Zittau bewirbt sich um Landesgartenschau 2032

Mit dem Kauf des Phänomen/Robur-Geländes erben durch die Stadt ergeben sich im Gelände zwischen Bahnhof-, Eisenbahn- und Marschnerstraße auch Planungsoptionen für die Landesgartenschau 2032. Abbildung: Stadt Zittau/Visio
Zittau. Zittau hat seine Bewerbung um die Ausrichtung der Sächsischen Landesgartenschau 2032 fristgerecht beim Freistaat eingereicht. Die Stadt verbindet damit die Hoffnung, mehrere bislang nicht oder nur eingeschränkt genutzte Flächen aufzuwerten und neue Impulse für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung zu setzen. Eine Entscheidung über den Austragungsort soll noch in diesem Jahr fallen.
Gesicherter Mitbewerber ist Riesa, wo der Stadtrat am 6. Oktober mit 15 zu 6 Stimmen für die Bewerbung stimmt. Das Konzept „Riesa an die Elbe“ konzentriert sich auf das Gelände der ehemaligen Muskatorwerke, das Elbufer und den Stadtpark. Die Investitionen dort werden in der städtischen Darstellung mit knapp 15 Millionen Euro beziffert. Daneben hatte Pirna eine Machbarkeitsstudie für die Anhöhe Sonnenstein erstellen lassen. Doch in Pirna bekam der Stadtrat letzte Woche kalte Füße.
Zittau will unter dem Titel „Lost & Found“ historische Stadträume, ehemalige Industrieflächen, Brachen, Grünanlagen und Gewässerabschnitte stärker miteinander verbinden. Das übergeordnete Konzept ’GreenZitty’ sieht dabei vier Schwerpunkte vor: die Innenstadt mit dem Grünen Ring, den Hochschulstandort, ein Gewerbegebiet in Zittau-Ost und die Mandau als verbindenden Grün- und Gewässerraum.
Neben der Gestaltung von Park- und Ausstellungsflächen geht es der Stadt auch um praktische Fragen der Stadtentwicklung. Dazu gehören etwa die Wasserversorgung von Grünanlagen, der Schutz vor Folgen heftiger Niederschläge oder bei Hitze und die bessere Nutzung bereits bebauter oder brachliegender Grundstücke. Zittau will dabei Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen einbeziehen. Neue technische und planerische Ansätze sollen im Stadtraum erprobt und möglichst auch wirtschaftlich nutzbar gemacht werden, heißt es seitens der Stadt.
Oberbürgermeister Thomas Zenker sieht in der Gartenschau deshalb vor allem eine Möglichkeit, ohnehin anstehende Vorhaben zu bündeln und ihre Umsetzung zu beschleunigen. Entscheidend sei, welche Verbesserungen über das Veranstaltungsjahr 2032 hinaus bestehen blieben. Dazu zählt die Stadt auch neue Perspektiven für Unternehmen und den Hochschulstandort sowie Perspektiven aus der Dreiländerecknachbarschaft.
Unterstützung erhält die Bewerbung durch ein vom Oberbürgermeister eingesetztes Kuratorium mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Bei seiner zweiten Sitzung am 24. Oktober sprach sich das Gremium erneut für das Vorhaben aus und soll den Bewerbungsprozess beratend begleiten.
Der Stadtrat hatte die Bewerbung am 3. September beschlossen. Vorausgegangen waren eine Machbarkeitsstudie und konzeptionelle Untersuchungen.