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Guter Schnitt, gesunder Baum

Guter Schnitt, gesunder Baum

Damit es Obstbäumen gut geht, muss man sie regelmäßig beschneiden. Die Teilnehmer des Baumschnitt-Seminars des „Dresdner Heidebogen“ zeigen an einem Versuchsbaum, was sie im Theorieteil über den richtigen Gebrauch von Scheren und Sägen gelernt haben.

Der „Dresdner Heidebogen“ e. V. bietet in jedem Frühjahr Obstbaumschnitt-Seminare an. Dort lernen Interessierte, wie man Scheren und Sägen so einsetzt, dass Bäume gesund werden oder gesund bleiben.

Biehla. Der Versuchsbaum ist eigentlich schon dem Tode geweiht. Er lässt sich leicht aus dem Boden heben, weil die Wühlmäuse einige seiner Hauptwurzeln abgefressen haben. „So hat er keine Kraft mehr, die Krone mit Nährstoffen zu versorgen“, erläutert Volker Croy. Der Gartenbau-Ingenieur leitet das Obstbaumschnitt-Seminar in Biehla am letzten Februartag. Die rund zwanzig Teilnehmer folgen gespannt seinen Hinweisen. Einige haben ob des frühlingshaften Wetters bereits Jacken und Schals abgelegt. Volker Croy klettert nun auf die Leiter, die an dem etwa zehnjährigen Apfelbaum lehnt. Er knipst einige Ästchen ab, die trocken sind wie Zunder. Denn der Baum entwickelt keine neuen Triebe mehr. „Mit einem starken Rückschnitt bringen wir die Krone wieder mit den Wurzeln ins Gleichgewicht. So können wir den Baum vielleicht noch retten“, kommentiert der Gartenbau-Ingenieur und steigt von der Leiter. Jetzt müssen die Teilnehmer ran. Die rund zwanzig Frauen und Männer haben am Vormittag im Seminarraum in Biehla die Theorie gelernt: den Obstbaum und seinen Aufbau zu verstehen, zu verinnerlichen, wie ein ausgewogener Schnitt aussieht, der regelmäßig wiederholt werden muss, und wie dieser sich auf die Baumgesundheit auswirkt. Auch um Schnittzeiten und Schnittmethoden ging es. Zudem machten die Teilnehmer sich mit den verschiedenen Scheren und Sägen vertraut. Ein erster Mutiger erklimmt jetzt die Leiter und setzt beherzt die Schere an einem toten Ast an. „Guck mal weiter nach rechts, da ist noch einer“, ruft es von unten. Am Ende ist die Krone auf ein Bruchteil der vorherigen Größe gestutzt und die Teilnehmer schwärmen in kleinen Gruppen zu den anderen Bäumen auf der Streuobstwiese neben dem Biehlaer Sportplatz aus. Dort wollen sie ebenfalls zeigen, was sie gelernt haben. Die Bäume zum Ausprobieren gehören der Stadt Kamenz. Zuhause haben alle Teilnehmer eigene Bäume, an denen sie das Gelernte anwenden werden.
Ein Baum durchläuft verschiedene Lebenszyklen. Am Ende stirbt er. Regelmäßiges Schneiden verlängere jedoch die Lebensdauer beträchtlich, erklärt Janina Hein, Mitarbeiterin des „Dresdner Heidebogen“ e. V., die ebenfalls vor Ort ist. Obstbäume trügen durch diese Maßnahmen auch besser, fügt sie hinzu. Deshalb sei es wichtig, Bäume mit alten Obstsorten nicht sich selbst zu überlassen, wenn man sie erhalten wolle. „Ein schlechter Schnitt ist am Ende besser als gar keiner“, bringt Janina Hein es auf den Punkt. 

Der „Dresdner Heidebogen“ e.V. möchte die Region weiterentwickeln. Dazu gehört auch das Lernen. Hier fügen sich die Obstbaumschnitt-Seminare ein. „Die Freude über frisches Obst ist groß. Jedoch lernt man nur noch selten zuhause oder in der Schule, warum, wann und wie ein Obstbaum gepflanzt, gepflegt und geschnitten wird. Wir zeigen hier die ersten Schritte zum Obstbaumschnitt und geben Anregungen zum Umgang mit den Bäumen“, sagt Janina Hein. Die Kurse finden auf Streuobstwiesen der Region Dresdner Heidebogen statt, die Kommunen oder Eigentümer zur Verfügung stellen. Mehr als 20 oder 25 Plätze kann ein Seminar nicht umfassen, weil man sonst nicht allen Teilnehmern gerecht wird. „Insgesamt sind die Kurse sehr nachgefragt und schnell ausgebucht. Einige Interessenten landen stets erst einmal auf der Warteliste“, berichtet Janina Hein. Deshalb empfiehlt sie denjenigen, die ein Baumschnitt-Seminar absolvieren möchten, sich frühzeitig beim „Dresdner Heidebogen“ e. V. anzumelden.

Beate Diederichs / 12.03.2026

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