Projekte stärken die Gemeinschaft in Särchen

Enrico Semmer, Marco Weser und Patrick Belaschk (von links) haben es geschafft, die Tafel steht fest einbetoniert auf dem Dorfplatz. Foto: Manuela Dietze
Särchen. In dem kleinen Ort Särchen am Rande des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gibt es nicht nur einen bekannten Segelflugverein, der mit seinen Mitgliedern und Gästen den Sommer über Leben in das Dorf bringt.
Auch die Einwohner präsentieren sich als eingeschworene Gemeinschaft und gestalten ihren Ort mit. Vor zwei Jahren erneuerten sie das in die Jahre gekommene Storchennest auf dem Strommast am Dorfplatz. Vier befreundete Pärchen hatten die Idee, bauten die Nestunterlage und gemeinschaftlich mit der ortsansässige Agrargenossenschaft Sdier, die mit Helfern und Technik unterstützend zur Seite stand, wurde das Nest am Mast befestigt.
Schon im gleichen Jahr siedelte sich ein Storchenpaar an. Mit Nachwuchs hat es bisher leider nicht geklappt. In den letzte zwei Jahren war es immer ein einzelner Storch, der das Nest besiedelte.
Das Schicksal seiner Partnerin ist ungewiss. Wird es im nächsten Jahr ein „Happy End“ geben? Bis dahin werden auf dem „Storchenschild“ Anflüge und Abflüge dokumentiert. Den geplanten Aufbau weiterer Nester haben Michael & Sandy, Patrick & Claudia, Lisa & Enrico sowie Marco und Eva erstmal zurückgestellt. Zu groß war die Enttäuschung besonders bei den Kindern im Ort.
Ein neues Projekt musste her. Auf dem Naturmarkt im nahen Wartha fiel Enrico eine große Übersichtskarte der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft auf. Auf der Karte sind Rad- und Wanderwege, Erlebnispfade, Museen und andere Sehenswürdigkeiten verzeichnet. „Das wäre doch was für den Dorfplatz in Särchen“, war ihm gleich klar. In Spreewiese hatte er dieses Schild schon oft am Rastplatz am Radweg gesehen. Der Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V. stellt jedes Jahr vier bis fünf der Karten auf großen Platten zur Verfügung. Ein Schild bekamen die Särchener. Für einen Rahmen, den Standort und die Installation muss selbst gesorgt werden. Kein Problem für die Dorfgemeinschaft. Jeder gab sein Bestes. Die alte Bank unter den Bäumen am Dorfplatz wurde gleich noch zu neuem Leben erweckt und vor einigen Tagen konnte auch die Holzpfostenkonstruktion mit dem Schild in der Nähe des Storchennestes aufgestellt werden. Jetzt können die Bewohner des Ortes und ihre Gäste von der frisch gestrichenen Bank auf die Informationstafel und das Storchennest schauen.
Die jungen Leute bedanken sich bei der Abteilung Regionale Tourismusentwicklung.
Die Übersichtskarte der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft kann unter www.oberlausitz-heide.de für Tourenplanungen eingesehen und ausgedruckt werden.
Manuela Dietze