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Stresstest fürs Klinikum

Stresstest fürs Klinikum

Die Oberlausitz-Kliniken haben sich vorbereitet auf schwerere Corona-Fälle. Mit Stand Mittwoch gab es landkreisweit schon 36 Infektionen. Tendenz steigend. Foto: Melanie Kotissek

In den Häusern der Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda haben Corona-Patienten ab sofort Vorrang vor allen anderen Behandlungen. Das scheint auch notwendig. Anders als noch vor einer Woche gibt es inzwischen auch hier zu Lande erste Krankheitsfälle mit einem schwereren Verlauf. Klinikumschef Reiner E. Rogowski erklärte im Gespräch mit dem Oberlausitzer Kurier die getroffenen Maßnahmen und räumte zugleich ein mögliches Missverständnis aus dem Weg.

Herr Rogowski, wir haben eine Information erhalten, wonach es im Bautzener Klinikum eine Station geben soll, die unter Quarantäne steht, da dort ein Patient, welcher mit Corona infiziert ist, gelegen hat. Trifft das so zu?

Reiner E. Rogowski: Nein, das ist nicht korrekt. Wir haben eine Station freigeräumt und folgen damit den Empfehlungen des Bundesgesundheits- und des Sächsischen Sozialministeriums. Falls das notwendig sein sollte, werden weitere Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten zur Verfügung gestellt.

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Welche Auswirkung hat das Virus schon jetzt auf den Klinikalltag in Bautzen? 

Reiner E. Rogowski: Die Behandlung eines ersten beziehungsweise einzelnen Patienten hätte keine weiteren Auswirkungen auf diesen. Allerdings befinden wir uns in den Zeiten der Corona-Pandemie. Und diese hat mittlerweile Auswirkungen auf den Alltag vieler Krankenhäuser weltweit. In denen ist alles nicht mehr so, wie es bis vor Kurzem noch war. Kapazitäten für zu erwartend steigende Fallzahlen werden geschaffen. Das geschieht unter anderem dadurch, dass planbare Eingriffe und Behandlungen, sofern das medizinisch vertretbar ist, auch tatsächlich verschoben werden. Das heißt, sie werden abgesagt. Die betreffenden Patienten wurden beziehungsweise werden alle informiert. So bleiben oder werden Kapazitäten frei. Insbesondere auch Intensivbehandlungskapazitäten. 

Wie versuchen die Oberlausitz-Kliniken, den Stresstest so gut es geht zu meistern?

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Reiner E. Rogowski: Wir sind in enger Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Landkreises. Den Empfehlungen des Robert Koch Instituts, die täglich auf den Internetseiten aktualisiert werden, folgen wir. Mit anderen Krankenhäusern finden zudem Abstimmungsprozesse statt. Unsere Mitarbeiter sind angehalten, ihren Urlaub abzusagen beziehungsweise nicht anzutreten. Einige Teile der Belegschaft kommen freiwillig aus der arbeitsfreien Zeit zurück, worüber ich mich sehr freue und mich auch dankbar zeige. Unabhängig davon sind Schulungen und Einarbeitungen von Pflegekräften an Beatmungseinheiten in vollem Gange.

Das Gesundheitsamt berichtete in dieser Woche von einem ersten schweren Krankheitsverlauf. Er werde im Klinikum behandelt. Wie geht es dem Patienten und wie wird er behandelt?

Reiner E. Rogowski: Wir behandeln ihn derzeit intensivmedizinisch. Allerdings befindet sich der Mann schon wieder auf dem Weg der Besserung ist. Der Corona-Patient wird natürlich in einem Isolierzimmer, wie das auch bei anderen Diagnosen immer angezeigt ist, behandelt und gepflegt.

Roland Kaiser / 21.03.2020

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