Ottenhain: Wolle ist wirklich kein Müll

Birgit Blumrich hält einen Vortrag. Foto: Stefanie Hellmuth
Ottenhain. Wussten Sie, dass die vom Schaf frisch abgeschorene Wolle umgangssprachlich europaweit als Sondermüll eingestuft und den Schlachtabfällen gleichgestellt ist? Jedes Jahr haben Schafbesitzer deshalb nach der Schur das Problem – wohin damit? Eigentlich müsste die Wolle auf der Mülldeponie kostenpflichtig entsorgt werden. Dabei ist dies ein regionaler und schnell nachwachsender Rohstoff, der vielfältig eingesetzt werden kann.
Suse Schmid und Klaus Räckers – früher selbst Schafhalter – laden am Sonntag, 13. September, von 11.00 bis 18.00 Uhr, zum „Wollzirkus“ ins Schloss Ottenhain und den Schlosspark ein, um auf genau diesen Missstand aufmerksam zu machen. „Hier heißt es ’Manege frei’ für diesen wunderbaren Rohstoff und die Künstler, die ihn verarbeiten“, so die Hausherren.
An vielen Stationen wird dies demonstriert: Angefangen bei der Schur, über kardieren, spinnen, stricken, filzen und färben. Jeder Gast kann es selbst auch ausprobieren und darf sein eigenes Produkt mit nach Hause nehmen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind dazu eingeladen.
In diesem Jahr neu dabei sind die Themen Wolle im Hausbau (mit Anschauungsmaterial einer Dämmung von der Firma Nordwolle auf Rügen), Wolle im Garten (verarbeitet zu Dünge-pellets) und Wolle in der Gesundheit (Fachvortrag von Birgit Blumrich); ein literarisches Vergnügen bietet die Berliner Schauspielerin mit Oberlausitzer Wurzeln Maria Steurich um 14.30 und 16.00 Uhr an. Um 15.00 Uhr spricht Birgit Blumrich über „Handarbeiten und seelische Gesundheit“. Im Schlossturm kann beim „Rapunzelstricken“ bei Prosecco zum reinen Vergnügen gestrickt werden. Kaffee und Kuchen werden ab 14.30 Uhr angeboten. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, bei mehr als 30 Ausstellern hochwertige wollige Unikate und Wolle zu erwerben.