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Der Freistaat Sachsen ist jetzt schweinepestfrei

Der Freistaat Sachsen ist jetzt schweinepestfrei

ASP-Zäune wie hier in Deschka prägten die letzten Jahre das Landschaftsbild entlang der Neiße. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Region. Am 5. Februar lag die Feststellung des letzten ASP-Falls bei einem Frischling im Landkreis Bautzen genau ein Jahr zurück. Damit ist in Sachsen nunmehr kein Fall mehr aktiv. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) gilt damit im Freistaat als getilgt.

830 Kilometer Zäune

Die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping erklärte: „Von uns fällt eine große Last ab. Fünfeinhalb Jahre ASP-Bekämpfung waren für die Beteiligten ein unglaublicher Kraftakt, den wir erfolgreich gemeistert haben.“ Nach dem Indexfall am 31. Oktober 2020 bei einem mutmaßlich aus Polen über die Neiße eingewanderten Wildschwein wurden in Sachsen 2.398 ASP-Fälle festgestellt. Die zur ASP-Bekämpfung nötigen Sperrzonen betrafen in ihrer größten Ausbreitung 2023 rund ein Drittel der Fläche Sachsens. Rund 830 Kilometer Schutzzäune wurden errichtet, um die Beweglichkeit des Schwarzwilds und damit die Ausbreitung einzuschränken. 480 Kilometer Zaun sind bereits zurückgebaut. Die Bekämpfung der Tierseuche habe eine starke Reduzierung des Schwarzwildbestands erfodert, so das Sozialministerium.
Dies sei durch hunderte Einzelansitze, Ernte- und Drückjagden erreicht worden. Über 1.800 der 2.398 infizierten Wildschweine konnten durch Fallwildsuchen festgestellt werden. Der Freistaat hat letztlich rund 60 Millionen Euro für die ASP-Bekämpfung ausgegeben.

Staatsministerin Köpping betont: „Besonders froh bin ich über die Tatsache, dass ein Eindringen des Virus in Hausschweinbestände erfolgreich verhindert wurde.“
In Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell noch ASP-Ausbrüche. Deshalb gelte weiter: Essensreste dürfen nicht wahllos weggeworfen werden, sondern gehören in geschlossene Behälter. Tote Wildschweine sollten sofort dem örtlichen Veterinäramt gemeldet werden.

Polen ist noch befallen

Das Sozialministerium werde noch in diesem Monat bei der EU-Kommission die Aufhebung der Sperrzone im Landkreis Bautzen beantragen. Der aus zwei parallel verlaufenden Zäunen bestehende Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen im Landkreis Görlitz bleibe noch so lange bestehen, bis die ASP auch in den angrenzenden Gebieten im Nachbarland getilgt sei. Die günstige Entwicklung der ASP-Tierseuchenlage in beiden Ländern habe jedoch bereits eine Anpassung der Risikobewertung möglich gemacht. „Daher konnte der Rückbau eines Teils der mobilen Schwarzwildbarriere veranlasst werden, die ergänzend zu den festen Zäunen entlang der Neiße errichtet worden war“, teilt das Ministerium mit.⋌

tsk / 16.02.2026

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