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Biosphärenreservat wurde erweitert

Biosphärenreservat wurde erweitert

Infolge des Tagebaus wurde der Verlauf des Weißen Schöps – hier bei Altliebel – verlegt und renaturiert. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Hohendubrau/Kreba-Neudorf. Sachsens einziges UNESCO-Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ wird um rund 2.300 Hektar Fläche erweitert. Das hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft beschlossen. Die Erweiterung umfasst Flächen in sechs Gemeinden – im Verbreitungsgebiet des Niederschlesischen Kuriers so auch in den Gemeinden Hohendubrau und Kreba-Neudorf. „Im Zuge der Überarbeitung der Verordnung wurden zudem die Genehmigungsverfahren in der Teichbewirtschaftung verschlankt“, teilt das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft mit. Ferner seien die Grenzen einzelner Schutzzonen korrigiert, das gleichnamige Vogelschutzgebiet rechtssicher verankert sowie Verwaltungsvorschriften vereinfacht worden.

Torsten Roch, Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung betont: „Die Erweiterung des Biosphärenreservats erfolgte mit Zustimmung der betroffenen Kommunen durch Beschlüsse der jeweiligen Gemeinderäte. Die Verwaltungsvereinfachungen in der Teichwirtschaft betreffen vor allem viele Vorgaben zur Bewirtschaftung. Diese bedürfen künftig nur noch der Zustimmung der Reservatsverwaltung und nicht mehr einer aufwendigen Erlaubnis.“ In der Landwirtschaft seien rund 110 Hektar Ackerland aus der strenger geschützten Pflegezone der Entwicklungszone zugewiesen worden. „Bisherige Anbaubeschränkungen von Nutzpflanzen und Haltungsbeschränkungen von Nutztieren auf diesen Flächen sind ersatzlos aufgehoben. (...) Durch Eingliederung von bebauten Grundstücken sowie von Straßen-, Fahrradweg- sowie Bahnstrecken in die Entwicklungszone erleichtert die Verordnung die Umsetzung von Bauvorhaben bzw. Infrastrukturmaßnahmen.“ Bootfahren auf der Spree seien künftig zwischen August und Dezember möglich. Bisher waren ganzjährig Befreiungen von der Verordnung notwendig. Das Biosphärenreservat zeichnet sich durch häufigen Wechsel von breiten Auen und Flussniederungen mit trockenen Dünen und weitläufigen Kiefernwäldern aus. In den Auen und vermoorten Senken zwischen den Dünen wurden schon im Mittelalter Karpfenteiche angelegt. Das Gebiet ist in drei Schutzzonen gegliedert: die Kernzone (1.788 ha), die Pflegezone (13.857 ha) und die Entwicklungszone (16.690 ha). In der Kern- und Pflegezone steht der Naturschutz im Mittelpunkt, deswegen bilden sie auch Sachsens größtes Naturschutzgebiet. Im Gegensatz dazu dient die Entwicklungszone der Gestaltung der landschaftstypischen Dörfer und der Agrarlandschaft, aber auch der Regeneration stark geschädigter Gebiete wie der Bergbaufolgelandschaften.

tsk / 26.03.2026

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