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Neues Leben rund um die Mönchskirchruine

Neues Leben rund um die Mönchskirchruine

Die Mönchskirchruine ist schon jetzt ein Touristenmagnet, nun sollen sie und der alte Wasserturm umfangreich saniert werden. Foto: CF

Rund um die Mönchskirchruine könnte bald neues Leben einziehen: Der Stadtrat bestätigte bereits im vergangenen Jahr Planungen der Stadtverwaltung, die nicht nur die Sicherung der imposanten gotischen Ruinenfassade des ehemaligen Franziskanerklosters beinhalten. Nun kommt Bewegung in das Projekt. Ein kürzlich abgegebener Beschluss beinhaltet erste konkrete Ideen für eine beschränkte öffentliche Nutzung der Klosterruine.

Bautzen. Heiraten in mitten der romantischen Altstadt, öffentliche Veranstaltungen oder die Erweiterungen des Bautzener Frühlings und Wenzelsmarktes, das könnte schon bald möglich werden. Vielmehr könnte die Ruine in Verbindung mit dem benachbarten Wasserturm einen neuen Glanzpunkt in der Bautzener Altstadt darstellen. Schon im Vorfeld wurden seitens des Oberbürgermeisters Alexander Ahrens und der Citymanagerin Gunhild Mimuß Pläne vorgestellt, ein neues öffentliches Veranstaltungsgelände im Ruinenhof zu errichten. Dazu wurden nun konkrete Baupläne in der vergangenen Stadtratssitzung erläutert.

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Noch in diesem Jahr soll mit den Bauarbeiten an der Ruine und dem alten Wasserturm begonnen werden. Über die weitere Nutzung wird der Stadtrat noch beraten. Foto: CF

Zunächst muss das akut einsturzgefährdete Areal gesichert werden. Nach den Kriegszerstörungen sind im östlichen Kirchenbereich im Grundstück Hohengasse 2 keinerlei Sicherungsleistungen erfolgt, sodass in naher Zukunft ein Verlust der historischen Substanz drohen könnte. Die Stadt hat das Grundstück mit einer Größe von 403 Quadratmetern von den Besitzern erworben und entsprechende Planungsstufen für die Genehmigung erstellt. Nach den Sicherungsarbeiten im Ruinenbereich soll die Erschließung der drei Hofteile mit Strom, Wasser und Abwasser erfolgen. Es werden Anschlusskästen und Hydranten an geeigneten Stellen montiert. Der Boden im Ruinenhof soll entwässert und mit vorhandenem Material befestigt werden. Im Turmhof bleibt eine halbrunde Rasenfläche erhalten, und jeder Hofteil soll rollstuhlgerecht von einem separaten Eingang zugänglich gemacht werden. Wegen des Denkmalschutzes gibt es strenge Vorschriften zur Erhaltung der Ruine. Bis auf die Querwand an der Ostseite bleibt das Bestandsmauerwerk erhalten. Lediglich kleinere Höhenabtragungen werden notwendig sein.

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Im Zuge der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sollen auch die Gewölberäume erschlossen und gesichert werden. Für eine öffentliche Nutzung werden die drei Teilhöfe mit einer Allgemeinbeleuchtung ausgestattet und bepflanzt. Auch der angrenzende Wasserturm soll saniert und für eine spätere öffentliche Nutzung umgebaut werden. Der 1877 erbaute Turm wurde 1979 stillgelegt, ist jedoch städtebaulich, historisch und für das Ortsbild von großer Bedeutung für die Altstadt. Die äußere Form soll so belassen bleiben, lediglich das Dach soll neu eingedeckt werden. Die Eingangsstufen müssen neu verlegt, die Türen und Öffnungen behutsam mit der bestehenden Struktur und Substanz rekonstruiert und die Holzverkleidung sowie das Zyklopenmauerwerk saniert werden. Nach den aktuellsten Planungen können nun sogar Toiletten in den Wasserturm eingebaut werden. Auch die Ziegeldecke soll erneuert werden. Dafür muss der Turm komplett eingerüstet werden. Der Putzbereich soll nach Bedarf ausgebessert werden. Am Zyklopenmauerwerk sind ausschließlich Fugenverbesserungen geplant. Auch der Turm erhält zum Abschluss der Baumaßnahmen eine Beleuchtungsanlage. Um das Gesamtprojekt zu finanzieren, will die Stadt insgesamt 1.474.700 Euro investieren. Sicher eine lohnenswerte Investition, wie auch Gunhild Mimuß findet: „Die Ruine ist einfach eine wunderschöne Location, die wir in Bautzen für romantische Veranstaltungen nutzbar machen sollten, denn schon jetzt locken die Ruine und der alte Wasserturm viele Touristen an. Auch ich gehe immer gerne vorbei und bleibe dann staunend stehen.“

Begehungen im Rahmen von Stadtführungen sowie Turmbegehungen werden nach Abschluss der Bauarbeiten möglich sein. Für weitere Nutzungen muss noch ein Nutzungskonzept erstellt werden.

Cornelia Fulk / 30.05.2016

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