Sternwarte lädt zum Tag der Astronomie

Andreas Thronicker (li.) und Volker Stiebel vom Verein „ad astra“ bereiten in der neuen MINT-Werkstatt die Telementoren für ihren Einsatz beim Tag der Astronomie vor.

Der Verein ad astra – hier Mitglied Volker Stiebel – hat in den letzten Monaten viel Zeit und Energie in die Instandsetzung der Beobachtungstechnik investiert.
Der Verein „ad astra“ will die traditionsreiche Einrichtung noch stärker als außerschulischen Lernort etablieren. Dafür hat er in den vergangenen Monaten viel Arbeit und Energie in die Ausstattung der Sternwarte investiert.
Bautzen. Für alle, die schon seit längerem mal wieder die Bautzener Sternwarte besuchen wollen, ergibt sich bald eine gute Gelegenheit: Am Samstag, 28. März, lädt der Verein „ad astra“ von 17 bis 23 Uhr zum „Tag der Astronomie“ ein. Dabei können die Besucher unter anderem erfahren, warum der Mond manchmal einen goldenen Henkel hat, warum der Abendstern in Wirklichkeit gar kein Stern ist und wie sich die Planeten Venus und Jupiter am Besten beobachten lassen.
Zum Tag der Astronomie will „ad astra“ auch seine neue MINT-Werkstatt vorstellen. Die vier Großbuchstaben stehen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – Wissensbereiche, die im heutigen Bildungswesen oftmals recht kurz kommen, für die Entwicklung der Gesellschaft aber doch immens wichtig sind. „Anfang Februar wurden die neuen Werkbänke für unsere Werkstatt geliefert. Diese befindet sich in der zuvor von uns umgebauten Garage der Beobachtungskuppel. Mit ihr wollen wir das Bildungsangebot der Sternwarte um Projekte wie den Bau von Teleskopen mit Kindern und Jugendlichen erweitern“, erklärt Vereinsvorstand Volker Bartko. Hergestellt wurden die Werkbänke in der Stahlbauhalle von Hentschke-Bau. Laut dem Unternehmen handelt es sich um „robuste Konstruktionen, präzise geplant und sauber verarbeitet – ausgelegt auf Langlebigkeit und intensive Nutzung.“ Der Verein „ad astra“ plant, „peu á peu eine Gruppe von jungen Leuten aufzubauen, die sich hier, an einem außerschulischen Lernort, durch den Bau von astronomischen Geräten mit den Naturwissenschaften vertraut machen und handwerkliche Fähigkeiten erlangen.“

Die Bautzener Sternwarte mit ihren markanten Kuppeln soll wieder stärker ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft rücken.
Mit diesem Ziel liegt ad astra auf einer Wellenlänge mit dem Verein Zuseum, der sich ebenfalls der naturwissenschaftlichen Bildung verschrieben hat. Dieser will den Besuchern beim Tag der Astronomie Einblicke in die Robotik und in die Welt der Geheimschriften geben. Ebenfalls mit dabei sind die Bergfunker, die ihre ganz besondere Form der Informationsübermittlung vorstellen. Die Initiative Minos zeigt, wie die Farbe Weiß – die im physikalischen Sinn gar keine richtige Farbe ist – entsteht. Doch natürlich steht beim Tag der Astronomie in der Sternwarte auch der eigentliche Zweck der Einrichtung – die Himmelsbeobachtung – im Mittelpunkt: „Wir bereiten verschiedene Möglichkeiten der Betrachtung von Himmelskörpern vor, wobei dies natürlich vom Wetter abhängt“, so Volker Bartko. Das Planetarium wird geöffnet, die Besucher können eigene Astrofotografien anfertigen.
Die Vereinsmitglieder zeigen und erläutern ihre eigenen professionellen Aufnahmen. Für die jüngsten Gäste gibt es Rätsel, Ausmalbilder, Puzzle und sogar eine astronomische Gute-Nacht-Geschichte.
Die Vereinsmitglieder haben in den vergangenen Monaten umfangreiche Reinigungs- und Insatndsetzungsarbeiten an der Technik vorgenommen. So wurden im September 2025 die Öffnungsmechanik der großen Beobachtungskuppel repariert und der stark verschmutzte Spiegel des Newton-Teleskops gereinigt. „Durch den Zugriff auf die großen Optiken der Sternwarte wird es möglich sein, weit entfernte Objekte wie Galaxien und Nebel zu beobachten oder die Planeten noch detailreicher zu betrachten“, schreibt der Verein „ad astra“ auf seiner Website. Im Dezember konnte er die Einsatzbereitschaft des Newton-Teleskops für Beobachtungen melden und kündigte an, sich nun dem größeren und leistunsfähigeren Cassegrain-Teleskop zuwenden zu wollen.
All diese Bemühungen täuschen nicht darüber hinweg, dass die vorhandene Technik den Stand der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts verkörpert und in der Perspektive modernisiert werden muss. Insbesondere hinsichtlich der Nutzung moderner Kommunikations- und Steuermöglichkeiten bleibt die Ausstattung weit hinter dem zeitgemäßen Standard zurück. Doch zunächst steht die Absicherung des Sternwartenbetriebs und der öffentlichen Nutzbarkeit im Vordergrund. In diesem Sinne hat der Stadtrat im Oktober 2025 auf Antrag der Fraktion Bürger Bündnis Bautzen beschlossen, die jährlichen Ausgleichszahlungen an die Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen mbH (BBB) für den Betrieb der Sternwarte ab 2026 von 20.000 auf 60.000 Euro zu erhöhen. Strategisches Ziel des Vereins „ad astra“ ist es, „eine Lösung zu finden, die den Fortbestand der traditionsreichen Bildungseinrichtung sichert und ihre Rolle als außerschulischer Lernort weiterhin ermöglicht.“ Dafür müsse die Sternwarte so aufgestellt werden, dass sie gemeinnützig betrieben wird. Ad astra begrüßt es laut Vorstand Volker Bartko auch, dass sich der – weitaus ältere – Förderverein der Schulsternwarte nach wie vor ebenfalls in diesem Sinne engagiert und Veranstaltungen anbietet – wünscht sich aber eine bessere Terminabstimmung, „damit wir unser Besucherpotenzial besser ausschöpfen können.“