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Serie von Briefkastendiebstählen in Görlitz

Serie von Briefkastendiebstählen in Görlitz

In Mehrfamilienhäusern kennt nicht jeder jeden. Hier lassen sich Briefkästen oft leicht manipulieren. Foto: Matthias Wehnert

Görlitz. Seit Oktober 2019 ist es in der Innenstadt bzw. der Altstadt von Görlitz vermehrt zu Diebstählen aus Briefkästen gekommen. Um dem Wirken der Täter Einhalt zu gebieten hat die Polizeidirektion Görlitz nun Kompetenzen gebündelt und eine Ermittlungsgruppe gegründet.

Seit Ende des vergangenen Jahres meldeten sich über 80 Geschädigte bei der Polizei. Die Täter brachen deren Briefkästen auf oder griffen hinein. Sie hinterließen dabei einen Sachschaden von bislang circa 3.000 Euro. Der bisher bekannte Stehlschaden betrug rund 900 Euro. Neben den finanziellen und auch ideellen Verlusten verursachten die Täter weitere schwerwiegende Folgen für die Bestohlenen. Wichtige Post mit beispielsweise Arztrezepten, amtlichen Vorladungen, Fristsetzungen oder Terminvereinbarungen verschwanden. Selbst wichtige Gerichtspost war betroffen.

Die Langfinger agierten häufig nachts, waren allerdings teilweise auch am Tag unterwegs. Sie bewegten sich im Bereich der Görlitzer Innenstadt und schlugen beispielsweise an der Jacobstraße, der Landskronstraße und der Struvestraße zu. Die Täter brachen Briefkästen auf und schauten dann, ob unter den Sendungen etwas Verwertbares zu finden war. Zu verzeichnen war auch der Diebstahl von Paketabholzetteln mit Fälschungen der notwendigen Vollmacht und ein widerrechtliches Aneignen im Paketshop oder an der Packstation. Ferner wurden Daten in Erfahrung gebracht für Betrugshandlungen, Bestellungen bei Onlinehändlern oder Vertragsabschlüsse bei Telefongesellschaften. Durch das Überkleben von Klingelschildern leerstehender Häuser konnte bestellte Ware abgefangen werden. Selbst vor Diebstahl von Briefen direkt aus der Tasche der Postangestellten scheuten Täter nicht zurück.

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Das Phänomen steht laut Polizei vermutlich in engem Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität. Die Täter gelangen durch den Postdiebstahl  an Identitäten sowie Kundendaten und darüber an verschiedenste Waren, wie zum Beispiel Smartphones. Diese behalten die Täter dann entweder, um ihren Lebensstandard zu verbessern oder sie verkaufen das Diebesgut weiter, um so möglicherweise Betäubungsmittel zu erwerben.

Wie können Görlitzer die Ermittlungen unterstützen?

Die Polizei geht davon aus, dass bisher nur ein Bruchteil der Geschädigten bekannt ist. Kommt ein Paket nicht beim Empfänger an, so vergeht oftmals eine gewisse Zeit, ehe dieser tätig wird. Es erfolgen Nachfragen beim Anbieter sowie beim Zusteller. Kaum einer zeigt das Verschwinden schließlich bei der Polizei an. Die Kriminalisten der Ermittlungsgruppe bitten daher die Bürger darum, ab sofort besonders auf ihre Post zu achten und sich in folgenden Fällen bei der Polizei zu melden:

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  • Pakete oder Briefe kommen nicht an, obwohl das Transportunternehmen die Auslieferung bestätigt hat
  • Zerrissene Briefe liegen im und außerhalb des Hausflures oder auf der Straße
  • Briefe befinden sich wiederholt in anderen Briefkästen
  • Briefkästen sind aufgebrochen, beschädigt, verändert oder Namensschilder sind überklebt
  • Sie erhalten Post von Handyanbietern mit Rechnungen oder Bestätigungen eines Vertragsabschlusses, welchen Sie nicht getätigt haben à nicht ignorieren, sondern melden
  • „herrenlose“ Post bei der Polizei abgeben

Hinweise nimmt das Polizeirevier Görlitz unter der Rufnummer 03581/650-0 oder per E-Mail unter eg.briefe.pr-gr@polizei.sachsen.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Till Scholtz-Knobloch / 10.04.2020

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