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Schloss-Saison ohne den Spiegelsaal

Schloss-Saison ohne den Spiegelsaal

Sabine Peinelt-Schmidt ist seit Anfang 2023 die Leiterin des Schlossbetriebs im Barockschloss Rammenau.

 

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Der Spiegelsaal verbirgt sich derzeit hinter hinter einem dichten Wald von Gerüststangen.

Rammenau. Der Spiegelsaal im Rammenauer Barockschloss präsentiert sich derzeit in einem ungewohnten Gewand. Der zentrale und größte Raum der Schlossanlage, der auch gern für Trauungen genutzt wird, verbirgt sich hinter einem dichten Wald von Gerüststangen. 

Der opulente Kronleuchter ist von einer Schutzhülle umgeben. Doch warum ist das so, und wie lange bleibt dieser Zustand? Die Antwort kennt Sabine Peinelt-Schmidt, die Leiterin des Rammenauer Schlossbetriebs: „Wir hoffen, dass die Baumaßnahme im März 2025 abgeschlossen wird. Aktuell kann man aber noch nicht genau sagen, was für Arbeiten dort genau erforderlich sind. Was man im Spiegelsaal zurzeit sehen kann ist eine Abstützung, die verhindern soll, dass man während der Arbeiten an der Decke nach unten abstürzt.“ Der Grund dafür besteht darin, dass die Decke oberhalb des Spiegelsaals bei einer Untersuchung als nicht mehr tragfähig eingeschätzt wurde. „Aktuell wird an den entsprechenden Gutachten gearbeitet“, so Sabine Peinelt-Schmidt. Diese Entwicklung erscheint insofern als verwunderlich, als dass das Barockschloss eigentlich als „durchsaniert“ galt und in diesem Zuge auch der Spiegelsaal restauriert wurde. „Doch das betraf, ebenso wie bei den anderen Räumen, das Parkett, die Wände und die Malereien“, erklärt die Schlossleiterin. „Das Dach selbst wurde noch nicht saniert.“ Verdachtsmomente ergaben sich demnach bei einer Begehung anhand des Zustands der Deckenbalken.

Die Auswirkungen auf den Besucherverkehr sollen indes möglichst gering gehalten werden: „Natürlich soll die Decke des Spiegelsaals instand gesetzt werden. Wie das genau ablaufen wird, ist noch nicht ganz klar. Es ist aber klar dass wir nicht wollen, dass diese Bauarbeiten durch das Schloss hindurch erfolgen“, so Sabine Peinelt-Schmidt. 

Die Andienung der Baustelle soll von oben erfolgen, „dann gibt es hier sicher auch eine Zeit lang Außengerüste und möglicherweise auch eine Dachöffnung. Das ist aber alles noch Gegenstand der Planung.“ Der Spiegelsaal selbst ist aber für die Dauer der Bauarbeiten und auch im Vorfeld nicht nutzbar. Sabine Peinelt-Schmidt berichtet, mit welchen Auswirkungen das verbunden ist: „Für uns ist das durchaus problematisch. Wir können aktuell keine Trauungen im Spiegelsaal durchführen, sondern müssen auf andere Räumlichkeiten oder auf den Park ausweichen. Das ist für Viele auch schön, aber man hat eben das Problem mit dem Wetter.“ Auch Konzerte können bis auf weiteres nur im Park stattfinden. Problematisch ist der voraussichtlich lange Zeitraum bis zur Behebung des Schadens: „Hochzeiten werden schon lange im Voraus geplant, und niemand will dabei ein Risiko eingehen. Wir bekommen jetzt schon Anfragen für 2025/26, deswegen hoffe ich sehr, dass es zügig geht.“

Doch es gibt auch positive Entwicklungen im Barockschloss. Diese betreffen insbesondere die Dauerausstellung, mit der Sabine Peinelt-Schmidt und ihr Team in Zukunft neue Akzente setzen wollen: „Die alte Dauerausstellung ist 15 Jahre alt und ein bisschen in die Jahre gekommen. Zudem hat unsere Evaluation gezeigt, dass sich die Besucher heutzutage für andere Dinge interessieren.“ Dabei stehe weniger die Baugeschichte des Schlosses im Vordergrund als Fragen des alltäglichen Lebens: „Wer hat hier gelebt? Was waren das für Menschen, womit haben sie ihren Tag verbracht? Wie war das Verhältnis zwischen den Adligen und den Untertanen?“ Ende September soll die neue Ausstellung eröffnet werden, die sich über mehrere Räume im gesamten Schloss erstreckt. Die Vermittlung erfolgt dabei über „Bühnen“ – theaterähnliche Szenen mit Silhouetten, beispielsweise ein Gespräch zwischen dem Schlossherren und dem Gutsverwalter. Laut Sabine Peinelt-Schmidt sind nur wenige Originalobjekte aus den vergangenen Jahrhunderten erhalten, dafür aber umfangreiche Dokumentationen und Schriftstücke. 

Noch relativ neu ist auch die Schlossleiterin selbst. Sabine Peinelt-Schmidt hat ihren Dienst in Rammenau Anfang 2023, also vor etwa einem Jahr, angetreten: „Ich habe vorher bei den Staatlichen Kunstsammlungen gearbeitet, zunächst in der Porzellansammlung und danach in der Gemäldegalerie Alte Meister. Als mein Vertrag auslief, habe ich mich nach etwas Anderem umgeschaut und bin dann hier im Barockschloss Rammenau ‚gelandet.‘“ Die neue Chefin will den Schwerpunkt in der Perspektive mehr auf den musealen Charakter des Schlosses und weniger auf Veranstaltungen legen. An den bewährten Höhepunkten im Jahresverlauf hält sie aber fest: „In diesem Jahr findet wieder die Schlossrundfahrt der Pferdegespanne statt. 

Damit verbinden wir ein Kinderfest auf der Schlosswiese. Ende August, Anfang September gibt es wieder die allseits beliebten und bekannten Leinentage.“ Auch zum Ostermarkt am 31. März ist die Schlossanlage in jedem Fall einen Besuch wert. Am 14. Juli und 4. August gibt es Gartenmeister-Führungen mit Martin Dombrowsky, bei denen die für Rammenau so typischen Hortensien im Vordergrund stehen. Und ab dem 23. Mai veranstaltet die Rammenauerin Mireille Hausmann jeweils donnerstags ab 8.15 Uhr Yoga-Kurse.

Uwe Menschner / 09.03.2024

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