Nothilfe für den Bahnhof Seifhennersdorf

Im Jahr 2023 war der Mittelteil des Bahnhofes Seifhennersdorf abgebrannt. Foto: Archiv/privat
Seifhennersdorf. Für die Notsicherung der Dacheindeckung mit Zimmermannsarbeiten am Dachstuhl des Bahnhofes Seifhennersdorf stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) aus ihrem Nothilfeprogramm 50.000 Euro bereit. Den dazugehörigen Fördervertrag überbringt am Samstag, 22. August, um 16.00 Uhr, Birgit Kaiser, Ortskuratorin Zittau der DSD, im Beisein von Bürgermeisterin Mandy Gubsch, an Thomas Oertner von der Bürgerinitiative Bahnhof Seifhennersdorf e.V. Das Bahnhofsgebäude stammt aus den 1870er Jahren und wurde 1910 mit einem Anbau versehen. Der Bahnhof Seifhennersdorf ist ein langgestrecktes Gebäudeensemble an der Nebenstrecke Zittau-Seifhennersdorf-Eibau. Der Bahnhof war wirtschaftliches Drehkreuz von Personal und Waren und ein zentraler Treffpunkt im Ort mit Wohnungen, Bahntechnik, Gästezimmern und Gaststätte. In den Hochzeiten der Textilindustrie reisten hier täglich rund 4.000 Arbeiter an und ab. Noch bis in die 1990er Jahre bestand Zugverkehr in Richtung Zittau und in Richtung Eibau. Nach der Wende wurde der Bahnhof an private Investoren verkauft, die weder Instandhaltungen vornahmen noch Verkehrssicherungspflichten nachkamen, so die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz. In den 20 Jahren Leerstand nahm das Gebäude zunehmend Schaden aufgrund von Vandalismus. Im Sommer 2023 wurde dieser Schaden durch Brandstiftung im Mittelteil des Bahnhofes noch größer. So bestand zuletzt dringender Handlungsbedarf, um den endgültigen Verfall des Gebäudes noch zu verhindern. Am Samstag steigt dazu am Bahnhof Seifhennersdorf ein zünftiges Richtfest. „Wir sind unendlich froh, dass wir heute hier stehen und das Richtfest für den Dachstuhl unseres Bahnhofes feiern können“, sagt Olaf Forker, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Bahnhof Seifhennersdorf e.V. „Ohne die Unterstützung vieler Spender aus nah und fern und ohne die fleißige Mithilfe vieler Bürger der Stadt und von weiteren Unterstützern wäre das nie möglich geworden,“ fügt er hinzu. So seien zu Arbeitseinsätzen nicht nur Seifhennersdorfer Einwohner, sondern auch weitere Helfer mit Werkzeug angerückt, zum Beispiel ein pensionierter Eisenbahner aus Dresden oder der immer wieder mithelfende tschechische Triebwagenführer, der sonst den Trilex in den Bahnhof steuert.
Der Bahnhof Seifhennersdorf selbst gehört nunmehr zu den jetzt über 880 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen fördern konnte.