Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Oberlausitzer Entdeckungen auf der Buchmesse

Oberlausitzer Entdeckungen auf der Buchmesse

Auch der Domowina-Verlag war, wie schon in den Vorjahren, mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Foto: Carmen Schumann

Leipzig. Die Leipziger Buchmesse ist mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen: 313.000 Gäste strömten auf das Messegelände. Zu der guten Bilanz trugen zahlreiche Jugendliche bei, die sich für Manga und Cosplay begeistern können. 
Doch auch „ernsthafte“ Literatur findet nach wie vor ihre Liebhaber, wenngleich der Anteil der Verlage, die sich damit beschäftigen, auf dem Rückzug zu sein scheint. Zugenommen hat dagegen die Zahl der Aussteller, die den Interessen des jugendlichen Publikums entgegenkommen. Wenngleich die junge Leute bereits fantasievoll kostümiert in Leipzig ankommen, so finden sie hier eine Vielzahl an Accessoires für ihre Liebhaberei. Es tut sich die Frage auf, ob es nicht angezeigt wäre, Buchmesse und Manga-Messe zu trennen, was natürlich einen enormen Rückgang der Besucherzahlen für die „normale“ Buchmesse zur Folge hätte. 

Auf jeden Fall entsteht der Eindruck, dass sich das Bild der Leipziger Buchmesse im Laufe der Jahre zunehmend verändert hat. Dass Verlage, besonders kleine, auf die Teilnahme an der Messe verzichten, mag auch an den Standgebühren liegen, die diese nicht mehr alleine stemmen können. Ein Ausweg ist die Beteiligung an einem Gemeinschaftsstand, wie es beispielsweise der Neissuferverlag praktiziert. Er kam am Stand des Vereins Bücherzauber unter. Neben ihren aktuellen Neuerscheinungen hatten die drei Verlegerinnen Kristin Brückner, Sylke Hörhold und Jana Thiem auch ein „Appetithäppchen“dabei, eine Leseprobe aus dem neuen Roman der in Bischofswerda geborenen bekannten Reiseschriftstellerin Carmen Rohrbach „Der Kernbeißer“, der allerdings erst im Mai erscheint. Darin setzt sich die Autorin mit ihrer Brustkrebserkrankung auseinander.

Das Museum der Westlausitz war mit einem eigenen Stand vertreten und präsentierte neben seinen Ausstellungskatalogen auch die Angebote des Lessingmuseums Kamenz und des Via-Regia-Verlages.
Seit vielen Jahrzehnten ist der Domowina-Verlag eine feste Größe auf der Leipziger Buchmesse. Natürlich hatte auch das Bautzener sorbische Verlagshaus seine Neuerscheinungen im Gepäck: Das Kinderbuch „Danka & Janka“ auf Deutsch und Niedersorbisch, das neueste Werk aus der Reihe „Die sorbische Bibliothek“, Róža Domašcynas Gedichte aus drei Jahrzehnten unter dem Titel „Unterm weißleinenen Tuch“ sowie die Lebenserinnerungen des Kamenzers Jurij Wiæaz „Von Kamenz nach Palästina“. 

Letzteres Buch stellte Friedrich Pollack vom Sorbischen Institut bei einer Lesung am Sonntag vor. Er hatte das im Vorjahr auf Sorbisch erschienene Buch ins Deutsche übertragen. Jurij Wiæaz war als tschechischer Auslandskorrespondent in Bulgarien tätig und floh nach seiner Ausweisung in die Türkei und später nach Palästina. Seine witzig und unterhaltsam geschriebenen Erinnerungen an die 30er und 40er Jahre werfen ein interessantes Licht auf die Entwicklungen im Nahen Osten, auch im Hinblick auf die gegenwärtigen Geschehnisse dort.

Mit einem großen Farbfoto von Oybin macht Martina Rellin auf ihren Zweitwohnsitz im Zittauer Gebirge aufmerksam, wo sie auch ihre „Schreibwerkstatt“ eingerichtet hat. Sie hilft jungen oder neuen Autoren mit Tipps und Hinweisen auf die Sprünge und hat neben ihren eigenen Werken auch Erstlingswerke von Jung-Schriftstellern herausgebracht. Am Abend des letzten Messetages führte sie noch eine Schnupper-Schreibwerkstatt im Contorhaus Coworking durch. Die nächste Schreibwerkstatt findet im Juli in Oybin statt. 

Martina Rellin, die von 1994 bis 2001 Chefredakteurin der beliebten Unterhaltungszeitschrift „Das Magazin“ war, ist auch gern gesehener Gast bei „Garten-Gretel“ – Annegret Petasch aus Obergurig. Auch in diesem Jahr wird sie wieder in Garten-Gretels grünem Paradies lesen, und zwar am 27. Mai und am 19. August.

Carmen Schumann / 30.03.2026

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel