Gut vertreten bei der Buchmesse

Annika Möller (Museum der Westlausitz), Simon Peter Ziesch (Domowina-Verlag) und Kristin Brückner (Neissuferverlag) reisen zur Buchmesse nach Leipzig. Foto: Carmen Schumann
Auf der Leipziger Buchmesse vertreten sind der Domowina-Verlag, das Museum der Westlausitz und der Neissuferverlag. Sie stellten jetzt der Öffentlichkeit ihre Neuerscheinungen vor, die sie im Gepäck haben.
Oberlausitz. Die Lage auf dem Buchmarkt ist nicht einfacher geworden. Die Umsätze lagen 2025 um 2,9 Prozent unter denen des Vorjahres. Weniger Menschen kaufen weniger Bücher. Die Krise im Iran wird Auswirkungen auch auf die Buchbranche haben. Zwar müssen sich die Verlage an die Buchpreisbindung halten, aber sie werden nicht umhin kommen, bei Neuerscheinungen an der Preisschraube zu drehen.
Der Bautzener Domowina-Verlag ist jedoch mit dem abgelaufenen Jahr sehr zufrieden. Es sei das Erfolgreichste seit 13 Jahren gewesen, sagt Verlagschef Simon Peter Ziesch. Großen Anteil daran habe das Buch zum 800. Jubiläum von Crostwitz, das sich als wahrer Bestseller entpuppt hat. Der Geschäftsführer freut sich, dass er zur Buchmesse drei druckfrische Bücher mitnehmen kann. Das ist zum einen das Buch von Jurij Wiæaz „Von Kamenz nach Palästina“, das im Vorjahr auf Sorbisch erschienen war und jetzt auf Deutsch erhältlich ist. Es war bereits in den 60er Jahren auf Sorbisch erschienen. Der in Kamenz geborene Wiæaz war als tschechischer Auslandskorrespondent tätig, unter anderem in Palästina, wo er während des zweiten Weltkriegs die Zuspitzung des jüdisch-arabischen Konflikts aus nächster Nähe miterlebte. Des weiteren reist als Neuerscheinung die neue Werkauswahl von Róza Domašcyna „Unterm weißleinenen Tuch“ nach Leipzig. Es sind Gedichte der Autorin in deutscher Sprache, die in der Reihe „Sorbische Bibliothek“ erscheinen. Diese Reihe soll deutschsprachigen Lesern die sorbische Literatur näherbringen. Als drittes ist ein Kinderbuch dabei: „Danka & Janka“. Es erzählt von den Töchtern des Wassermanns Nykus, die mit Hass und Vorurteilen zu kämpfen haben. Das Buch erscheint auf Niedersorbisch und Deutsch und soll die niedersorbische Sprache wieder fester im Bewusstsein der Niederlausitzer verankern.
Das Museum der Westlausitz vertritt an seinem Gemeinschaftsstand auch den Via-Regia-Verlag und das Lessing-Museum. Das Museum der Westlausitz verlegt vor allem die Kataloge zu seinen Sonderausstellungen. Aktuell ist das der Katalog zur Sonderausstellung „800 Jahre Aberglaube und Magie“. Ganz neu ist auch die zweibändige Chronik zur Naturschutzarbeit in Großdittmannsdorf. Das Lessingmuseum hat einen Katalog zur Sonderausstellung „Neuerwerbungen zu Lessing in Kamenz“ herausgebracht. Die Schau war bis vor kurzem im Malzhaus zu sehen, da das Lessing-Museum derzeit wegen Umbauarbeiten geschlossen ist. Der Via-Regia-Verlag hat in der Reihe „Lebensbilder des sächsischen Adels“ den Band „Adel in der DDR“ herausgebracht. Es zeichnet die unterschiedlichen Lebens- und Überlebensstrategien Adliger in der DDR nach.
Der Neissuferverlag ist nach dem Weggang der Gründerin Natascha Sturm nunmehr in Bautzen angesiedelt. Kristin Brückner, Sylke Hörhold und Jana Thiem fungieren nun als Verlegerinnen und schreiben auch selbst Bücher. Sie wollen den „Oberlausitzer Geschichtensammler“ als Reihe entwickeln. Nach Henry Försters „Heimweih, Eisbein und Lametta“ ist ein neuer Band in Vorbereitung. Mit der Erfolgsautorin Carmen Rohrbach entwickeln sie ein neues Projekt „Der Kernbeißer“, das allerdings erst am 27. Mai in Bautzen Premiere hat. Der Neissuferverlag ist auf der Buchmesse auf dem Gemeinschaftsstand des Vereins Bücherzauber vertreten.