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Neureuther-Dreh aus Meuselwitz läuft am 9.

Neureuther-Dreh aus Meuselwitz läuft am 9.

Felix Neureuther (Mitte) ließ sich bei Familie Kaspschik in Meuselwitz erklären, weshalb der Reichenbacher Ortsteil faktisch abgehängt bleibe. Foto: Matthias Wehnert

Der Garmisch-Partenkirchener Skirennläufer Felix Neureuther hatte im August Meuselwitz besucht, um für einen ARD-Fernsehbeitrag am Beispiel der Familie Kaspschik darüber zu berichten, wie Kinder davon betroffen sind, wenn die Provinz zunehmend vom Öffentlichen Personennahverkehr abgehängt wird. Am Montag, dem 9. November, 20.15 Uhr, wird der Beitrag nun im Ersten Fernsehprogramm ausgestrahlt.

Meuselwitz. „Der Dreh in Meuselwitz soll auf die mangelnde Mobilität im ländlichen Raum aufmerksam machen – darauf, wie abgeschnitten Kinder und Familien auf dem Land ohne ausreichenden ÖPNV sind. Unser Ort steht dabei als Beispiel für viele andere“, betont Roland Kaspschik, der im Sommer bei sich daheim in Meuselwitz einen prominenten Fernsehdreh erlebt hat. Der ehemalige Skiweltmeister Felix Neureuther besuchte die Niederschlesische Oberlausitz für das ARD-Format „#unsereKinder – Wie kinderfreundlich ist Deutschland?“. Im Fokus stehen die Lebensrealität von Familien im ländlichen Raum sowie die Hürden bei Mobilität und ÖPNV. Die Aktion geht also insgesamt der Frage nach, wie kinderfreundlich Deutschland ist und wo nachzubessern ist. Trotz einer neu errichteten Bushaltestelle in Meuselwitz bleibt die Mobilität für Kinder dort stark eingeschränkt.

Der für den Beitrag verantwortliche WDR fasst in seiner Ankündigung zusammen: „Das reiche Deutschland liegt beim Wohlbefinden von Kindern nur auf Platz 25 von 37 EU- und OECD-Ländern. (...) Für die Abschlussdokumentation zur ARD-Mitmachaktion trifft Neureuther Familien und Kinder, bei denen die staatliche Unterstützung nicht ankommt, der Schulweg gefährlich oder Ballspielen verboten ist – und Menschen, die zeigen, was sich verbessern lässt.“

Zum aktuellen Stand in Meuselwitz erklärt Vater Roland Kaspschik: „Geändert hat sich seit dem Dreh noch nichts: Weiterhin fährt nur ein Bus frühmorgens in Richtung Reichenbach, und das nur an Schultagen. Dass im Film vor allem die Schwachstellen zur Sprache kommen, liegt in der Natur einer solchen Reportage, denn das Leben auf dem Land hat Kindern viel zu bieten, und das soll auch nach der Ausstrahlung so stehen bleiben. Die Kritik der Kinder zielt auf etwas Lösbares: mehr Busverbindungen und sichere, beleuchtete Haltestellen. So sollen Kleine wie Größere auch nachmittags und in den Ferien mobil sein, ohne immer auf die Eltern angewiesen zu sein.“ Aber auch Meuselwitz zeigt: Ohne elterliche Fahrunterstützung sind eigenständige Wege für Kinder und Jugendliche weiterhin kaum realisierbar.

Till Scholtz-Knobloch / 07.11.2026

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