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An der Denkbar wird Zukunft gemixt

An der Denkbar wird Zukunft gemixt

Wenn so Viele mitmachen, muss es ja gelingen: Das Durchschneiden des Blauen Bandes jedenfalls verlief erfolgreich.

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So sieht das DenkBar-Haus aus, wenn es nicht wie zurzeit von Gerüstplanen verhüllt ist.

Die Stadt Bautzen will hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und der Bürgerbeteiligung neue Wege gehen. Dafür steht nun ein ganzes Haus zur Verfügung.

Bautzen. Ist es denkbar, dass von dem Eckhaus Kesselstraße/Theatergasse neue Impulse für die Entwicklung nicht nur der Stadt Bautzen, sondern auch ihrer Umlandgemeinden ausgehen? Jahrelang hatte die Stadtverwaltung den Kurs verfolgt, ihre Nachbarkommunen möglichst „klein“ zu halten, um die regionalen Entwicklungspotenziale auf sich selbst zu konzentrieren. So wurden negative Stellungnahmen zur Entwicklung von geplanten Baugebieten abgegeben, in der Sorge, junge Familien könnten von Bautzen nach (zum Beispiel) Großpostwitz, Großdubrau oder Kubschütz abwandern. Verhindern konnte man dies letzten Endes nicht. Im Juni 2024 verkündete Oberbürgermeister Karsten Vogt dann einen Paradigmenwechsel: Nicht mehr Konkurrenzdenken, sondern Kooperation sollte fortan das Verhältnis zwischen Bautzen und seinen Umlandgemeinden bestimmen. „Wir können den Strukturwandel nur bewältigen, wenn wir Stadtentwicklung auch als Regionalentwicklung gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen verstehen“, erklärte er damals. Und kündigte an, dass dies bald auch nach außen hin sichtbar sein würde.

Jetzt, zwei Jahre später, ist es so weit: Mit der „DenkBar/Hromadze“ an der Ecke Kesselstraße/Theatergasse steht seit Ende der vergangenen Woche „ein neuer Raum für Beteiligung und interkommunale Zusammenarbeit“ zur Verfügung, wie es in einer entsprechenden Mitteilung der Stadt Bautzen heißt. Und weiter: „Als Teil des Projektes zur interkommunalen Zusammenarbeit und Wirtschaftsentwicklung in Bautzen dient sie als Plattform für Austausch, Innovation und gemeinsame Entwicklung.“ Dazu erklärt der Bautzener OB: „Gemeinsame Vorhaben, wie interkommunale Gewerbegebiete mit Doberschau-Gaußig und Göda oder die Entwicklung des Stausees zeigen, wie wichtig abgestimmtes Handeln ist.“ 

Auf einem Unternehmertreffen in Radibor im April stellte er darüberhinaus in Aussicht, die Nachbarkommunen bei der Vermarktung ihrer Baugebiete aktiv unterstützen zu wollen – gerade auch im Hinblick auf die Entwicklungen rund um „Silicon Saxony“ im Norden von Dresden.

Die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen stellt aber nur eines von mehreren Handlungsfeldern dar, welche die Stadt Bautzen mithilfe der DenkBar bedienen will. So bildet diese auch die erste Repräsentanz des „Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen“ – ursprünglich als „Bauforschungszentrum“ bezeichnet – in Bautzen. 
Dass es sich vorerst lediglich um ein nicht ständig besetztes Büro im rückwärtigen Bereich der „DenkBar“ handelt, sei dem frühen Projektstadium geschuldet; bereits Gerhard Schöne sang: „Alles muss klein beginnen.“ 

Die Stadt Bautzen selbst beschäftigt in der DenkBar – finanziert aus dem Bundesprogramm „Stark“ – drei Mitarbeiter, die sich mit den bereits genannten Themenfeldern beschäftigen sollen. Die aber auch als Ansprechpartner für interessierte Bürger zur Verfügung stehen, die sich über Entwicklungen informieren oder eigene Ideen vorstellen möchten. Parallel zur Eröffnung der DenkBar unterzeichneten die Stadt Bautzen und die Duale Hochschule Bautzen auch einen Kooperationsvertrag mit der FernUni Hagen, um eine weitere Säule der geplanten künftigen Entwicklung Bautzens – nämlich als Bildungsstandort – deutlich zu machen. Die FernUni richtet ihr Angebot hauptsächlich an Berufstätige, die sich weiterentwickeln wollen, und stellt somit keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum Angebot der Dualen Hochschule dar. Ob das alles dazu beiträgt, den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen, muss sich nun in den kommenden Jahren zeigen – denkbar ist es.

Uwe Menschner / 11.07.2026

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