Panzer und auch anderes Liebesleben

Michael Kretschmer und Tierparkdirektor Dr. Sven Hammer auf der Spur tierischen Liebeslebens. Foto: Matthias Wehnert
Görlitz. Vor dem Hintergrund des Besuches von Ministerpräsident Michael Kretschmer am Dienstag beim Rüstungskonzern KNDS am Standort Görlitz versandte das Görlitzer Landratsamt eine Pressemitteilung. Darin heißt es: „Der Landkreis Görlitz begrüßt die Überlegungen des Bundes, sich am deutsch-französischen Rüstungs- und Technologiekonzern KNDS zu beteiligen.“ Die Investitionen böten Entwicklungschancen für den Industriestandort Görlitz und die Region. Landrat Dr. Stephan Meyer hob hervor: „Moderne Sicherheits- und Verteidigungstechnologien sind vielfach Innovationstreiber für die gesamte Wirtschaft.“ Mit dem KNDS-Standort, einer starken mittelständischen Wirtschaftsstruktur sowie wissenschaftlichen und beruflichen Bildungseinrichtungen verfüge der Kreis über ein leistungsfähiges ’Innovationsökosystem.’ Der Ministerpräsident sprach ein Grußwort, kam mit Belegschaftsangehörigen ins Gespräch und nahm an einem Rundgang durch die BOXER-Missionsmodul-Fertigung teil. Dieses Modul ist der austauschbare Aufbau des gepanzerten Radfahrzeugs Boxer (GTK Boxer). Das Fahrzeug besteht aus einem festen Fahrmodul mit Motor und Antrieb sowie einem wechselbaren Missionsmodul, das die jeweilige Funktion bestimmt. Je nach Einsatz kann es unter anderem als Mannschaftstransporter, Sanitätsfahrzeug, Führungsfahrzeug oder für technische Aufgaben ausgerüstet werden. Der modulare Aufbau ermöglicht es, das gleiche Fahrgestell für unterschiedliche Aufgaben zu nutzen und den Aufbau vergleichsweise schnell zu wechseln. Am 5. Februar 2025 hatte KNDS eine Rahmenvereinbarung über die Übernahme des Standorts Görlitz vom Waggonbauunternehmen Alstom unterzeichnet.
Tags zuvor hatte der Ministerpräsident Michael Kretschmer an Einblicken vor der regulären Eröffnung zur neuen Entdeckerwelt als interaktiver, multimedialer Lehrpfad ’Wild Love Stories’ im Tierpark teilgenommen, die dem heimischen Besucher sicher mit weniger Fragezeichen auch als ’Wildtier-Liebesgeschichte’ oder ’’Einblicke in das Paarungsverhalten von Wildtieren’ hätte angekündigt werden können. Es gab einen Rundgang durch die Entdeckerwelt sowie auch eine Begehung der Baustelle des Förderprojektes ’Bärenanlage’.
Der Tierpark teilte wenige Tage zuvor mit, dass für den Besucherunterstand des künftigen Bärengeheges von Franz und Mischa die bis zu 450 kg schweren Sichtscheiben eingesetzt und nachfolgend die Dachkonstruktion montiert wird. Für den künftigen Besucherabgang von der Buchenallee seien die Rohbauarbeiten abgeschlossen und nun warte der Tierpark auf das vorgefertigte Stahlsegment mit einer Plattform, von der Einblicke in das Gehege möglich sind. Im großen Absperrgehege seien die Elektrikerarbeiten weitestgehend abgeschlossen. Die tibetanische Gestaltung dieses Gebäudes erfolge gegenwärtig durch die Holz- und Natursteinverkleidung. Und auch der große Besucherdurchblick auf die Freianlage mit dem Teich durch ein tibetanisches Tor ist schon an beiden Säulen zu erkennen.