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Ein Lebenswerk ist vollbracht

Ein Lebenswerk ist vollbracht

Insgesamt zehn Interviewbroschüren hat der Bautzener Ex-Bezirksschiedsrichter Hanspeter Benad herausgegeben. Foto: RK

Bautzen. Der an Parkinson erkrankte Bautzener Hanspeter Benad hat es noch einmal gewagt: Ein zehntes Mal befragte der 69-Jährige für seine Interviewbroschüre „Einblicke & Ausblicke“ Fußballer, Trainer, Schiedsrichter und Medienvertreter in Deutschland und darüber hinaus. Auch diesmal standen prominente und weniger bekannte Vertreter der Szene Rede und Antwort. Das Blatt selbst hat Freunde im In- und Ausland gefunden. Mehr als 900 Interviews, die der Spreestädter unterm Strich geführt hat, sind inzwischen erschienen. Doch damit soll nun endgültig Schluss sein – auch wenn wie schon so oft in der Vergangenheit die Versuchung lockt, ein weiteres Heft in Angriff zu nehmen.

„Ich sage allen, die sich jetzt sogar schon eine elfte Ausgabe vorstellen können, dass diese auch mit entsprechendem Inhalt gefüllt werden muss. Mein Gesundheitszustand lässt es aber nicht zu, dies zu garantieren.“ Hanspeter Benad erklärt warum das so ist: „Die Medikamente, die ich einnehme, entfalten nicht die Wirkung, die jedoch notwendig wäre, um im jetzt erreichten Stadium die Auswirkungen der Parkinson-Krankheit zu lindern. Auch kommen immer wieder Klinikaufenthalte dazwischen wie zuletzt der Ende Juli. Ärzte haben mir geraten, ich soll mich nicht überanstrengen. Und daran möchte ich mich gern halten. Vor allem das Korrekturlesen ist mittlerweile recht mühsam.“ Trotz allem kann der Spreestädter stolz auf sein Lebenswerk sein. „Zehn Ausgaben eines solchen Heftes – das soll mir erst mal einer nachmachen“, meint er.

Neben Ottmar Hitzfeld, der unter anderem die Schweizer Nationalmannschaft trainierte, und Eduard Geyer bekommt auch Ex-Stürmerstar Ulf Kirsten in der neuesten Broschüre ein Podium. Darüber hinaus lässt sich in Erfahrung bringen, was weitere Fußballstars von einst inzwischen so anstellen.

Bei zahlreichen Interviews erhält Hanspeter Benad Unterstützung im Hintergrund. Sein kleines eingeschworenes Team hierzulande und Kontaktpersonen in der Schweiz ermöglichten es, dass auch Heft Nummer zehn ein Erfolg wird. „Auf diese Weise ist eine kleine Familie entstanden, auf deren Unterstützung ich jederzeit zählen kann“, freut sich der Bautzener. „Keinesfalls möchte ich die Zeit und die Momente, die ich erleben durfte, missen. Ich habe viele Freunde und auch Anerkennung gewonnen.“ Sollte es sein Gesundheitszustand wider Erwarten doch erlauben, Heft elf in Angriff zu nehmen, schwebt ihm bereits ein prominenter Name vor Augen. Maradona ist es jedenfalls nicht mehr.

Roland Kaiser / 13.10.2020

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