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Von 50 Jahren ist der Chef schon 39 dabei

Von 50 Jahren ist der Chef schon 39 dabei

Daniel Schölzel rangiert hier den Adler zurück in den Lokschuppen der Görlitzer Parkeisenbahn. Der Vorstandsvorsitzende und Betriebsleiter ist von 50 Jahren schon 39 dabei. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Seit 50 Jahren zieht der Görlitzer Adler seine Runden bei der Parkeisenbahn. Zum Jubiläum gibt es nun einmal wieder Unterstützung von historischen Feldbahnzügen. Zwischen Hüpfburgen, Draisinen und Musikbühne gibt es am 6. und 7. Juni nun also das komplette Unterhaltungspaket!

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Am Dieselantrieb einer Feldbahnlok ist dieser Tage noch zu werkeln. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Görlitz. „Zum Jubiläum werden wir zwei richtige Dampflokomotiven mit dabei haben – eine kommt von der Parkeisenbahn Chemnitz. Die kleine wird dort Palettendampflok genannt, weil sie nicht größer als eine Palette ist. Die zweite Dampflok ist hingegen ein Neubau von Medio-Rail – echten Bahnenthusiasten!“, berichtet Daniel Schölzel, Chef der Parkbahner. Elfjährig habe er im Herbst 1987 bei der Pioniereisenbahn als Schaffner angefangen. „Und dann habe ich mich quasi hochgearbeitet bis zum Vorstandsvorsitzenden und Betriebsleiter“, schmunzelt er, während er beim österlichen Fahrtag den Adler mit den Kollegen in den Lokschuppen zurücksetzt. „Ich hatte schon vom Vater eine Piko-H0-Modelleisenbahn und wollte nun mit einem Kumpel bei einem Modellbahnverein mitmachen.“ Zu sozialistischer Zeit sei das eben bei der Parkeisenbahn angeschlossen gewesen. „Wenn ihr schon da dabei seid, solltet ihr auch bei der Parkbahn mitmachen“, so der damalige Tenor. Wenn er seine Freizeit nicht an der Parkeisenbahn verlebt, ist Schölzel der Bahn auch sonst treu. Ob als Modellbahner oder Reisender. Bei einer der letzten Redaktionsanfragen meldete er sich von einer Bahnreise ins Baltikum, geführte Bahnreisen mit einem Anbieter aus Steinigtwolmsdorf hätten ihn aber auch schon etwa zu den stimmungsvollen Waldbahnen in Rumänen geführt.

Mit dem vollen Überblick über die Szene und Besonderheiten auf schmaler Spur geht es nun langsam an den Feinschliff für ein Wochenende, das auch als Feldbahntreffen erweitert wird. So sind etwa auch Schienenmopeds dabei.Von der Feldbahn Herrenleite bei Wehlen sei eine Lok mit Sicherheit zu sehen. „Von der Waldeisenbahn Bad Muskau holen wir noch einen Wagen, um die Fahrgastkapazität zu erhöhen“, fällt ihm dann noch ein. Das Jubiläumsfest findet am 6. und 7. Juni als umfangreiches Sommerfest statt, das nicht nur Eisenbahnfreunde, sondern vor allem Familien ansprechen dürfte.

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Schade, das Parkeisenbahnquartett mit dem Adler gibt es bei der Dresdner Parkeisenbahn am Großen Garten, nicht aber in Görlitz. Foto: Scholtz-Knobloch

Seit ihrer Eröffnung am 1. Juni 1976 als 11. Pioniereisenbahn der DDR gehört die Görlitzer Parkeisenbahn eben einfach zur Stadt. Die kleine Bahn mit ihrer 600-Millimeter-Spur und der Nachbildung der ersten in Deutschland fahrenden Lokomotive „Adler“, die einst von Görlitzer Waggonbauern gefertigt wurde, begeistert immer neue Generationen. Und hinter dem Fahrbetrieb stehen seit jeher Ehrenamtliche wie Daniel Schölzel, die Kindern und Jugendlichen neben einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung auch technisches Interesse, Verantwortung und Teamgeist vermitteln. Viele ehemalige Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Junge Parkeisenbahn“ fanden letztlich später sogar Berufe im Verkehrs- oder Eisenbahnwesen.

Das Sommerfest am 6. und 7. Juni steht unter dem Motto „Grenzenlos feiern – 50 Jahre für Kinder, Jugend und Eisenbahn“ und verbindet Eisenbahngeschichte mit einem Freizeitprogramm. Bereits am Samstagvormittag wird um 10.00 Uhr der neue große Spielplatz eröffnet (der Niederschlesische Kurier berichtete).

An beiden Tagen gibt es Sonderfahrten mit dem Adler, dazu aber nun auch mit Gastfahrzeugen im Rahmen eines Feldbahntreffens. Auch muskelbetriebene Draisinen laden zum Mitmachen ein. Ergänzt wird das Ganze durch Führungen und kleine Ausstellungen zur Geschichte der Parkeisenbahn und der Kinderbahnen in der DDR.

Für Kinder gibt es zudem ein Programm mit Hüpfburgen, Kletterwand, Fahrradparcours, Bastelständen, Kinderschminken und dem „Kinderfahrspaß mit Huckauf“. Am Samstagnachmittag findet der Kinderflohmarkt „Kinder für Kinder“ statt. Hier können junge Teilnehmer ohne Standgebühren Bücher, Spielzeug oder Kleidung verkaufen.

Auf der Bühne stehen unter anderem „Time to Groove“, das Jugendblasorchester, am Samstagabend „Zenker & Co.“ sowie Sonntag gegen 15.00 Uhr Nicci Schubert. Dazu kommen Tanzgruppen, Interviews mit Zeitzeugen und Vereinsmitgliedern sowie ein Kinderprogramm mit Toni Makkaroni und Susi Sonnenschein aus Kaltwasser. Ein Höhepunkt dürften auch Mondscheinfahrten des Adlers am Samstagabend sein. Neben dem vereinseigenen Imbiss beteiligen sich auch Partner, wie etwa die Malteser Görlitz mit ihrer Gulaschkanone, die Bundespolizei mit Sicherheitsinfos an Gleisanlagen, die Jugendfeuerwehr, der ZVON, die Landskron-Brauerei und andere. Geöffnet ist an diesem Wochenende auch der Weinbergturm. Auf dem Weg dorthin kann ein ehemaliges Luftkissenfahrzeug der früheren Pioniereisenbahn besichtigt werden.

Till Scholtz-Knobloch / 23.05.2026

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