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Fliegerclub Kamenz will 
den „Storch“ ersetzen

Fliegerclub Kamenz will 
den „Storch“ ersetzen

Die Mitglieder des Fliegerclubs Kamenz planen, ein neues modernes Segelflugzeug für die Ausbildung der Hobby-Piloten zu kaufen. Dabei setzen sie unter anderem auf Crowdfunding. Foto: Jannes Ulrich

Kamenz. Die über hundert Vereinsmitglieder des Fliegerclubs Kamenz nutzen ein weitläufiges Areal am Rande der Lessingstadt: Sie betreiben da den Flugplatz und unterhalten ihrVereinsgelände, wo unter anderem eine Flugzeughalle und eine Werkstatt untergebracht sind. Dort warten und reparieren sie die Segelflugzeuge, vor allem im Winter. Um die eleganten Gleiter in die Luft zu befördern, setzen sie jeweils eins der zwei Motorflugzeuge oder eine Winde ein. „Mit der Winde bekommen wir die Segelflugzeuge schnell und effizient in die Höhe. In nur zwei bis drei Sekunden beschleunigt der Segler auf hundert Stundenkilometer und steigt dann wie ein Drachen hoch, bis auf etwa 400 Meter“, erläutert Vereinsmitglied Jannes Ulrich. Man nutze vor vor allem diese Startmöglichkeit, da sie für die Schulung ideal sei, fügt er hinzu. Der 19-jährige hat vor zwei Jahren seine Segelflug-Lizenz erworben und engagiert sich neben dem Fliegen für die Interessen seines Vereins.

Der Club betreibt eine Vielzahl von ein- und doppelsitzigen Flugzeugen. Sie werden für die Aus- und Weiterbildung der Hobby-Piloten eingesetzt. Auch Gäste dürfen damit in die Lüfte steigen. „Fundamental für die Schulung sind unsere drei Holz-Doppelsitzer vom Typ „Bocian“, was auf Polnisch „Storch“ heißt. Doch sie haben im Schnitt mehr als 50 Jahre, Tausende Flugstunden und noch mehr Starts auf dem Buckel“, betont Jannes Ulrich. Damit der Klub weiterhin auf hohem Niveau fliegen und ausbilden kann, möchte er nun einen der „Störche“ ersetzen – durch einen neuen Doppelsitzer aus modernen Werkstoffen wie Glas- und Kohlefaser. Durch sein Material und seine optimierte aerodynamische Form, sagt Ulrich, könne dieses Segelflugzeug doppelt so weit gleiten wie der „Storch“ und in den kommenden Jahrzehnten den ambitionierten Hobby-Piloten viel Freude und sportliche Erfolge bescheren. Das ist vor dem Hintergrund wichtig, dass der Fliegerclub Kamenz auch das sächsische Segelflug-Leistungszentrum ist. 

Ein solches Projekt zu finanzieren, stellt für den Verein eine große Herausforderung dar. Denn ein Flugzeug dieser Art kostet gern einmal einen hohen fünfstelligen Betrag. Man setzt dabei auf eine Kombination verschiedener Geldquellen: Neben einem Kredit und Spenden der Mitglieder ist das ein Crowdfunding über das Programm „99 Funken“ der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Wie der Name es nahelegt, läuft es über 99 Tage. Als Wunschziel sind 15.000 Euro angegeben. „Die Ostsächsische Sparkasse fungiert dabei einerseits als Sammelinstrument und andererseits als Förderer – hat sie doch die ersten 1.000 Euro verdoppelt“, verdeutlicht Ulrich. Die erste Hürde habe man bereits genommen, meint er, doch bis zum anvisierten Ziel benötige man dringend noch Unterstützung. Wenn der Spendenzeitraum abgelaufen ist, wird das Geld ausgezahlt. Der Verein hofft, dann zügig die Formalitäten für den Kauf des bereits angedachten Flugzeugs abschließen und es nach Kamenz holen zu können. Jannes Ulrich lobt, wie hier beim Flugtraining Jung und Alt zusammenarbeiten. Er selbst habe mit 14 Jahren seine Segelflugausbildung begonnen und von den Erfahrungen seines über 60-jährigen Lehrers profitiert. Der 19-jährige genießt nun am liebsten jedes Wochenende den Blick aus der Vogelperspektive über die Lausitz. „Uns Segelflieger eint doch alle die Freude an der Freiheit, die man beim lautlosen Gleiten durch die Luft empfindet“, meint er.

Beate Diederichs / 24.06.2026

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