Badneubau in Kamenz soll im April 2028 starten

Der Zweckverband Lessingbad Kamenz peilt den Baubeginn des neuen Hallenbades für das II. Quartal 2028 an. Foto: Archiv
Kamenz. Der Zweckverband Lessingbad Kamenz, an dem die Stadt Kamenz und der Landkreis Bautzen jeweils 50 Prozent Anteil haben, peilt den Baubeginn des neuen Hallenbades für das II. Quartal 2028 an. Dies geht aus dem Investitionsplan hervor, der Bestandteil der Haushaltssatzung für das Jahr 2026 ist und mit dieser von der Verbandsversammlung im Dezember 2025 beschlossen wurde. Demnach sind im Jahr 2026 1,85 Millionen Euro für den Vorentwurf und die Entwurfsplanung vorgesehen. Diese soll im II. Quartal 2026 vorliegen. Die Einreichung des Fördermittelantrags und der Genehmigungsunterlagen sollen im III. Quartal erfolgen. „Der Zweckverband arbeitet darauf hin, zur Jahresmitte 2027 den Förderbescheid und die Baugenehmigung zu erhalten“, heißt es in der beschlossenen Satzung.
Danach könne die Planung bis zur finalen Leistungsphase 9 beauftragt werden. Die Ausschreibungen für die Bauleistungen werden demnach bis Ende 2027 veröffentlicht. Somit könne der Baubeginn für das II. Quartal des Folgejahres avisiert werden. Die Fertigstellung des Gesamtprojektes inklusive Rückbau des alten Lessingbades sei dann bis Ende 2030 geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich laut der Haushaltssatzung des Zweckverbandes auf etwa 31,6 Millionen Euro. Daran hat sich laut der letzten öffentlichen Verlautbarung im Juni 2025 nichts geändert. Das Vorhaben wird zu 90 Prozent nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen („Strukturwandelförderung“) gefördert. Da die erste Tranche erst 2028 fließt, ist für die Ausführungsplanung eine Kreditaufnahme in Höhe von 2,5 Millionen Euro erforderlich. Weitere Kredite zur Zwischenfinanzierung der Baumaßnahmen sind für 2029 in Höhe von 1,8 und für 2030 in Höhe von 4,55 Millionen Euro erforderlich.
Hinzu kommt eine Kreditaufnahme in Höhe von 2,05 Millionen Euro im Jahre 2030 für die Herstellung der Außenanlagen und den Abriss des Altbaus.
Dieser beginnt erst, wenn das neue Lessingbad fertig ist. Der Zweckverband will laut Investitionsplan eine „Abweichung vom Regel-Auszahlungsverfahren beantragen, um die Zinsbelastung zu reduzieren.“
Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden, dann geht damit ein langer und steiniger Weg zu Ende. Erstmals geriet der Fortbestand des Kamenzer Hallenbades 2013 in die öffentliche Diskussion, als sich der Landkreis Bautzen vergeblich bemühte, die Einrichtung an die Stadt Kamenz abzugeben. Ende 2016 unternahm der Landkreis angesichts des fortgesetzten Defizits einen neuerlichen Vorstoß in diese Richtung. 2017 bot der damalige Beigeordnete und heutige Landrat Udo Witschas das Hallenbad der Stadt Kamenz für einen Euro an. Angesichts des defizitären Betriebs und des damals auf drei Millionen Euro bezifferten Investitionsbedarfes lehnte die Stadt Kamenz das Angebot als „trojanisches Pferd“ ab. 2018 tauchte der Begriff „Sanierungsbedarf“ dann erstmals in einer Kreistagsvorlage auf, angesichts dessen die Stadt Kamenz zumindest finanziell mit „ins Boot“ müsse.
2019 dann schien der Schlamassel perfekt – der Kreistag beschloss, hinsichtlich eines möglichen Neubaus auch Standorte außerhalb von Kamenz zu betrachten, was in der früheren Kreisstadt einen regelrechten Aufschrei hervorrief. Für die Sanierung ging man zu diesem Zeitpunkt bereits von einem Bedarf von bis zu 12,5 Millionen Euro aus, für einen Neubau von bis zu 14,5 Millionen Euro, als nur „unwesentlich“ mehr. Wenig später erklärte der damalige Landrat Michael Harig vor Ort: „Seien Sie gewiss, dass wir in Kürze in Kamenz ein neues Bad bauen werden.“ Nun, das Versprechen, dass dies in Kürze erfolgen soll, konnten er und sein Nachfolger Udo Witschas nicht einhalten.
Dass der Neubau nun, weitere fast zehn Jahre später, in greifbare Nähe gerückt ist, verdanken Stadt und Landkreis dem Braunkohle-Strukturwandel. Mehrere andere Förderoptionen mussten in der jüngeren Vergangenheit verworfen werden. Und auch, was die Ausrichtung des neuen Lessingbades anbelangt, gab es mehrere Rollen vorwärts und rückwärts. Laut der Zweckverbands-Strategie soll es primär der Förderung des Tourismus dienen, ergänzend auch den Bedürfnissen von Unternehmen, Schulen und Vereinen.