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Waggonbau: „Mit mir enden 176 Jahre Tradition“

Waggonbau: „Mit mir enden 176 Jahre Tradition“

Die Aufschrift „Mit mir enden 176 Jahre Tradition!! 1849-2025“ spricht für sich. Foto: Matthias Wehnert

Görlitz. Mit dem Abtransport der letzten Doppelstockwagen aus dem Görlitzer Waggonbau geht ein Kapitel der Stadtgeschichte zu Ende. Es endet zudem auch die lange Phase der Zusammenarbeit mit der israelischen Staatsbahn. Jahrzehntelang galt der Standort als Spezialist für den Rohbau dieser Fahrzeuge – in Görlitz entstanden die Wagenkästen, ausgelegt für hohe Fahrgastzahlen und robuste Beanspruchung. Für die Endfertigung gingen die Rohbauten zuletzt nach Bautzen. Dort wurden Sitze, Gepäckablagen und Bordtoiletten eingebaut, Klimaanlagen und Fahrgastinformationssysteme installiert, anschließend folgten Lackierung in den Farben der israelischen Bahn und die technische Abnahme. In Israel bilden die Doppelstockwagen das Rückgrat des Pendlerverkehrs im Großraum Tel Aviv. Umso deutlicher markiert die erfolgte letzte Auslieferung aus Görlitz einen Einschnitt: Innerhalb des Konzerns sind Produktionsschritte verlagert worden, der Standort verliert einen weiteren Teil seiner bisherigen Rolle. Die Produktionsstätte Görlitz wurde 2025 an den Rüstungskonzern KNDS verkauft, und Alstom hat hier keine weiteren Doppelstockwagen mehr gebaut. Bis mindestens 2027 werden zwar noch Komponenten und gewisse Fertigungsschritte wie Tests und Abnahmen vor Ort stattfinden, aber neue Doppelstockwagen werden nicht mehr aus Görlitz rollen. KNDS plant die Produktion für Komponenten der Panzer Leopard 2 und Puma sowie Module für den Radpanzer Boxer.

Redaktion / 10.03.2026

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