Ideenwerkstätten mit Blick auf die Zukunft

Sebastian Hein, Jessica Lohr und Andreas Langhammer (v.l.n.r.) laden zu generationsübergreifenden Ideenwerkstätten ein. ⋌Foto: Carmen Schumann
Im Hinblick darauf, dass die direkte Kommunikation zwischen den Bürgern zugunsten von Social Media immer mehr verlorengeht, sind die Einwohner des Bischofswerdaer Landes eingeladen, in den kommenden Wochen an generationsübergreifenden Ideenwerkstätten zum Thema Beteiligung, Ehrenamt und Gelingendes Zusammenleben teilzunehmen.
Bischofswerda. Das Bündnis „Wir im Bischofswerdaer Land“ besteht aus den Kommunen Bischofswerda, Burkau, Demitz-Thumitz, Frankenthal, Großharthau, Rammenau und Schmölln-Putzkau. Man sollte meinen, dass in ländlichen Gegenden, das Zusammenleben besser klappt, als in größeren Städten. Doch dem ist nicht ganz so. Sebastian Hein, ehrenamtlicher Bürgermeister von Burkau erkennt Defizite: Es finde sich kaum noch jemand, der etwas organisiert, Vereine lösen sich wegen Überalterung auf. Es sei nicht mehr so leicht, Jugendliche zu motivieren, sich zu engagieren. Dabei sei es so wichtig, dass sich die junge Leute mit ihrem Ort identifizieren, damit sie auch dableiben und nicht in die großen Städte abwandern.
Der Jugendbeirat, der sich in Schmölln-Putzkau gegründet hat, sei ein guter Ansatz. Es wäre gut, in jeder Kommune ein Jugendforum einzurichten. In Rammenau sei schon viel für ein lebenswertes Umfeld getan worden, sagt Bürgermeister Andreas Langhammer. Es sei wichtig, öffentliche Plätze zu schaffen, an denen die Menschen zusammenkommen können und wieder mehr miteinander kommunizieren. Als kürzlich in der „Alten Schmiede“ die neue Küche eingeweiht wurde, seien viele gekommen, auch von außerhalb. Das sei eine schöne Veranstaltung gewesen. Es müsste noch mehr Veranstaltungsformate geben, damit Menschen zusammenkommen, die sich sonst nicht treffen würden.
Die Bürgermeister des Bischofswerdaer Landes pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit. Seit April 2026 gibt es im Bischofswerdaer Land mit seinen rund 24.000 Einwohnern die neue Partnerschaft für Demokratie (PfD) „Wir im Bischofswerdaer Land“.
Die PfD ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und wird durch dieses gefördert. Auch das Land Sachsen unterstützt die PfD mit Landesmitteln. Das Bundesprogramm unterstützt die Kommunen rund um Bischofswerda dabei, Beteiligung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement zu stärken. Eingetragene Vereine und gemeinnützige Organisationen können dafür Fördermittel beantragen, um eigene Ideen zu verwirklichen. Dem Bündnis gehören aus den sieben Kommunen je zwei Personen an. Für das Jahr 2026 wurden rund 37 000 Euro an Fördermitteln ausgereicht, für 2027 sind es 80 000 Euro. Ausgelegt ist das Programm bis 2032.
Anhand der Ergebnisse der Ideenwerkstätten, die in den nächsten Wochen stattfinden, sollen die Förderschwerpunkte festgelegt werden, sagt Jessica Lohr, Koordinatorin bei der PfD. Die Ideenwerkstätten werden von Friederike Beeser moderiert.
Carmen Schumann
Termine:
Thema Beteiligung: 23.9. 17.30 Uhr Erbgericht Rammenau; Thema Ehrenamt: 25.9. 17.30 Uhr Feuerwehr Demitz-Thumitz; Thema Gelingendes Zusammenleben: 1.10. 17.30 Uhr, Saal B 28, Belmsdorfer Straße 28.