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Weihnachtssterne für die Lebensretter

Weihnachtssterne für die Lebensretter

Die Spreestädterin Tali Gawor unterm heimischen Christbaum. Fotos: privat

Vor dem Hintergrund der angespannten Situation im Gesundheitswesen haben sich eine Gymnasiastin aus Bautzen, ihre Familie und Freunde Gedanken gemacht, wie sich Rettungskräften und dem Klinikpflegepersonal zum Weihnachtsfest ein gebührendes Dankeschön aussprechen lässt. Am Ende entstand die Idee der Weihnachtssterne.

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Ein Karton voll mit den selbstgebastelten Dankessternen.

Bautzen. Tali Gawor ist Cheerleaderin und Schülerin des Schiller-Gymnasiums. Schon beizeiten hat die 15-Jährige erfahren, was es heißt, auf medizinische Hilfe angewiesen zu sein. Dass Corona die Lage im Gesundheitswesen inzwischen massiv verschärft hat, ist der Jugendlichen schon recht schnell bewusst geworden. „Egal ob man sich damit beschäftigt oder nicht, ich glaube, jeder bekommt mit, dass Pflegekräfte und Ärzte immer weniger werden“, erzählt sie unserer Zeitung. „Und da ich selbst oft Patientin bin, kriege ich das natürlich mit.“ Doch eigentlich bekam sie das bei einem Praktikum auf der Kinderkrebsstation in der Dresdener Uniklinik so richtig zu spüren. „Da merkte ich erst, wie anstrengend der Beruf wirklich ist und was alles von einem abverlangt wird. Durch Corona ist dieser Job noch kräftezehrender geworden. Aus diesem Grund wollte ich wenigstens zu Weihnachten den Beschäftigten im Krankenhaus oder den Rettungskräften etwas Kleines zurückgeben.“

Die Frage, die am Anfang so vieler Dinge steht, war jedoch was. Tali Gawor ist ein kreativer Mensch. Und deshalb kam ihr die Idee, Weihnachtssterne aus verschiedenfarbigem Papier zu entwerfen. Allerdings war der jungen Frau schnell klar, dass sie dafür Hilfe benötigt. „Ich habe einen Instagram-Aufruf gestartet“, erinnert sie sich. „Dadurch haben Leute aus meinem Umkreis davon mitbekommen. Meine Mama hat natürlich auch immer fleißig geholfen und ich habe den ganzen Dezember über in jeder freien Minute an diesem Projekt gearbeitet.“

Was dabei herauskam, kann sich sehen lassen. „Ich, meine Freunde, die Familie und auch Außenstehende haben die Sterne alle einzeln gebastelt. Jeder von ihnen erhielt einen individuellen Text, der persönlichen Dank und Respekt gegenüber diesem harten Berufsfeld demonstrieren soll.“ Wenige Tage vor dem Fest der Liebe sollten die etwa 150 Kunstwerke unter die Helfer gebracht werden. 

Tali Gawor kann indes der Pandemie auch eine gute Seite abringen. „So blöd die ganzen Einschränkungen auch immer waren, ich hatte viel mehr Zeit mit meiner Familie und war viel öfter spazieren. Außerdem habe ich Yoga und Meditation für mich entdeckt. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass wir Jugendlichen bald wieder ein normales Leben führen können, mit allem was dazugehört.“

Auf das Weihnachtsfest daheim im Kreise ihrer Lieben freut sich die Schülerin schon sehr. Dann wird mit „Kevin allein zu Haus“ nicht nur ein alter Hollywood-Schinken aus dem DVD-Regal geholt, sondern auch wie in vielen Familien geschlemmt. Da ist das gemeinsame Vesper vor dem Schrottwichteln und der Bescherung sowie das Abendessen. „Bei diesem gibt es ganz klassisch Kartoffelsalat mit vegetarischen und richtigen Wiener Würstchen.“ Alle können mal lachen, meint Tali. Und das ist in Zeiten von Corona genau das richtige Mittel im Kampf gegen die psychischen Folgen eines weltweiten Infektionsgeschehen wie diesem.

Roland Kaiser / 24.12.2021

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