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Impfungen an Schulen spalten die Eltern

Impfungen an Schulen spalten die Eltern

An Schulen im Landkreis Görlitz, wie hier am Görlitzer Augustum-Anne-Gymnasium, hatten manche Eltern Zugänge mit kleinen Zuckertüten mit Textbotschaften geschmückt. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Am 6. September begann das neue Schuljahr und mit ihm die große Debatte unter Eltern, ob sie ihr Kind an den Schulen gegen Corona impfen lassen wollen oder nicht. Mit einer bunten Aktion meldeten sich Eltern zu Wort, die ihre Zweifel haben.

Landkreis Görlitz. An manchen Schulen im Landkreis dachten Schüler, Lehrer und Eltern an eine freundliche Dekoration durch die Schule am Eingang. Denn kleine Schultüten zierten die Eingangsgitter oder Schulzäune, auf den Gehwegen waren mit Kreide Botschaften wie „Du hast Deinen eigenen Kopf“ aufgemalt. Doch bei dieser Deko war kein Hausmeister oder Lehrer der verzierten Schulen am Werke.

Eine Mutter, die die Aktion mit vorbereitete, erklärt dem Niederschlesischen Kurier: „In Internet-Foren haben sich mittlerweile mehrere hundert Eltern praktisch aller Schulen im Landkreis untereinander vernetzt, die der Schule ihres Kindes gegenüber prophylaktisch geschrieben haben, dass bei ihrem Spross eine Impfung zu unterbleiben hat, die nun auch die vorgeschriebenen Tests oder Masken für ihre Kinder verweigern oder die ihre Kinder gar daheim unterrichten wollen“.

Unter Eltern dieser Gruppen sei die Idee entstanden, der staatlichen Einwirkung auf die Minderjährigen etwas ent-gegenzuhalten. „Die Neugier der Kinder gewinnt am Ende. Und so haben wir die Schultüten mit Botschaften gefüttert, z.B.: ’Lachen ist ansteckender als Corona’ oder ’Kinder brauchen Liebe und keine Masken’.“ Viele Eltern wüssten nicht, dass Kindern gegenüber gar nicht für eine Impfung geworben werden dürfe. „Vor allem aber geht es uns um das Zeichen, dass Eltern mit Zweifeln nicht alleine sind. Viele trauen sich derzeit nicht zu widersprechen und wir sagen: Das machen doch ganz viele!“ Dabei wird eine Positionierung der Eltern langsam drängender.

Besonders beeilen müssen sich Eltern von Schülern am Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium Niesky, wo das Impfmobil am 14. September und 12. Oktober anrückt sowie am Beruflichen Schulzentrum Christoph Lüders in Görlitz, wo der 20. September und 18. Oktober die Termine sind. Die Mutter, die ihren Namen nicht verrät, sagt: „Entscheiden Sie sich für oder gegen eine Impfung ihres Kindes, aber warten Sie nicht bis zum Tage einer Überrumplung im Sog des Herdendrucks.“

 

Till Scholtz-Knobloch / 11.09.2021

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Kommentare zum Artikel "Impfungen an Schulen spalten die Eltern"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Simon Zelot schrieb am

    Sehr geehrter Herr Scholtz-Knobloch,

    wir , Eltern von 4 Kinder freuen uns, dass die Impfungen an Schulen endlich nicht nur einseitig dargestellt wird. Ich und meine Frau merken den Druck des Alltags des Ungeimpften. Geimpft, genesen, getestet. Und: gesung. Nur mut Görlitz!

    Simon Zelot

  2. Eiko schrieb am

    Warum müssen sich Eltern „besonders beeilen“ wenn das Impfteam kommt? Sie schreiben ja gerade so als ob eine große Bedrohung auf die Kinder zurollt. Das Thema ist ja mittlerweile nicht mehr neu und sollte in den meisten Familien besprochen sein. Für die, die sich impfen lassen wollen (davon gibt es auch genug Kinder ab 12) ist es eine gute und einfache Gelegenheit und diese werden auch nicht ohne Zustimmung ihrer Eltern geimpft. Also die bevormundenden Eltern unter uns brauchen keine Angst haben dass ihr Schützling plötzlich dem Herdendruck nachgibt und diese furchtbare Impfung bekommt ;). Ich hoffe diese Eltern achten auch sonst so auf die Entwicklung ihrer Kinder.

    Sehr einseitig geschrieben die Sache.