Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Problemstellen beim Radverkehr in der Stadt Zittau

Problemstellen beim Radverkehr in der Stadt Zittau

Die Öffnung von Einbahnstraßen in die Gegenrichtung für Radfahrende wird in Zittau etwas besser bewertet als im sächsischen Durchschnitt. Foto: Steffen Linke

Zittau. 71 Prozent der Zittauer fühlen sich gefährdet, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. 80 Prozent sehen sich an Baustellen nur unzureichend geschützt. Dies zeigt der Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Neben dem Sicherheitsgefühl beim Radfahren und der Gefährdung an Baustellen weisen die Ergebnisse der ADFC-Studie auf weitere Problemstellen beim Radverkehr in Zittau hin. 83 Prozent wünschen sich breitere Radwege und 66 Prozent der Zittauer sind mit der Oberflächenqualität der Wege unzufrieden.

Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen, betont den dringenden Handlungsbedarf in Zittau: „Beim Fahrradboom der letzten Jahre handelt es sich um einen anhaltenden Trend, den die Pandemie im vergangenen Jahr zusätzlich verstärkt hat. Die Kommunalpolitik darf diese Entwicklung nicht verschlafen. Die Menschen wollen mehr Wege mit dem Rad zurücklegen. Doch damit sie das tun können, brauchen wir durchgehende Radnetze und angstfreie Wege.“ 73 Prozent der Zittauer wünschen sich eine engagiertere Radverkehrsförderung. Dass die Stadt Zittau Gründungsmitglied in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs (Rad.SN) ist, bewertet der ADFC als gutes Zeichen. Der Fahrradklima-Test zeigt auch, dass Verbesserungen anerkannt werden. Beispielsweise wird die Öffnung von Einbahnstraßen in die Gegenrichtung für Radfahrende in Zittau etwas besser bewertet als im sächsischen Durchschnitt. Auch fühlen sich immerhin 55 Prozent der Zittauer Radfahrenden als gleichwertige Verkehrsteilnehmer akzeptiert. Sachsenweit liegt der Wert nur bei 40 Prozent. In Zittau zeigt der Fahrradklima-Test im sachsenweiten Vergleich aber auch eine überdurchschnittliche Unzufriedenheit mit der Anzahl an Fahrradabstellanlagen. „Hier kann die Stadt Zittau leicht und kostengünstig für Verbesserungen sorgen“, so Konrad Krause. 74 Prozent der Zittauer wünschen sich mehr diebstahlsichere Abstellanlagen für ihre Räder. Sachsenweit liegt der Wert nur bei 63 Prozent. Das bleibt nicht ohne Folgen: 93 Prozent sehen den Fahrraddiebstahl in ihrer Stadt als ein Problem an. In keiner anderen deutschen Stadt gaben die Befragten im Mittel einen höheren Wert an. Die meisten Zittauer empfinden auch das Fahren im Mischverkehr mit Autos als gefährlich. 80 Prozent gaben an, dass sie regelmäßig zu knapp und gefährlich von Autos überholt werden. Des Weiteren wünschen sich zwei Drittel mehr Kontrollen gegen Falschparker auf Radwegen.

Der Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zum Fahrradklima weltweit und wird seit 2012 alle zwei Jahre vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club durchgeführt.

Steffen Linke / 07.04.2021

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Kommentare zum Artikel "Problemstellen beim Radverkehr in der Stadt Zittau"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Marion Herrmann schrieb am

    Der Stadtring ist ein Problem. Ich fahre nicht auf den Fußweg. Ich habe auch Angst auf den blauen Steinen bei Nässe mit dem Fahrrad zu fahren.

  2. Fritz schrieb am

    Wieviel der Zittauer Radfahrer haben denn bei der Umfrage mitgemacht ? Wenn Corona mal vorbei ist, hat sich das mit dem Fahrradboom dann auch erledigt.