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Rothenburg: Übernahme in Niesky besiegelt

Rothenburg: Übernahme in Niesky besiegelt

Eingang des Orthopädischen Zentrums in Rothenburg Foto: PR

Rothenburg/Niesky. Wie bereits letzte Woche kurz angeklungen, haben sich die Diakonissenanstalt Dresden und die Diakoniestiftung in Sachsen auf die Übernahme des Krankenhauses Emmaus in Niesky verständigt. Der Vertrag ist unterzeichnet, damit rückt die geplante Fusion mit dem Orthopädischen Zentrum in Rothenburg näher. Künftig soll die Diakoniestiftung die Betriebsführung des Verbunds übernehmen. Beide Einrichtungen betonen, alle bisherigen medizinischen Angebote in Niesky fortführen zu wollen. Zugleich sollen spezialisierte orthopädische Leistungen jedoch schrittweise aus Rothenburg abgezogen und nach Niesky verlagert werden. Dafür seien bauliche Erweiterungen vorgesehen. Rothenburg soll hingegen vor allem als Standort für ambulante Medizin und Rehabilitation ausgebaut werden.

Roberto Schimana (Vorstand), Andreas Weigel und der leitende Chefarzt des Orthopädischen Zentrums Rothenburg Dr. Torsten Menzel sowie von Seiten des Krankenhaus Emmaus Niesky Dr. Matthias Schröter, Esther Selle sowie der Leitende Chefarzt Nils Walther stellten sich vergangene Woche in Rothenburg der Presse. Beide Träger sprechen dabei von einer „langfristigen Perspektive“ für Beschäftigte und Patienten. Die Aussagen sind jedoch bislang Absichtserklärungen. Denn entscheidende Punkte der künftigen Struktur hängen von noch ausstehenden Beschlüssen des Krankenhausplanungsausschusses ab. Dieser muss festlegen, welche Leistungsgruppen der neue Verbund in Zukunft abdecken darf. Ohne diese Weichenstellung bleiben viele Eckpunkte erst einmal unverbindlich.

Die Verantwortlichen verweisen dennoch auf positive Gespräche mit dem sächsischen Sozialministerium, Krankenkassen und weiteren Beteiligten. Konkrete Ergebnisse lägen allerdings nicht vor. Offen bleibt vor allem, wie tragfähig das angekündigte Modell einer „Fachklinik Plus“ in Niesky sein wird und ob die angekündigten Erweiterungen tatsächlich finanziert und genehmigt werden.

Das Krankenhaus Emmaus soll zudem seine Pflegeschule behalten und ausbauen. Der Schritt gilt als Versuch, im ländlichen Raum Fachkräfte zu sichern – ein Bereich, in dem die Region seit Jahren unter Druck steht.

Auch in Rothenburg sollen bestehende ambulante Angebote und die Rehaklinik erweitert werden. Beide Häuser betreiben in der Region zusätzliche medizinische Versorgungszentren, die laut Trägern erhalten bleiben sollen. Ob der neue Klinikverbund die optimistische Darstellung unter den schwierigen Rahmenbedingungen der Krankenhauslandschaft bestehen kann, ist heute damit noch nicht absehbar.
 

tsk / 01.02.2026

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