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Die Löbauer feierten ein Fest voller kreativer Lebensfreude

Die Löbauer feierten ein Fest voller kreativer Lebensfreude

Für kleine Auszeiten stehen auf dem Gelände der Landesgartenschau in Löbau zwei neue Guck-in-die-Luft-Liegen. Sie sind Kunstobjekte, die am vergangenen Wochenende im Rahmen der Aktionsreihe „Löbau wie geht’s?“ entstanden sind. Foto: Karina Volkwein

Löbau. Das Hygienemuseum Dresden fragt schon seit längerem: „Löbau, wie geht’s?“ Die Stadt antwortete am vergangenen Wochenende mit einem Fest voller kreativer Lebensfreude für den Geist und die Sinne. Es war eines jener Wochenenden, an denen die Stimmung in der Stadt plötzlich wieder etwas leichter wirkt. Unter dem Motto „Löbau, wie geht’s?“ verwandelte sich die Löbauer Innenstadt in eine lebendige Bühne für Wohlbefinden, Austausch und gemeinsames Erleben. Das Begleitprojekt zur fast namensgleichen Ausstellung des Deutsche Hygienemuseums Dresden hatte gemeinsam mit seinen Löbauer Partnern zu einer außergewöhnlichen Aktion mit durchaus wichtigem Hintergrund eingeladen. Die Resonanz übertraf wohl alle Erwartungen.

Drei besondere Wohlfühlorte wurden auserkoren, um Groß und Klein auf spielerische Weise für die Bedeutung mentaler Gesundheit zu sensibilisieren. An der Nudelei empfing das Haus Schminke seine Gäste mit offenen Armen: Hier konnten Besucher ihr eigenes alkoholfreies Lieblingsgetränk mixen, in behaglichen Liegestühlen die Seele baumeln lassen oder im liebevoll eingerichteten MailArtelier persönliche Kartengrüße für liebe Menschen gestalten und diese direkt verschicken. 
An der Löbauer Musikschule lockte die Stadtbibliothek mit kreativen Angeboten, während die Kreative Hytte von Roxana Wegener Bastelbegeisterte zu entspanntem Schaffen und fröhlichem Miteinander einlud. Und in der ehrwürdigen Nikolaikirche öffnete sich nicht nur der Kirchturm für neugierige Besucher für einen weiten Blick. Christian Kühne ließ zudem die mächtige Orgel erklingen und schenkte den Zuhörern Momente der Einkehr und des Innehaltens.

Auch das traditionsreiche Stadtspiel erlebte in diesem Jahr eine besondere Wiedergeburt als Teil von „Löbau, wie geht’s?“ Das Café Lücke organisierte die unterhaltsame Stadtrallye, bei der die Teilnehmer an verschiedenen Stationen in der Innenstadt Punkte sammeln konnten. Die große Preisverleihung fand am Samstagabend an einem Ort statt, der sich wohl Löbaus bekanntestes Sommer-Wohlfühlareal nennen darf – im Herrmannbad. 

Ganz besondere Momente brachte die 48-Stunden-Stadtaktion in das Wochenende. Unter der fachkundigen Anleitung von drei professionellen Künstlern aus Leipzig, Halle und Dresden waren die Löbauer aufgerufen, eigene Kunstobjekte zu schaffen. Sieben kreative Köpfe im Alter von 16 bis 75 Jahren nahmen die Herausforderung an und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Drei beeindruckende Kunstwerke entstanden und wurden im öffentlichen Raum präsentiert, am Bahnhof und auf dem Gelände der Landesgartenschau. Dort laden nun zwei fantasievoll gestaltete „Guck-in-die-Luft-Liegen“ zu kleinen Auszeiten ein, während am Bahnhof ein bunt gestalteter Warteraum sowie eine Installation mit nachdenklichen Fragen ins Auge fällt. „Besonders das generationsübergreifende Interesse an der 48-Stunden-Stadtaktion hat uns sehr gefreut“, so Organisatorin Jaqueline Seidel, die selbst gebürtige Oberlausitzerin ist und in Dresden die Verantwortung für das Mitmach-Begleitprojekt des Deutschen Hygienemuseums trägt.

Den krönenden Abschluss bildete am Sonntagnachmittag die feierliche Veranstaltung in der Johanniskirche. Es herrschte beste „Wetten, dass…?“-Atmosphäre, als die Frage im Raum stand: Schafft es Löbau, bis zum Finale 100 Menschen im schönsten Urlaubslook zu versammeln? Die Sommerferien stehen bekanntlich vor der Tür und für die Löbauer war diese Challenge keine Hürde. Farbenfroh, ausgelassen und mit einer Portion lässiger Leichtigkeit erfüllten sie die Aufgabe und verwandelten das Kulturzentrum in ein Meer aus Sonnenhüten, Blumenhemden und strahlenden Gesichtern. „Wir sind von dem ganzen Geschehen am Wochenende restlos begeistert. Die Resonanz der Löbauer war überwältigend. Vor allem zu sehen, wie zahlreiche Initiativen in der Stadt gemeinsam zusammengewirkt haben, machte dieses Wochenende zu etwas ganz Besonderem“, freute sich Jaqueline Seidel sichtlich bewegt.

„Löbau, wie geht’s?“ ist weit mehr als ein einmaliges Fest. Die Aktion ist eingebettet in einen größeren Zusammenhang mit Bürgerbeteiligung. Bereits vor einiger Zeit fand eine umfassende Befragung zum Wohlbefinden in Löbau statt – und nun werden die Ergebnisse an die Stadtverwaltung übergeben, die ebenfalls als Kooperationspartnerin der Aktionsreihe eng eingebunden ist. Ziel ist es, das Zusammenleben vor Ort spürbar zu verbessern, sei es durch die Verschönerung des Stadtbildes, die Aufwertung öffentlicher Plätze oder zukunftsweisende Projektangebote für alle Generationen. Aktuell können Interessierte die Umfrageergebnisse auf einem Monitor im Schaufenster von Löbau lebt e.V. verfolgen. 

Wer neugierig geworden ist, hat übrigens noch bis April 2027 die Gelegenheit, die zugrundeliegende Ausstellung „Wie geht’s? Die Ausstellung über mentale Gesundheit“ im Deutschen Hygienemuseum in Dresden zu besuchen. Besucher aus dem Postleitzahlgebiet 02708 erhalten dabei einen ermäßigten Eintritt, ein kleines Dankeschön für die große Offenheit der Löbauer.

Im Herbst geht es in Löbau weiter. Dann rücken die Veranstalter und ihre Löbauer Partner zwei zentrale Themen in den Fokus: die psychische Gesundheit von Jugendlichen sowie die Frage, wie Einsamkeit begegnet und soziale Verbindungen gestärkt werden können. Konkrete Formate sollen Menschen zusammenbringen, die den Wunsch haben, ihr soziales Umfeld aufzubauen oder zu erweitern, denn eines hat dieses Wochenende eindrucksvoll gezeigt: Löbau ist eine Stadt, die füreinander da sein möchte und großes Interesse an einem gemeinschaftlichen Stadtleben hat. 

Bettina Hennig / 22.06.2026

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