Görlitz geht auf Bürgersteigen weiter alte Wege

Der Autor der Glosse verzweifelt alljährlich daran, dass scheinbar mehr Elan in Bußgeldbescheide für Parkzeitüberziehung gesteckt wird, als die Ermittlung der Verursacher von Silvesterdreck wie hier in der Biesnitzer Straße. Foto: Raphael Schmidt
Görlitz. Glatt ist es auf den Gehwegen von Görlitz seit dem Jahreswechsel.
Seitdem – und auch am zweiten Tag des Jahres – waren einige Flächen weder gestreut noch gesplittet. Dafür kann das Väterchen nichts. Doch auf diese Weise kann Ärzten und Pflegekräften in Kliniken, in der Notaufnahme, der Unfallchirurgie geholfen werden, deren stetige Langeweile zu vertreiben. Ein neuer Silvestertrend jedoch wird dies möglicherweise – zumindest örtlich – zunichte machen.
Statt zu streuen, lassen aufmerksame Bürger Laufbahnen für andere Passantenmit den Resten von Böse-Geister-vertreibenden Böllern, Raketen, Knallern… „belegt“. Möglichst gleichmäßig sollen sie ins Eis einwachsen, damit diese „Noppen“ für Fußgänger den richtigen Gripp geben und Ausrutschen nahezu unmöglich machen.
Zusätzlich werden Gehwege mit Hundehaufen „abgestumpft“ – dies speziell von den Leine haltenden Zeitgenossen, die gegenüber der Stadtordnung längst abgestumpft sind. Ein kluger Gedanke steckt wohl dahinter: Nur in den frostfreien Monaten kann auf solchen Hinterlassenschaften ausgerutscht werden – im Winter, bei Minusgraden ist das Gegenteil der Fall: Jeder Haufen birgt die Chance in sich, an einem solchen mit einem Schuh – und im Fallen mit einem Handschuh – an einem solchen Sicherheitsnaturpoller, zumeist in Farben hell- bis dunkelbraun, gestoppt zu werden.
Diese Beispiele sollten in vielen weiteren Kommunen nachgenutzt werden, denn: Hat es schon nicht zur Kulturhauptstadt gereicht, so reicht es allemal zu einem immer wieder hochkulturellen Höhepunkt im Leben der Stadt – und das alle Jahre wieder!