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Kleinstadt im Rödertal packt Herausforderungen an

Kleinstadt im Rödertal packt Herausforderungen an

Am 16. Juli 2021 fand der offizielle Spatenstich für den Baubeginn der Kita „Bummiland“ statt. Die im Stadtgebiet entstehende Kindertagesstätte mit 147 Plätzen ist finanziell eines der größeren Vorhaben in der Stadt Großröhrsdorf. Foto: Archiv

Großröhrsdorf. „Wir müssen wieder lernen zuzuhören, respektvoll miteinander umzugehen, zu reden und mit den besten Argumenten zu überzeugen anstatt mit verbaler oder körperlicher Aggression.“ Der das sagt, ist Bürgermeister Stefan Schneider. Auch seine Kommune sah sich in den zurückliegenden Monaten mit den Folgen der Corona-Pandemie konfrontiert. Schulen und Kitas waren längere Zeit dicht, Kultur- und Freizeiteinrichtungen meldeten Verluste aufgrund der eingeschränkten Öffnungszeiten und der strengen Hygieneauflagen, städtische Baumaßnahmen wurden teurer, es herrschte hier und da Materialknappheit, kommunale Vorhaben verzögerten sich dadurch. Für einen angespannten Haushalt, wie ihn die Kleinstadt verzeichnet, sind das in Summe keine günstigen Grundlagen. Dennoch wollen sich Stefan Schneider und seine Rathausmannschaft davon nicht unterkriegen lassen. Für 2022 gibt es bereits ehrgeizige Pläne, wie eine Anfrage unserer Zeitung ergab.

„Neben der laufenden Straßeninstandsetzung, der Beseitigung von Winterschäden, der Röderberäumung und vielem mehr wollen wir den Neubau der Kindertagesstätte ‚Bummiland‘ fertigstellen“, erklärte das Stadtoberhaupt. „Einen bedeutenden Anteil an unseren Investitionen wird der Brückenbau und der Bau von Ufermauern einnehmen. Die Ludwig-Jahn-Straße wollen wir erneuern, und die Praßerschule soll neben einer dringend nötigen Klimatisierung im Dachgeschoss ein neues großes Außenspielgerät erhalten. Neben den bereits im vergangenen Jahr bestellten Spielgeräten für einige Spielplätze in Großröhrsdorf wollen wir den Spielplatz am Festplatz in Großröhrsdorf nicht nur erneuern, sondern völlig neu und kindgerecht entwerfen und aufbauen.“ Erklärtes Ziel sei es, die bereits in Angriff genommenen, jedoch ins Stocken geratenen Bauvorhaben zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Und was kommt danach? Auch auf diese Frage kennt Stefan Schneider eine Antwort: „Ein Projekt, das einen längeren Atem braucht, dem ich aber 2022 meine große Aufmerksamkeit widmen werde, ist der grundhafte Ausbau der Ortsdurchfahrt Kleinröhrsdorf.“ Dabei handele es sich um ein Millionenprojekt, das nur in Kooperation mit dem Landratsamt Bautzen umsetzbar sei. „Der Landkreis ist Träger der Straße. Die Stadt selbst ist für Abwasserkanalisation, Fuß- und Radwege sowie Straßenbeleuchtung zuständig. Neben den vertraglichen Vereinbarungen mit unserem Partner müssen die finanziellen Weichen gestellt werden. Im Landkreis selbst, aber auch im Haushalt der Stadt müssen Finanzmittel bereitgestellt werden.“ Zudem stehe der Freistaat Sachsen in der Pflicht, sich über Fördermittel an der Finanzierung zu beteiligen. Anders wäre eine solche Investition nicht zu stemmen, meint Stefan Schneider. Darüber hinaus möchte er gemeinsam mit seinem Team sowie Unterstützern aus der Bürgerschaft und mit Hilfe der Sportvereine am Projekt „Neubau Zwei-Feld-Sporthalle“ weiterarbeiten.

Spätestens in zwei Jahren will Großröhrsdorf einen Schlussstrich unter die aktuelle Virus-Krise gesetzt wissen. Dann wird gefeiert in der Kleinstadt. Sie begeht 2024 gleich zwei Anlässe: 100 Jahre Stadtrecht und 115 Jahre Rathaus. Der Bürgermeister wünscht sich in dem Zusammenhang, dass wie vor der Corona-Pandemie eine Feier mit allen Vereinen, Gewerbetreibenden, Einrichtungen und weiteren Beteiligten im Rahmen eines Stadtfestes möglich ist – und zwar bunt und vielfältig. 

Doch die Kommune hat schon jetzt einen guten Grund zum Anstoßen. Innerhalb von nur zwölf Monaten ist die Einwohnerzahl gestiegen – von 9.694 im Jahr 2020 auf 9.709 in 2021. Weniger Sterbefälle und weniger Wegzüge im Jahresvergleich sind zwei wesentliche Punkte, die diese Entwicklung begünstigt haben. Hingegen spricht die Verwaltung von einer gewissen Konstanz. Es bestehe die Hoffnung, dass mit der Ausweisung von weiteren Wohngebieten – derzeit werde an drei Bebauungsplänen gearbeitet – Interessierten eine Möglichkeit für den Zuzug zu bieten.

Roland Kaiser / 11.01.2022

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