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Lauschepanorama bei Nacht

Lauschepanorama bei Nacht

Bereits drei Monate nach dem Spendenaufruf installierte Florian Kania vier Webcams auf der Lausche. Foto: Wolfgang Kania

Waltersdorf. Insgesamt 16-mal bestieg Florian Kania Ende Oktober den Lauschegipfel in Waltersdorf. Die Mission war außergewöhnlich: Im Gepäck hatte er Spezialkameras und Werkzeug. Mit seinem Vater Wolfgang betreibt der Chiemgauer die Firma terra-hd Webcamsysteme, die auf die Installation von Webcams spezialisiert ist. Auf dem Aussichtsturm montierten sie vier Webcams, die alle zehn Minuten Bilder aus den vier Himmelsrichtungen senden.

Im Gegensatz zu üblichen IP-Webcams wurden auf der Lausche vier digitale Spiegelreflexkameras angebracht, die Bilder mit einer deutlich höheren Auflösung liefern. „Durch den viel größeren Bildsensor und die längere Belichtung der Aufnahmen ist vor allem der Unterschied bei Dämmerung, nachts oder bei schlechtem Wetter deutlich sichtbar. Mit den Kameras ist der nächtliche Sternenhimmel auch ohne Nachtwanderung für jedermann erlebbar“, erklärt Florian Kania die Technik auf der Lausche.

Spätestens seit der Eröffnung des Aussichtsturms im 2020 ging Frank Peuker, Bürgermeister von Großschönau, das Rundumpanorama, welches sich nun bot, nicht mehr aus dem Kopf. „Der weite Blick bis tief in die Oberlausitz, ins Isergebirge, zur Schneekoppe im Riesengebirge, zur markanten Kulisse des Hochwalds und des Jeschken, des Böhmischen Paradieses, dem Lausitzer Gebirge, zur Sächsischen und Böhmischen Schweiz bis hin zu den Vulkankuppen des Böhmischen Mittelgebirges, all das sind für viele Wanderer wahre Sehnsuchtsziele. So reifte die Idee einer 360-Grad-Kamera heran, um möglichst vielen Naturbegeisterten dieses Panorama auch ohne Wanderung und ohne einen Wettergott, der es mit der guten Sicht gnädig meint, zugänglich zu machen“, erinnert sich Frank Peuker.

Durch die Eigentumsverhältnisse auf dem Gipfel war die Anbringung einer 360-Grad-Kamera am höchsten Punkt des Sendemasts, der durch den Aussichtsturm umhaust wird, allerdings nahezu aussichtslos. Trotzdem lebten die Überlegungen, wie man das Panorama über das Internet übertragen kann, weiter. Durch einen Zufall wurde Frank Peuker schließlich auf die Firma aus dem Chiemgau aufmerksam, die schon mehrere Kameras auf dem benachbarten Hochwald installiert hatte.

Im August montierte Florian Kania eine Probekamera. In Kooperation mit der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien startete die Gemeinde über die Spendenplattform 99 Funken ab dem 23. August, zum Tag der Oberlausitz, eine Crowdfundingaktion (der Oberlausitzer Kurier berichtete). Der Spendenaufruf hat von Beginn an große positive Resonanz. „Dass nicht nur unsere Einwohner der Gemeinde Großschönau vertrauen, effektiv mit den Mitteln umzugehen und eine mehrwertige Anschaffung zu realisieren, hat uns sehr gefreut. Zudem werten wir die Spendenbereitschaft als Zeichen einer engen Verbundenheit mit der Heimat“, so Frank Peuker zum Spendenaufruf. Mit den vier Kameras möchte die Gemeinde die Werbung für den grenzüberschreitenden Tourismus unterstützen.

Ein Anliegen, das Florian Kania nur zu gut versteht: „Was mich hier jedes Mal aufs Neue beeindruckt, ist diese selbstverständliche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen. Vor Ort brauchte ich zum Beispiel trotz guter Planung noch einen Metallbaupartner, diesen fand ich in der Großschönauer Firma Pratsch. Die Zusammenarbeit war sehr unkompliziert und zuverlässig. Und nicht zuletzt gibt es hier eine sehr beeindruckende Naturlandschaft, die mit ihren weiten Blicken und stillen Waldwegen einfach guttut.“ Fast Florian Kania seinen Auftrag in der Oberlausitz zusammen. 
Das Panorama ist über die Webseite der Firma terra-hd und der Gemeinde Großschönau sowie über die Anbieter bergfex, wetteronline und windy.com abrufbar. Auch der Naturpark Zittauer Gebirge möchte die Aufnahmen der Kameras in seiner Webseite einbinden. Insgesamt betreibt terra-hd nun zehn Webcams im Lausitzer Bergland und im Lausitzer Gebirge.

Bettina Hennig / 08.11.2026

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