 Jungbären erblickten in Bischofswerda das Licht der Welt, darunter Tilo, der viele Jahre als „Berliner Bär“ in der deutschen Hauptstadt lebte.

Kontinuierlich, aber eher unspektakulär verlief die Entwicklung im dritten Jahrzehnt (1977 bis 1987), in das beispielsweise der Einzug der Braunbären Mischka und Olympia (deren Sohn Balu noch heute gemeinsam mit der Grizzlydame Jane das 2007 noch einmal umgebaute Bärengehege bewohnt) im Jahre 1980 und der Neubau des Fachwerkhauses für die Kamerunschafe 1980 fielen.

Das vierte Jahrzehnt seines Bestehens (1987 bis 1997) war wie für alle Einrichtungen in den so genannten „neuen Bundesländern“ in dieser Zeit auch für den Bischofswerdaer Tierpark von einem gravierenden Umbruch geprägt. „Der Tierpark stand damals auf der Kippe“, schätzt Silvia Berger heute ein. 1995 übernahm der Eigenbetrieb Kultur der Stadtverwaltung unter Hartmut Schaar die Regie in der Einrichtung, „die Rettung“ brachte die ab 1996 greifende Kulturraumförderung. Über neue Gehege konnten sich in dieser Zeit Luchs und Fuchs freuen.

Wiederum ein Trägerwechsel prägte das fünfte Jahrzehnt (1997 bis 2007): Die 2001 vollzogene Übernahme durch den Lebenshilfe für behinderte Menschen Bischofswerda e.V. In diesem Jahr übernahm auch die bisherige Vorarbeiterin Silvia Berger die Leitung des Tierparks, die sie bis heute inne hat. „Die Stadt war uns in dieser ganzen Zeit immer ein guter Partner und hat sich stets zum Tierpark bekannt“, schätzt sie heute ein. Anfangs arbeiteten zwölf, heute zehn Menschen mit Behinderung im Tierpark.

Das jetzt zu Ende gehende sechste Jahrzehnt (2007 bis 2017) war wiederum eine Dekade der Konsolidierung, in welcher der Tierpark den Wandel zum „Tier- und Kulturpark“ vollzog und zahlreiche kulturelle Angebote etablierte. Den passenden Rahmen dafür bietet die 2010 eingeweihte Erlebnisbühne. Freilich kann die Entwicklung des Bischofswerdaer Tierparks in einem Rahmen wie diesem nur höchst gestrafft wiedergegeben werden.

Umso mehr darf man auf die musikalisch untermalte gemeinsame Aufführung der Tierparkmitarbeiter mit der Grundschule Goldbach gespannt sein, die am 13. August um 10.00 Uhr die Geburtstagsfeier einläutet. Weitere Programmpunkte sind: 12.00 Uhr: Bieranstich des Oberbürgermeisters und Musik auf der Erlebnisbühne mit dem Gitarrenduo „Mas Que Nada“; 14.00 Uhr Das Pfannkuchen-Theater präsentiert die Show „Die gestohlene Zeit“ – Eine lustige Show für die ganze Familie zum mitmachen; 15.00 Uhr Party der Superlative mit der Band Retroskop.

Und was wünscht sich Tierparkleiterin Silvia Berger für das siebente Jahrzehnt (2017 bis 2027)? „Wir wollen den erreichten guten Stand halten und uns auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren“, erklärt sie. Totenkopfäffchen und Bärenmakaken brauchen neu gestaltete Außengehege.

Vor allem aber will sie dafür arbeiten, dass das Wappen- und Symboltier, der Bär, den Bischofswerdaern noch so lange wie möglich erhalten bleibt – und zwar in seiner kleinen wie in der großen „Ausführung.“

 

Uwe Menschner / 10.08.2017

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