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Ehrengast beim Robur-Treffen kommt aus Schirgiswalde

Ehrengast beim Robur-Treffen kommt aus Schirgiswalde

Anton Jäckel ist seit März 2016 Inhaber des weltweit größten Robur-Ersatzteillagers. Foto: privat

 Initiator Günter Michna lädt zum 29. Jahrestreffen der Kolleginnen und Kollegen der ehemaligen Robur-Werke am Donnerstag, 8. November, von 11.00 bis 16.00 Uhr, im Veranstaltungssaal „Die Aula“in Zittau, Hochwaldstraße 21a, wie immer einen besonderen Gast ein – Anton Jäckel aus Schirgiswalde, Inhaber des weltweit größten Robur-Ersatzteillagers. 

Schirgiswalde/Zittau. „Bei Recherchen im Internet bin ich auf diesen Geschäftsmann gestoßen“, so der Cheforganisator des Robur-Treffens. Den Kfz-Mechatronikermeister hat die Einladung sehr überrascht: „Ich habe sofort zugesagt, denn ich freue mich immer über so eine Gelegenheit, mit anderen Robur-Fans ins Gespräch zu kommen.“ Zuvor hatte Anton Jäckel von diesem Treffen noch nichts gehört. 
Der 29-Jährige hatte 2006 in Zittau die Theorie zum Kfz-Mechatroniker absolviert: „Mit Robur hatte das aber nichts mehr zu tun.“ Viele Lehrer, ebenso wie Lehrmittel, seien jedoch noch aus der alten Robur-Zeit gewesen. Anton Jäckel kennt sich durch die beiden Bände von Ing. Hartmut Pfeffer (1932 bis 2016) gut mit der Robur-Geschichte aus. Unter dem Titel „Phänomen/Robur“ – Geschichte eines Kraftfahrzeugwerkes und Dokumentation seiner Erzeugnisse 1888/1991“ stellte jener Autor in zwei Bänden die Historie ausführlich vor. 

Anton Jäckel selbst ist seit März 2016 Inhaber des weltweit größten Robur-Ersatzteillagers: „Die Teile habe ich durch eine Anzeige im Robur-Forum gesehen.“ Damals sei ein neuer Käufer dafür gesucht worden. „Ich habe die Teile besichtigt, einen Preis ausgehandelt und in 30 Tagen Arbeit das gesamte Ersatzteillager abtransportiert“, berichtet er. Der genaue Lagerort sei aus unternehmerischer Sicht geheim. Sein Büro befindet sich in Schirgiswalde. Alle Arbeiten, wie zum Beispiel Internetshop, Anrufe, E-Mails, Versand und Reparaturen an Motoren, Achsen und Getrieben, übernimmt der Inhaber selber. „Circa 90 Prozent der in den Robur Ersatzteilkatalogen aufgeführten Teile kann ich noch liefern.“ Davon seien in etwa 600 Tonnen vorhanden.
Anton Jäckel arbeitet mit vielen deutschen Firmen zusammen: „Ich lasse aktuell Blechteile, Dichtungen und Radbremszylinder nachfertigen. Dafür verfüge ich auch über alle Zeichnungen der Bauteile.“ Der Unternehmer hat auch eine vollelektronische Zündanlage für den LO-Benzinmotor entwickelt. „Dadurch ist die Zündung wartungsfrei und nicht so störanfällig wie die originale DDR-Zündanlage“, erklärt er. Zu den größten Abnehmern der Robur-Ersatzteile zählen die Kali-Gruben sowie Gemeinden mit ihren Feuerwehren. Der weiteste Versand sei bis in den Kosovo erfolgt, sagt er. 

Auf den Straßen sind laut Anton Jäckel circa 3.000 Robur-Fahrzeuge in Form von Feuerwehren, Pritschenwagen, Umbauten zum Wohnmobil und Bussen zugelassen. Das Fahrgefühl sei natürlich nicht mit einem modernen Lkw von heute zu vergleichen, sagt er. „Ich selber fühle beim Fahren eine Entschleunigung in der heute so hektischen Zeit. Natürlich gehen Kupplung, Lenkung und Bremsen schwerer und am Berg fehlt dem LO etwas Leistung“, fügt er hinzu. Wie dem auch sei: Günter Michna freut sich jedenfalls auf „einen sehr interessanten und sachkundigen Gesprächspartner“ zum 29. Jahrestreffen der ehemaligen Robur-Werker. 

 

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Steffen Linke / 07.11.2018

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