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Vom vergreisten Dorf zum jüngsten Ort

Vom vergreisten Dorf zum jüngsten Ort

Alljährlich findet in der örtlichen Kindertagesstätte ein Treffen der Eltern mit den im Vorjahr geborenen Babys statt. Bürgermeister Roland Höhne (rechts) freut sich über die neuen Erdenbürger. | Foto: privat

Diese Entwicklung entspricht wohl nicht dem allgemeinen demografischen Trend in der Region: Rosenbach ist mit einem Durchschnittsalter seiner Einwohner von 43,7 Jahren die jüngste Gemeinde im Landkreis Görlitz.

Rosenbach. Während sich anderswo im Territorium viele Senioren mit dem Rollator von zu Hause aus zum nächstgelegenen Einkaufsmarkt „schleppen“, um Dinge des täglichen Bedarfs zu besorgen, gehören in Rosenbach Eltern mit Kinderwagen sowie ein reges Treiben auf Spielplätzen zum Ortsbild. Bei Festen und Veranstaltungen in der Gemeinde sind viele Kinder hautnah zu erleben. 150 Kinder im Sportverein spielen in mehreren Mannschaften Fußball im Dorf. Die Jugendfeuerwehr bringt mit ihren 17 Mitgliedern Bewegung in den Ort. So eine junge Gemeinde macht den Bürgermeister Roland Höhne natürlich sehr stolz.

Rosenbach hat sich seit 1990 von der ältesten Kommune zur mittlerweile jüngsten  im Landkreis Görlitz entwickelt. Laut Statistik ist die Gemeinde auch im sächsischen Vergleich gut aufgestellt. Rosenbach ist eine der wenigen Gemeinden in Sachsen, die in den meisten Jahren mehr Geburten als Sterbefälle hat. Hier wirkt sich laut Roland Höhne bereits der verhältnismäßig niedrige Altersdurchschnitt positiv aus: „Die Rahmenbedingungen für Familien sind bei uns sehr gut. Wir halten im Ort ein breites Angebot für Eltern bereit – von der Tagesmutter über die  Kinderkrippe, den Kindergarten bis hin zur Grundschule mit Kinderhort und öffentlichem Spielplatz.“

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Die Eltern müssen ihre Schützlinge also erst ab dem fünften Schuljahr in einen Bus setzen. „Das Angebot, bei uns im Dorf zu bauen, wird gerade auch von auswärtigen Menschen gern angenommen. Hier ist natürlich auch eine große Anzahl von so genannten Heimkehrern dabei“, freut sich Roland Höhne.

Alljährlich findet in der Kindertagesstätte ein Treffen der Eltern mit den im Vorjahr geborenen Babys statt. Bei Kaffee und Kuchen gibt es ein erstes Kennenlernen und umfangreiche Informationen für die Eltern zur Gemeinde und zu den Angeboten der Kinderbetreuung. Jedes Kind erhält vom Bürgermeister ein Geschenk als Andenken. Der stärkste Jahrgang war bisher  2009/2010 (1. Juli  bis 30. Juni) mit 26 Geburten! Zum 1. Januar 2010 lebten in Rosenbach 1.660 Einwohner. Die Zahl schwankte dann in den folgenden Jahren mal etwas hoch und dann etwas runter.

Zum 1. Januar 2016 sind 1.634 Einwohner in Rosenbach registriert gewesen. „Für uns ist damit eine für die Region stabile Einwohnerzahl zu erkennen“, sagt Roland Höhne. 16,6 Prozent der Einwohner sind unter 15 Jahre alt (Statistik Sachsen 2015). In Sachsen nimmt Rosenbach damit den vierten Platz ein. Das wichtigstes Ziel ist laut Bürgermeister ein – in jeder Hinsicht – familienfreundliches Dorf. Unter dem Leitbild „Miteinander (Zusammen) – Wachsen in Rosenbach“, hat die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren große Erfolge im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Landes-, Bundes- und Europaebene erreicht.

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Die Europäische Kommission der Dorferneuerung bescheinigte der Gemeinde daraufhin: „Rosenbach beweist eindrucksvoll, dass sich kleine Gemeinden, basierend auf bürgerlichem Engagement, auch in schwierigen Zeiten erfolgreich gegen Trends stellen können und dass Kreativität, Überzeugungskraft, visionäres Denken, gepaart mit Mut und Durchhaltevermögen, zu überzeugenden, Zukunft schaffenden Lösungen führt.“  Mit seinen 58 Jahren fühlt sich Roland Höhne jung genug, um in den kommenden Jahren noch viel in der Gemeinde zu bewegen, „damit sich junge Familien bei uns wohlfühlen, aber auch  Rosenbach für Zuzügler interessant zu machen.“ Große Freude bereitet ihm seine fast zweieinhalbjährige Enkeltochter. „Sie geht gern in unsere Kindereinrichtung. Das freut mich als Chef und Opa natürlich ganz besonders“, sagt er.  

Redaktion / 24.08.2016

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