Nächste Bohrung in Naußlitz

Bis Ende 2026 solle eine belastbare Gesamtbewertung des Standorts vorliegen. Foto: ScS/LW
Naußlitz. In Naußlitz (Gemeinde Ralbitz-Rosenthal) haben die Arbeiten für eine weitere Erkundungsbohrung begonnen. Ziel der Untersuchungen ist es, die Lausitz als möglichen Standort für das Einstein-Teleskop zu bewerten.
Dabei stehen drei zentrale Kriterien im Fokus: Der Standort soll geologisch stabil, hydrologisch trocken und seismologisch möglichst ruhig sein. Im August 2026 sollen laut der Projektgruppe Einstein Telescope Lausitz an der TU Dresden Messgeräte installiert werden, die das seismische Hintergrundrauschen untersuchen. „Erste Auswertungen der bislang erhobenen Daten an anderen Standorten im Untersuchungsgebiet im Landkreis Bautzen zeigen eine hohe Datenqualität und ein geringes seismisches Rauschen — eine wichtige Voraussetzung für die hochpräzisen Messungen des Einstein Telescope“, so die Projektgruppe. Bis Ende 2026 solle eine belastbare Gesamtbewertung des Standorts vorliegen. Diese umfasse neben der wissenschaftlichen Eignung auch Fragen der technischen Machbarkeit, möglicher baulicher Risiken sowie erste Kostenschätzungen. Als mögliche Standorte werden derzeit die Euregio Maas-Rhein sowie die Lausitz in Kooperation mit der italienischen Insel Sardinien geprüft. Sollten die Letztgenannten den Zuschlag erhalten, sind zwei große L-förmige Tunnel geplant – einer in der Lausitz, einer in Sardinien. Die Länge würde jeweils 30 Kilometer betragen. Welcher der Standorte am Ende den Zuschlag bekommt, wird 2027 entschieden.â(UM)