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Krone-Tunnel und Magistrale eröffnet

Krone-Tunnel und Magistrale eröffnet

Die erste Fahrt durch den Krone-Tunnel hat geklappt. Auf diese musste der „Wartburg 313“ von 1957 61 Jahre und die Insassen über 90 Jahre warten. Die Heideländer Musikanten begleiteten die Premierenfahrt musikalisch. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Mit der Fahrt eines Sonderzuges und einem Festakt in Niesky wurde vergangenen Montag die Niederschlesische Eisenbahnmagistrale feierlich in Betrieb genommen. Ab dem Fahrplanwechsel fahren nun auch wieder Nahverkehrszüge im Zweistundentakt zwischen Görlitz und Hoyerswerda. Rechtzeitig vor der Inbetriebnahme wurde auch der Krone-Tunnel fertig, der insbesondere den Neuhofern dient.

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Steffen Lange chauffierte Johanna Meister (90) und Renate Fietze als erste Nutzer durch den neuen Krone-Tunnel. Von hinten wünscht Uwe Platner (in Rot) rufend Gute Fahrt. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Niesky. „Damit ist der Anschluss an die Welt nach Niesky wiederhergestellt“, kommentiert der Neuhofer Chronist Uwe Platner die Einweihung des Kronetunnels, der östlich des Nieskyer Bahnhofs die Unterquerung der Niederschlesischen Magistrale möglich macht. Er vermisse mit Wehmut das alte Schrankenhäuschen, „an dessen geschlossenen Schranken wir so oft warteten. Stattdessen haben wir nun eine grüne Schallschutzmauer, die sicher Schmierfinken anziehen wird“, sagte Uwe Platner mit einem verschmitzten Lächeln in einer kurzen Rede am Freitag vergangener Woche kurz vorm Zerschneiden des roten Einweihungsbandes.


Bürgermeisterin Beate Hoffmann und Projektleiter Ulrich Mölke von der DB Netz AG zeigten sich am nördlichen Eingang der neuen Untertunnelung, die namentlich an den Gasthof zur Krone in Neuhof erinnert, vor allem erleichtert, dass die Einweihung noch vor Inbetriebnahme der Strecke am darauffolgenden Montag möglich gewesen sei. Zeitlich war das quasi Millimeterarbeit, denn wenige Schritte vor der feierfreudigen Schar an Schaulustigen planierten Bauarbeiter noch den Bürgersteig zum Tunnel.

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Die Neuhofer hatten sich als Willkommensgruß des Tunnels, der für den Pkw- und Retttungsverkehr offen steht und mit seiner Durchfahrtshöhe von 3,50 m nicht zum Geheimtipp für das Transportgeschäft werden kann, etwas ganz besonders einfallen lassen. Steffen Lange ließ sich nicht den Spaß nehmen, mit seinem historischen Wartburg 313 im Schritttempo die beiden ältesten Neuhoferinnen durch den Tunnel zu kutschieren. Johanna Meister (90) und Renate Fietzke (92) genossen dies – umrahmt von Klängen der Heideländer Blasmusikanten sichtlich.

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Nieskys Bürgermeisterin Beate Hoffmann und Projektleiter Ulrich Mölke enthüllten die Gedenktafel zur Einweihung des Krone-Tunnels. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Der ganz große Bahnhof folgte in Niesky dann am Montag, den 3. Dezember. Mit der Fahrt eines Sonderzuges wurde die Niederschlesische Magistrale feierlich in Betrieb genommen. Der im Zweistundentakt verkehrende Personenzug Hoyerswerda-Görlitz verkehrt künftig als Seenland-Neiße-Shuttle, wobei auch an die sorbische Form Shuttle jezorina-Nysa gedacht wurde. 570 Einsendungen mit Namensvorschlägen hatte es gegeben. In einer zweiten Onlinerunde wurden dann 882 Stimmen für den Siegernamen abgegeben, den ODEG-Chef Arnulf Schuchmann und Hans-Jürgen Pfeiffer, Geschäftsführer des ZVON, verkündeten. Für seinen Siegervorschlag darf Bernd Scholz aus Senftenberg nun drei Monate lang im ZVON-Verbundgebiet kostenlos Bahn fahren.


Dazu gehört mit dem Fahrplanwechsel im Zweistundentakt nun eben auch die Verbindung zwischen Görlitz und Hoyerswerda. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann, Ministerpräsident Michael Kretschmer und DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla eröffneten mit Vertretern des polnischen Infrastrukturministeriums, der polnischen Bahn-Netzgesellschaft PKP-PLK, der Europäischen Kommission sowie zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft die über 55 Kilometer lange Magistrale von Knappenrode nach Horka, die weiter über die Neiße nach Kohlfurt (Wegliniec) führt und vorrangig den Güterverkehr aus Fernost nach Europa abwickeln soll. Michael Kretschmer betonte: „Weniger als eine Stunde zwischen Görlitz und Hoyerswerda, eine gute Verbindung von Städten und Dörfern und die Chance, wieder beim Fernverkehr mitfahren zu können – dazu kommt, dass der Ausbau im europäischen Güterverkehr die Straße entlastet: Die neue Zugstrecke ist ein wichtiger Meilenstein für die Infrastruktur der Zukunft in der Lausitz, dem weitere folgen müssen.“ Und diese weiteren Schritte waren die eigentliche Botschaft für die Zukunft. Denn der Ministerpräsident wies erneut auf die Bedeutung einer Elektrifizierung der Strecken Cottbus-Görlitz sowie Görlitz-Dresden hin und warb für die Idee einer ICE-Strecke von Berlin nach Breslau.

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Till Scholtz-Knobloch / 10.12.2018

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